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Briefe stapeln sich in Filialen: Bürger in bayerischem Landkreis bekommen seit zwei Wochen keine Post mehr

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Von: Josef Hornsteiner

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Zurzeit ein seltener Anblick: Scheinbar sind viele Postboten im Landkreis krankgeschrieben.
Zurzeit ein seltener Anblick: Scheinbar sind viele Postboten im Landkreis krankgeschrieben. © Michaela Rehle

Weil ein großer Teil der Mitarbeiter der Deutschen Post im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aktuell krank geschrieben ist, kommt es zu Einschränkungen.

Landkreis – Vor elf Tagen hat Georg Kramer das letzte Mal Post bekommen. Dann war Schluss, von einem Tag auf den anderen. Am Anfang ist ihm das noch nicht aufgefallen. Erst nachdem der Garmisch-Partenkirchner vergeblich auf mehrere Rechnungen wartete, wo er sicher wusste, dass die kommen müssten, wurde er stutzig. Viele Telefonate mit dem Kundenservice brachten kein Licht ins Dunkel.

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Erst als er mit einem Bekannten sprach, der im Wirkungskreis der Post arbeitet, konnte er das Geheimnis lüften: Dem Vernehmen nach sollen über 33 Angestellte der Deutschen Post im Landkreis krankgeschrieben sein. Die Briefe und Pakete stapeln sich demnach in den Postfilialen regelrecht.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Deutsche Post wird von Krankheitswelle heimgesucht

Wie Kramer ergeht es momentan vielen Landkreisbewohnern. In Garmisch-Partenkirchen als auch in Farchant werden seit mindestens fast zwei Wochen keine Briefe und Pakete mehr zugestellt. Der Grund: Die Deutsche Post DHL Gruppe ist im Landkreis von einer regelrechten Krankheitswelle heimgesucht worden, wie Unternehmenssprecher Dieter Nawrath auf Tagblatt-Nachfrage mitteilt. „Wir können den hohen Krankenstand bedauerlicherweise nicht ganz kompensieren“, teilt Nawrath mit. Das Coronavirus soll allerdings nicht für den Ausfall verantwortlich sein, teilt das Unternehmen mit. Nawrath bittet seine Kunden um Verständnis und verspricht, Briefe, Päckchen und Pakete „schnellstmöglich zuzustellen, um die Verzögerungen so gering wie möglich zu halten“.

Keine Post im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Auch Personalmangel ein Problem

Für Menschen wie Kramer, die neben dem Angestelltenverhältnis auch noch selbstständig sind, eine denkbar ungünstige Situation. Schließlich hat man bei vielen Rechnungen nur wenige Wochen Zeit, um sie zu begleichen. „Wenn am Samstag nicht ausgetragen wird und die Post erst am Montag kommt, ist das ja kein Problem“, meint er. Aber wenn Briefe zwei Wochen lang nicht zugestellt werden, könnten völlig unverschuldet Mahngebühren auf die Bürger zu kommen. Doch verspricht das Post-Unternehmen, das Problem bis spätestens am morgigen Mittwoch in den Griff zu kriegen. „Dann sollte alles wieder normal laufen.“

Die Deutsche Post scheint unter Personalmangel zu leiden. Denn sucht sie momentan händeringend nach neuen Mitarbeitern. Die Angestellten würden nach festgelegten Anlernkonzepten an die Arbeit herangeführt. „Wir freuen uns über jede Bewerbung“, sagt Nawarth. Natürlich auch, um Zustellprobleme wie momentan zügig in den Griff zu bekommen.

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