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Zwei Menschen starben

Geisterfahrt auf A8: So raste Bella in den Tod

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Geisterfahrerin Bella G.: Die junge Frau arbeitete in der Werbebranche (kleines Bild). Der Mercedes der Geisterfahrerin. Sie war sofort tot.

Sulzemoos - Bella G. hat ihre Geisterfahrt auf der A8, die für sie und einen 33-Jährigen tödlich endete, in Aufzeichnungen angekündigt. Kurz vor ihrem Tod twitterte die 26-Jährige noch von "ewiger Liebe".

Fast 200 Kilometer beträgt die Strecke auf der A8 von Stuttgart bis nach Sulzemoos im Kreis Dachau, das sind auch gut zwei Stunden Fahrt. Bella G. (26), eine freiberufliche Werbetexterin und Übersetzerin aus der schwäbischen Metropole, dürfte demnach gegen 22.15 Uhr daheim mit ihrem Mercedes losgefahren sein. Tieftraurig, verzweifelt, lebensmüde. In Odelzhausen fuhr sie von der Autobahn runter, doch nur um auf die andere Seite, also in Fahrrichtung Stuttgart zu kommen und dort als Geisterfahrerin in Richtung München weiterzurasen. Sie kam auf der Überholspur nicht mehr weit: Vor Sulzemoos endete ihr Leben und das eines unschuldigen anderen in einem BMW mit einem fürchterlichem Zusammenstoß. Die Uhr zeigte 0.30 Uhr.

Feuerwehrmann: "Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld"

Den Einsatzkräften bot sich ein Bild, das sich kaum mehr verdrängen lässt. Auf 500 Metern lagen Trümmerteile auf der Fahrbahn verstreut. „Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld“, berichtete ein Feuerwehrmann aus Sulzemoos. „Die Autos müssen mit unglaublicher Wucht ineinander gekracht sein“, sagte ein anderer zu den Dachauer Nachrichten.

Der Mercedes der Geisterfahrerin hatte nach zwei Kilometern einen italienischen Sattelzug gestreift, dessen Fahrer blieb unverletzt, schon kurz darauf traf es aber den 1er-BMW des 33-jährigen Andras I. Der gebürtige Ungar, der erst seit wenigen Monaten mit seiner Frau in einer Maisonette-Wohnung in Planegg wohnte, wollte zu seiner Arbeitsstelle bei einer Spedition fahren – am Mittwoch wäre überhaupt sein erster Arbeitstag gewesen! Sein BMW wurde durch die immensen Kräfte knapp 20 Meter quer über die Fahrbahn in einen Graben geschleudert. Wie die Unfallverursacherin starb Andras im Moment des Aufpralls.

Auf Twitter sprach Bella zuletzt von "ewiger Liebe"

Schon wenige Stunden später stand fest, dass die Frau absichtlich zur Geisterfahrerin wurde. Als Grund führten Polzisten an, dass sich in der Stuttgarter Wohnung von Bella G. „Aufzeichnungen fanden, die man eindeutig als Suizidankündigungen interpretieren muss“. Doch was steckt hinter der Verzweiflungstat? Auf ihrem Twitter-Konto sprach die junge Frau zuletzt von einem „tollen Tag“, und von „ewiger Liebe“.

Die beiden Wracks wurden von der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Wegen der umfangreichen Aufräumarbeiten konnte erst um 10.30 Uhr die Autobahn in Richtung Stuttgart wieder befahren werden. Zwei Stunden davor waren noch die Feuerwehrleute zusammengesessen, nach einem mehrstündigen, körperlich wie seelisch anstrengendem Einsatz. Man redete über das Gesehene. Einer sagte: „Einfach nach Hause gehen und schlafen geht nach so einem Erlebnis nicht.“

zip/mc

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