Polizei reagiert

Unbekannter lockert Reifen von Rad: Schüler (12) stürzt und verletzt sich - nicht der erste Fall

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Der Betreiber vom Radhaus in Stockdorf, Peregrin Zunke, hat mehrfach in den zurückliegenden Tagen gefährliche Manipulationen an Fahrrädern wieder richten müssen.

Das ist kriminell. Unbekannte manipulieren am Gautinger Schulcampus abgestellte Fahrräder – an den Bremsen oder lösen die Befestigungen der Reifen. Montag ist ein Schüler schwer gestürzt. Das war nicht der erste Fall.

Gauting– Am Montag hat es den 12-jährigen Sohn von Alexandra Höchstetter erwischt. Bei der Heimfahrt vom Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium ist der Bub am Ende der Paul-Hey-Straße mit seinem Fahrrad über den Wiesen-Abhang gestürzt. Der 12-Jährige überschlug sich mit dem Rad und zog sich trotz Schutzhelms eine Gehirnerschütterung zu – es hätte aber auch noch schlimmer kommen können. Ursache des Unfalls: Ein Unbekannter hatte an dem Radl die Schnellspanner am Hinterreifen gelöst.

Unbekannte manipulieren Räder von Schülern in Gauting: Mehrere Vorfälle bekannt

Solche gefährlichen Manipulationen sind in der jüngster Zeit häufiger am Gautinger Schulcampus vorgekommen. Deshalb hat Alexandra Höchstetter Strafanzeige bei der Polizei erstattet, denn: „Das ist kein Kavaliersdelikt.“ Hätte sich der Reifen bei der Abwärtsfahrt am Gautinger Bahnhofsberg gelöst, „wäre mein Kind tot“, sagt Alexandra Höchstetter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Um Eltern für die Gefahr zu sensibilisieren, hat die dreifache Mutter aus Königswiesen den Unfall in den sozialen Medien sofort öffentlich gemacht – mit großem Echo. Seinem Sohn sei das Gleiche passiert, schreibt Matthias Ringhoff. Alexandra Höchstetter ist auch noch am zweiten Tag nach dem Unfall ihres Sohnes erschüttert: Während der Unterrichtszeit am Montagvormittag hatte sich ein Unbekannter an dem Rad ihres Sohnes zu schaffen gemacht. Das fast neue Fahrrad war im Ständer auf dem Gelände des Otto-von Taube-Gymnasiums abgestellt gewesen. Noch am Tag zuvor hatte die Mutter des Zwölfjährigen die Kette mit Kontaktspray bearbeitet. „Da habe ich gesehen, dass das Rad tiptop war“, berichtet Alexandra Höchstetter.

Schüler (12) stürzt mit Rad und verletzt sich: Ähnliche Vorfälle der Polizei melden 

Nach dem Unfall war die Polizei bei den Höchstetters in Königswiesen. „Sie haben versucht, Fingerabdrücke vom Reifen und Schnellspanner zu nehmen“, sagt Alexandra Höchstetter. „Es ist wohl eine gute Idee, alle fahrradfahrenden Kinder aufzufordern, vor der Heimfahrt Bremsen und Schnellspanner zu kontrollieren“, appelliert die Mutter des verunglückten Gymnasiasten an die Eltern. Jeden Vorfall, auch ohne Unfall, sollten Betroffene der örtlichen Polizei melden. Denn solche gefährlichen Manipulationen an Fahrrädern kämen in jüngster Zeit häufiger vor. Oliver Jauch, Elternbeiratsvorsitzender am Otto-von-Taube-Gymnasium und Polizeihauptkommissar bei der Starnberger Polizei, habe bei Treffen von Klassensprechern schon mehrfach gewarnt, dass das Lockern von Fahrradreifen „kein Kavaliersdelikt“ sei, berichtet Alexandra Höchstetter.

„Wir haben Spuren abgenommen“, bestätigte gestern der Gautinger Polizeichef Ernst Wiedemann. Doch da die Polizei keinen Tatverdächtigen habe, werde der DNA-Abgleich schwierig. Laut Peregrin Zunke, Leiter des Stockdorfer Fahrradhandels „Radhaus“, kam es in letzter Zeit immer wieder vor, dass Gymnasiasten Fahrräder mit gelöstem Schnellspanner in der Werkstatt vorbeibrachten. Dadurch verbiege sich die Achse und die Bremse schleife. Er empfiehlt stattdessen feste Muttern. Denn um die zu lockern, benötige man einen Schraubenschlüssel.

Polizei nimmt Vorfälle ernst - und wendet sich mit Empfehlung an Eltern

„Wir nehmen die Sache sehr ernst und fordern die Eltern dazu auf, Anzeige zu erstatten“, sagt Schulleiterin Sylke Wischnevsky. Am Otto-von-Taube-Gymnasium habe sie eine Bike-AG gegründet, die sich der Verkehrssicherheit widme. An den Fahrradständern führe sie persönlich regelmäßig Aufsicht, damit sich dort kein Unbefugter zu schaffen mache.

Von Christine Cless-Wesle

Für Aufsehen im Landkreis Starnberg sorgen derzeit Rowdys, die Sportplätze als Ziele für Schleuderpartien mit Autos auserkoren, berichtet Merkur.de*. Ein Porschefahrer rauscht viel zu schnell in eine Polizeikontrolle. Dann hält dort ein Busfahrer an - und erklärt den Beamten der Polizei Gauting, was der Raser außerdem angestellt hat (Merkur.de*). Wegen skurrilem Streit: Ein Gehweg in Tutzing ist seit Jahren gesperrt - die Bürgermeisterin spricht nun von einem Schlussstrich, so Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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