Mitarbeiter sind da, öffnen aber nicht

Postbank sperrt wegen Lärm Filiale zu: Kunden stehen ratlos vor verschlossener Tür

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Die Baustelle: Am Eingang zum Postbank-Center wurde eine von zwei Treppen entfernt.

Wer am Montagnachmittag ein Paket abgeben oder ein Geldgeschäft tätigen wollte, stand bei der Hauptpost vor verschlossenen Türen. Die Mitarbeiter öffneten nicht, weil es ihnen zu laut war. Doch das wurde auf seltsame Weise kommuniziert.

Garmisch-Partenkirchen – Alessandra Carboni Riehn kann nur den Kopf schütteln, wenn sie an die Szenen denkt, die sich in Garmisch-Partenkirchen abgespielt haben. „Ich dachte, ich bin bei der „Versteckten Kamera‘“, sagt sie. Wie so manch anderer Kunde, der am Montagnachmittag an die Bahnhofstraße gekommen ist. Eigentlich sollte die Hauptpost, die heutzutage ein „Postbank-Finanzcenter“ ist, um 14 Uhr öffnen. Doch das passierte nicht. „Die Leute warteten zehn Minuten vor der geschlossenen Tür und fragten sich ungläubig, was eigentlich los ist.“ Denn drinnen standen die Mitarbeiter und weigerten sich, die Postbank-Filiale zu öffnen, während es draußen laut war.

Postbank sperrt wegen Lärm Filiale zu: Mitarbeiter weigerten sich, zu öffnen

Die linke Seite des Eingangs ist eine Baustelle. Und genau die war das Problem am Montag. Eine der beiden Treppen wurde entfernt – per Presslufthammer. Während sich das Gerät durch den Stein biss, versuchten die Kunden, Kontakt zu den Menschen in der Geschäftsstelle aufzunehmen. Doch das gestaltete sich mehr als schwierig, sagt Carboni-Riehn. Sie und andere klopften an die Scheiben, mal mehr, mal weniger energisch. Es sei dann auch jemand von den Mitarbeitern gekommen. „Durch die geschlossene Glastür und bei dem Lärm konnte man aber fast nichts verstehen.“

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Die Garmisch-Partenkirchnerin kann nicht nachvollziehen, warum niemand die Tür geöffnet und die Situation erklärt hat. „Wir wollten die Filiale doch nicht stürmen“, sagt sie und lacht unwillkürlich auf. „Das war alles so surreal.“

Postbank in Garmisch-Partenkirchen: Lärm belastend für Mitarbeiter

Postbank-Pressesprecher Hartmut Schlegel entschuldigt sich auf Tagblatt-Anfrage für die Unannehmlichkeiten, die die Kunden durch die Schließung hatten. Diese sei in Rücksprache mit der Filialgebietsleitung beschlossen worden, weil über mehrere Stunden konzentriertes Arbeiten nicht möglich gewesen sei. „Der Lärm durch den Presslufthammer war für unsere Mitarbeiter vor Ort extrem belastend.“

Und außerdem völlig überraschend gekommen. Der Postbank gehört das Haus nicht, sie ist nur Mieter. Und hat Schlegel zufolge keine Vorab-Informationen zu den Bauarbeiten bekommen. „So dass wir die Schließung unseren Kunden nicht ankündigen konnten.“

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Was Carboni-Riehn so wütend macht, ist die Art und Weise, wie mit den Menschen umgegangen wurde. Sie versteht nicht, warum die Mitarbeiter das Problem nicht erläutert oder ein Hinweis-Schild aufgehängt haben. Stattdessen seien die Kunden im Regen stehen gelassen worden. „Eine Frau hatte ein wichtiges Bank-Gespräch“ – und sei entsprechend aufgebracht gewesen. Pure Verzweiflung machte sich bei einem Touristen auf Durchreise breit, der sich extra ein Paket nach Garmisch-Partenkirchen hatte schicken lassen. Er hielt sich nur am Montag in Marktgemeinde auf und sei entsprechend ratlos gewesen, wie er nun an seine Sachen kommen sollte. Das wollte Carboni-Riehn den Postbank-Mitarbeitern mitteilen. Doch die hätten irgendwann nicht mehr auf das Klopfen an die Scheiben reagiert.

Im September kämpften Postbank-Kunden mit massiven Störungen beim Onlinebanking und mit der App. 

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