Das sagt die Polizei

Sind Luxus-Sportwagen durch Garmisch-Partenkirchen gerast? Anwohner spricht von „Körperverletzung“ durch Lärm

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Mit Luxus-Sportwagen wie diesem sind Teilnehmer einer Rundfahrt angeblich durch Garmisch-Partenkirchen gerast.

Sie sind negativ aufgefallen: Durch Garmisch-Partenkirchen sind am Pfingstmontag Luxus-Sportwagen gefahren - angeblich zu schnell. Die Polizei wurde alarmiert.

Update 11. Juni, 18.51 Uhr: Die Anwohner sprechen von einem Höllenlärm. Einer Belästigung, die am Pfingstmontag aus dem Nichts kam. Und die Nachmittagsruhe ganz gewaltig störte. Einer der Betroffenen, der die hochgetunten Sportwagen miterlebte, die durch die St.-Martin-Straße in Garmisch-Partenkirchen rasten, spricht gar „von purer Körperverletzung“. Der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, versteht gar nicht, wieso er und seine Nachbarn nicht im Vorfeld über diese Rallye informiert wurden. „Dann wären wir wenigstens vorbereitet gewesen.“

Luxus-Sportwagen düsen durch Garmisch-Partenkirchen: Sie waren Teil einer Rundfahrt

Die Polizei, die von etlichen erbosten Anrufern verständigt worden war, stellte fest, „dass die Sportwagen Teil einer genehmigten Rundfahrt durch mehrere europäische Länder sind“. Diese sei von einer niederländischen Agentur organisiert worden, sagt Markus Stückl, Sprecher der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen. Die Route führt offenbar von Amsterdam bis nach Cannes. Ein paar der vermeintlichen Raser konnten die Beamten noch am Rathausplatz stoppen. Dabei erfuhren sie auch, dass diese von Ehrwald kommend weiter in Richtung Mittenwald düsen wollten. „Hinweise auf konkrete Verkehrsverstöße wie beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen ergaben sich dabei nicht“, betont Stückl. Nach der Kontrolle durften alle Fahrer die Rallye fortsetzen.

Über die Veranstaltung war auch die Polizei nicht im Vorfeld informiert worden. „Schade“, meint der Anwohner, der sich auch gestern noch beim Gedanken an die aufheulenden Motoren in Rage redete. „Dann hätten sie eine Geschwindigkeits-Messstation aufbauen können.“ Die Versuche seiner Nachbarn, sich den PS-starken Luxus-Karossen in den Weg zu stellen, um deren Fahrer zum Abbremsen zu zwingen, scheiterten jedenfalls. „Die sind einfach an ihnen vorbeigefahren“, empört sich der Garmisch-Partenkirchner. Seinen Recherchen zufolge waren es 150 hochwertige Sportwagen, die am Montag durch die Marktgemeinde gebraust sind. Diese Zahl kann Stückl nicht bestätigen. Er spricht von „sehr vielen“.

Rundfahrten im Trend

Was mit Oldtimern schon seit Langem beliebt ist, nämlich mit Gleichgesinnten durch schöne Landschaften zu fahren, scheint mittlerweile auch bei Sportwagen-Fans angekommen zu sein. „Das ist wohl ein neuer Trend“, bestätigt Stückl. Noch gut erinnert er sich an eine ähnliche Rundfahrt vor eineinhalb Jahren, bei der ein Lamborghini nach dem Zusammenstoß mit einem Randstein etwas ramponiert war. Ein Blick ins Internet bestätigt seine Einschätzung. Niederländische Veranstalter bieten etliche Touren an, die über Bergstraßen oder an besonderen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Im September etwa startet wieder die „Alp Attack“ – eine Rallye über verschiedene Pässe in der Schweiz und in Südtirol, darunter auch das 2700 Meter hohe Stilfser Joch. Ob Garmisch-Partenkirchen noch einmal in den Plänen der Organisatoren auftaucht, steht derweil nicht fest. Die Polizei hofft dann allerdings genau wie die betroffenen Anwohner auf entsprechende Vorab-Informationen.

Erstmeldung: 

Garmisch-Partenkirchen - Einige Luxussportwagen haben am Pfingstmontag in Garmisch-Partenkirchen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im negativen Sinn. Die Polizei wurde in Kenntnis gesetzt, dass die Fahrzeuge mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Daraufhin kontrollierten mehrere Streifen die Sportwagen am Rathausplatz. 

Wie es von Seiten der Beamten heißt, wurde dabei festgestellt, dass die Luxuskarossen Teil einer genehmigten Rundfahrt durch mehrere europäische Länder sind, die von einer niederländischen Agentur organisiert wurde.

Sportwagen rasen angeblich durch Garmisch-Partenkirchen: Das sagt die Polizei

Hinweise auf konkrete Verkehrsverstöße wie Tempo-Überschreitungen ergaben sich bei der Kontrolle allerdings nicht. Die Teilnehmer konnten die Fahrt fortsetzen.

Ein Sportwagen war ebenfalls an einem Unfall auf der A94 beteiligt. Am Dienstagmorgen kam es in Richtung München zu einem schweren Unfall. Der Audi RS8 krachte dabei in einen kleinen Lkw. Wer am Steuer von solch hochmotorisierten Autos sitzt, überrascht immer wieder. So durchbrach ein Sportwagen auf der A8 alle Geschwindigkeits-Regeln und fuhr dann richtig wahnsinnig. Als die Polizei die Fahrertür öffnete, staunte sie nicht schlecht. Auf der Garmischer Autobahn fiel kürzlich ein Tesla-Fahrer auf. Das Wasser stand zu diesem Zeitpunkt auf der Fahrbahn. Trotzdem gab der Tesla-Fahrer Gas und überholte.Das hatte schwere Folgen.

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