Gebühren-Schock: So hart trifft’s die Bürger

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In Starnberg steigt die Hundesteuer um 100 Prozent

München - Viele Städte und Gemeinden müssen nach der Wirtschaftskrise an der Gebührenschraube drehen – auch in München und im Umland. Wir zeigen, wie hart es die Bürger trifft.

Die große Krise hat auch Städte und Gemeinden getroffen: Viele Kommunen mussten im vergangenen Jahr und heuer Miese machen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schätzt das Defizit heuer auf 14 Milliarden Euro – so viel wie noch nie. Folge: Viele Städte und Gemeinden müssen an der Gebührenschraube drehen – auch in München und im Umland.

So viel verlangen oberbayerische Städte und Gemeinden für ihre Leistungen – und um so viel wird erhöht

So müssen Zamperlbesitzer in der Landeshauptstadt im kommenden Jahr 30 Prozent mehr Hundesteuer zahlen – der Betrag wächst von 76,80 Euro auf 100 Euro im Jahr. Die Stadt Starnberg verdoppelt sogar die Abgabe auf 60 Euro. Allerdings kamen Gassigeher am See bislang sehr günstig weg. Und die Stadt Weilheim holt sich das Geld bei den Besitzern von Kampfhunden: Die müssen künftig auch die doppelte Steuer hinlegen – die Abgabe explodiert von 1100 Euro auf 2200 Euro.

Beispiel Planegg: Die 10 000-Seelen-Gemeinde im Südwesten Münchens steht kerngesund da, hat seit über 20 Jahren keine Schulden. Dann kam die Wirtschaftskrise. „Wir hatten im vergangenen Jahr einen Einbruch bei der Gewerbesteuer von vier Millionen Euro“, sagt Kämmerer Peter Vogel. In Planegg aber stehen im gesamten Haushalt eines Jahres runde 30 Millionen Euro. Das heißt: Der Gemeinde fehlt mehr als jeder zehnte Euro!

So steigen die Gebühren für den Kindergarten um 21 Prozent ab kommendem September – vor allem für gutsituierte Eltern. Ärmere Familien werden dagegen entlastet und sparen bis zu 50 Prozent. Steigen sollen in Planegg die Friedhofsgebühren – wie in einigen anderen Gemeinden auch. Das verlangt aber vor allem die Kommunalaufsicht: Die Gemeinden sollen die Gebühren kostendeckend gestalten. Vielerorts sinken dafür die Müllgebühren. Aber das ist noch nicht das letzte Wort: Die Verhandlungen über die Haushalte für 2011 beginnen meist erst im Dezember.

Zur Tabelle: So viel verlangen oberbayerische Städte und Gemeinden für ihre Leistungen – und um so viel wird erhöht

Nina Bautz, David Costanzo, Elisa von Grafenstein, Armin Geier, Christoph Lang, Johannes Welte

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