Zwei tote Stiere, verletzte Retter

Stierherde büxt aus: So lief der Großeinsatz ab

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Beinahe wäre dieser Stier auf die A 94 gelaufen. Die Polizei musste ihn erschießen. 

Ein Stierherde ist einem Bauern aus dem Erdinger Raum entlaufen. Die Folge war ein fast 24-stündiger Einsatz, ein Stier musste an der A94 erschossen werden, zwei Feuerwehrmänner wurden verletzt.  

Anzing/Reithofen – Einem Bauern aus Reithofen (Landkreis Erding) ist am Montagabend eine Stierherde abhanden gekommen – ein fast 24-stündiger Großeinsatz war die Folge. Sogar die A 94 bei Forstinning musste zeitweise gesperrt werden, weil sich ein Stier in deren Nähe aufhielt. Am Dienstagnachmittag erschoss ein Schütze der Erdinger Polizei dieses Tier. Andere flohen in den Ebersberger Forst.

17 Tiere nutzten nach Angaben von Erdings Polizeichef Anton Altmann am Montag ein offenes Tor, um von der Weide auszubrechen. Die Tiere teilten sich in zwei Gruppen auf und wurden zunächst links und rechts der Staatsstraße 2332 zwischen Buch und Harthofen gesichtet. „Jegliche Versuche, die Tiere zurückzutreiben, verliefen erfolglos“, berichtet Altmann. Sogar ein Polizeihubschrauber wurde eingesetzt. Doch nicht einmal dieser Crew war Erfolg beschieden, die Tiere in Richtung Weide zurückzutreiben. In der Nacht wurde die Suche vorläufig eingestellt, ehe sie am nächsten Morgen fortgesetzt wurde.

Großeinsatz wegen Stierherde: Ein Tier starb in einem Fahrsilo am erlittenen Stress 

Neun Tiere konnten am Dienstagmorgen nahe Buch mit Hilfe von Reitern gesichert werden, entkamen dann aber erneut. Ein anderer Teil der Herde hatte sich auf den Weg Richtung Hohenlinden und Ebersberger Forst gemacht. Drei Stiere, die das Gelände des Feuerwehrfahrzeugherstellers Lentner erkundeten, konnten dort dingfest gemacht werden. Ein weiteres Tier wurde in ein Fahrsilo an der B 12 getrieben, starb aber später am erlittenen Stress. Zwei weitere Stiere hatten die B 12 bereits überquert und sich in die Tiefen des Ebersberger Forstes geflüchtet. Hier bestanden nach einer ersten Absuche wenig Chancen auf Erfolg.

Gegen Mittag teilte eine Spaziergängerin mit, dass ein Stier bei Forstinning neben der A 94 gesichtet worden sei. Hier bestand konkrete Gefahr für die Autofahrer, weshalb die Autobahn vorübergehend in beiden Richtungen zwischen Forstinning und Hohenlinden komplett gesperrt wurde.

Nach einigem Hin und Her wegen der Schussfreigabe erlegte dann ein Polizist das etwa 700 Kilogramm schwere Tier. Den Fangschuss setzte der zuständige Jäger. Am Nachmittag konnte nahe Buch ein Tier mit zwei Pfeilen betäubt und gesichert werden. Zur Suche nach den restlichen Ausreißern kam später auch eine Drohne zum Einsatz. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Verletzung an der Hand und kam in die Klinik, ein zweiter erlitt eine Beinverletzung.

ac/ham/fg

17 Jungstiere ausgebüchst – Jagd wie im Wilden Westen

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