Es muss eine Holzkirchnerin sein

Geheimnisvolle Retterin: Wer half seiner Elke nach dem Radunfall?

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Wer hat seiner Frau geholfen? Der Oberhachinger sucht per Flugblatt nach der Helferin.

Als seine Frau Elke einen schlimmen Radunfall hatte, kam sie aus dem Nichts und half. Jetzt sucht Gerhard Andreas nach der Unbekannten. Zu gerne würde er sich bei ihr bedanken.

Holzkirchen – Ein Engel spendet an dem Unglückstag Trost. Gerhard Andreas und seine Frau Elke Odparlik wollen zum Ickinger Stausee radeln. Bei Aumühle im Bereich der Pupplinger Au (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) kommt ihnen plötzlich ein Auto entgegen. Der 56-Jährige, der vorneweg fährt, bremst ab, weicht nach rechts aus. Seine Frau übersieht das, die beiden streifen sich. Die 60-Jährige stürzt. „Ungebremst mit dem Kopf auf den Asphalt“, sagt ihr Ehemann. Sie verliert das Bewusstsein. Andreas eilt sofort zu ihr. Er hebt sie am Oberkörper hoch, jemand anderes packt an ihren Beinen an. Wer, das weiß er nicht mehr. „Einige Sekunden fehlen mir.“ Der Schock. Er bringt sie in die stabile Seitenlage. Bis der Rettungswagen kommt, kniet eine junge Frau bei seiner Elke. Hilft bei der Erstversorgung, spricht beruhigend auf das Ehepaar ein.

Gerhard Andreas aus Oberhaching will sich bei der Holzkirchnerin bedanken, die ihm bei der Erstversorgung seiner verunfallten Frau Elke Odparlik half.

Nach diesem unbekannten Schutzengel, dieser jungen Frau, von der er nur weiß, dass sie aus Holzkirchen stammt, sucht Andreas nun verzweifelt. Zu gerne würde er sich bei ihr bedanken. „Wir wollen sie zum Essen einladen.“ In Holzkirchen hat der Oberhachinger überall Zettel ausgehängt, in denen er die Helferin bittet, sich bei ihm zu melden. In Apotheken, in Bäckereien. Er schaltete sogar eine Annonce in unserer Zeitung. Doch bislang blieb seine Suche nach der „netten Holzkirchnerin“ erfolglos.

Mit Zetteln in Apotheken und Bäckereien (l.) sucht er nach der Helferin. Bislang verlief seine Suche erfolglos. Jetzt hofft er, dass über die Zeitung ein breiteres Publikum erreicht wird.

Seine Frau wurde bei dem Unfall, der sich bereits am 26. August gegen Mittag ereignete, schwer verletzt. Sie erlitt einen Schädelbasisbruch, eine schwere Gehirnerschütterung, Prellungen am ganzen Körper, Blutungen im Ohr. Sonst trage seine Frau immer einen Helm – an jenem Sommertag ausnahmsweise nicht. „Wir wollten ja nur zum Baden“, sagt ihr Mann. „Aber sie hatte Glück im Unglück.“ Blutungen im Gehirn blieben ihr erspart. Inzwischen ist die 60-Jährige aus dem Krankenhaus zurück, es geht ihr deutlich besser. Arbeiten kann sie aber noch nicht. „Das Auto war nicht schuld“, betont er. Die Straße sei eben schmal.

Wegen des Schocks und der Hektik nach dem Unfall versäumte es Andreas, die junge Helferin nach ihren Kontaktdaten zu fragen. Die Frau hat Andreas grob so in Erinnerung: Um die 30 Jahre alt, schlank, sportlich brünette, halblange Haare, ohne Brille. „Und sie war auch mit dem Rad unterwegs“, sagt er. „Es war sehr angenehm für uns, dass sie da war.“ Eine Retterin und Unterstützerin in der Not. Schön, dass er nicht alleine in dieser schlimmen Situation ausharren musste.

Nur Kopfschütteln hingegen hat Andreas für einen älteren Mann übrig, der sich mit seinem Auto ebenfalls an der Unfallstelle tummelte. „Während wir Elke auf der Straße erstversorgten, hat er sich beschwert, dass er wegen des Rettungswagens nicht durchkommt“, erzählt Andreas. Der Mann notierte sich Kennzeichen, wollte sich an oberer Stelle beschweren. Dabei habe es nur ein paar Minuten gedauert. Es gibt eben solche und solche Menschen. Nicht jeder kann ein Engel sein. Jetzt hofft Andreas, die Frau zu finden, die ihm und seiner Frau in der Stunde der Not beistand.

Die Helferin

oder Personen, die etwas zu der jungen Frau wissen, melden sich bitte bei Gerhard Andreas unter 0171/2282758 oder per Mail an: gerhard.andreas@web.de

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