"Sie kam in Schlangenlinien auf mich zu!"

A94: Geisterfahrerin bestreitet Mord-Absicht

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Eine Geisterfahrerin hatim November auf der A 94 einen schweren Unfall verursacht.

München/Hohenlinden - Eine Geisterfahrerin ist wegen Mordes angeklagt. Heute hat der Prozess begonnen. Die 46-Jährige bestreitet, absichtlich falsch herum auf die A 94 gefahren zu sein.

Der Morgen graut gerade, als Karl L. wie immer auf der A 94 nach München fährt. Den frühen Morgen des 21. November 2012 wird der 26-jährige Elektro-Monteur nie vergessen: „Ich habe gerade einen Lastwagen überholt, da kam ein Auto auf der Überholspur entgegen. Es fuhr in Schlangenlinien.“ Blitzschnell zieht er seinen BMW nach rechts auf die Standspur, als der Geister-Mercedes an ihm vorbeirauscht. Andere Autos können auch gerade noch ausweichen.

"Sie fuhr in Schlangenlinien." Karl L. konnte der Geisterfahrerin gerade noch ausweichen

Der angehende Elektro-Meister, der sich gerade auf die Prüfungen vorbereitet, musste gestern als Zeuge vor dem Landgericht München II erscheinen. Auf der Anklagebank sitzt jene Mercedes-Fahrerin, die eine wahre Horrorfahrt zwischen den Anschlussstellen Hohenlinden und Pastetten veranstaltet hat. Laut Anklage hat Patrizia K. (46) in Selbstmord-Absicht mindestens sieben Mal versucht, einen Frontal-Zusammenstoß herbeizuführen. Die Anklage geht von fünf versuchten Morden aus!

Fall 1: Kaum hatte Patrizia K. an der Einfahrt Hohenlinden eine 180-Grad-Wende gemacht, kam ihr ein Golf mit 170 km/h entgegen. Fahrer Christian H. reagierte blitzschnell und zog den Wagen nach rechts.

Fall 2: Peter L. überholte einen Lkw, als sein Beifahrer Franz G. schrie: „Pass auf, da kommt einer entgegen!“ Der BMW-Fahrer bremste abrupt ab und zog hinter den Sattelschlepper. Staatsanwalt Eric Ende: „Nicht einmal eine Sekunde danach raste die Angeklagte mit mindestens Tempo 100 vorbei.“

Fall 3: Die Geisterfahrerin zielte auf einen Sattelschlepper. Der Fahrer konnte gerade noch auseichen.

Fall 4: Patrizia K. fuhr in Schlangenlinien weiter, als ihr Karl K. entgegenkam: „Ich hatte den Eindruck, dass sie einem reinfahren wollte.“

Fall 5: Die Täterin nahm den nächsten Lkw aufs Korn. Fahrer Manfred S. betätigte die Lichthupe. Der Mercedes war noch 50 Meter entfernt, als ihm ein waghalsiges Ausweichmanöver gelang.

Fall 6: Sattelzug-Fahrer Hasaga J., der 26 Tonnen Bauschutt geladen hatte, musste derart abrupt ausweichen, dass er beinahe die Beherrschung über den Laster verlor. Er erlitt einen schweren Schock.

Fall 7: Sattelzug-Fahrer Franz K. konnte nur noch bremsen, aber eine Kollision nicht vermeiden. Dabei erlitt er eine Verletzung der Halswirbelsäule. Patrizia K. kam mit leichten Blessuren davon.

Patrizia K. sitzt seit ihrer Wahnsinns-Tat in Untersuchungshaft

Vor Gericht bestreitet die Angestellte der Landeshauptstadt München jede Selbstmord-Absicht. Die Frau, deren Mutter sich mit 35 Jahren das Leben nahm und die in einer schweren Beziehungskrise war, behauptet: „Ich weiß nicht, warum ich in die falsche Richtung gefahren bin.“ Richter Martin Rieder zweifelt: „Es fällt schwer, Ihnen zu glauben.“ Die Frau sitzt seit der Amokfahrt in U-Haft, der Prozess wird heute fortgesetzt.

Geisterfahrerin verursacht schweren Unfall auf A 94

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