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Sie betreute Hubert & Staller und die Surfwelle: Prominente Rathaus-Mitarbeiterin hat gekündigt

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Von: Carl-Christian Eick

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Wolfratshausen Gisela Gleißl Tourismusmanagerin
14 Jahre war Gisela Gleißl für die Stadt Wolfratshausen tätig. Zuletzt als Sachgebietsleiterin Tourismus im Rathaus-Referat Stadtmarketing. Ende des Jahres verlässt sie die Stadtverwaltung auf eigenen Wunsch. © Sabine Hermsdorf-Hiss/Archiv

14 Jahre arbeitete Gisela Gleißl im Wolfratshauser Rathaus. Jetzt hat die Tourismusmanagerin der Flößerstadt ihre Kündigung eingereicht.

Wolfratshausen – Nachdem bereits Kulturmanagerin Marlene Schretzenmaier im August gekündigt hat (wir berichteten), verliert das Wolfratshauser Rathaus ein weiteres prominentes Gesicht: Tourismusmanagerin Gisela Gleißl verlässt die Stadtverwaltung Ende des Jahres „auf eigenen Wunsch“. Das teilte am Mittwoch Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit. Gleißl war unter anderem federführend bei der Betreuung des Surfwellen-Projekts von Seiten der Kommune.

Sie betreute Hubert & Staller und die Surfwelle: Prominente Rathaus-Mitarbeiterin hat gekündigt

Nach Worten des Rathauschefs wird Gleißl „eine neue berufliche Chance ergreifen“. Sie war 2008 zur Stadt gekommen und hatte seinerzeit die Gesamtverantwortung für die damals neu im Rathaus eingerichtete Stabsstelle Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung übernommen. Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit organisierte Gleißl die Wiedereröffnung der Loisachhalle im Jahr 2009.

Bürgermeister Heilinglechner erinnert daran, dass die Tourismusmanagerin die Marke „Flößerstadt Wolfratshausen“ etablierte. „Sie führte die Marke zur erfolgreichen Bewerbung um den Titel ,Internationale Flößerstadt’, die sie durch kreative Marketingmaßnahmen aufbaute und mit Leben füllte“, so der Rathauschef. Bereits sehr früh habe Gleißl die Bedeutung von reichweitenstarken Social-Media-Plattformen wie Facebook „für die Vermarktung der Stadt und ihre kulturellen und touristischen Angebote“ erkannt – „und baute die Präsenz der Stadt dort erfolgreich auf“.

Tourismusmanagerin setzte „wichtige Akzente“ in Wolfratshausen

Im Bereich Kultur setzte die Marketingexpertin laut Heilinglechner „wichtige Akzente“ durch die Einführung von Theaterabos, die Umsetzung der ersten „Eiszeit“ an der alten Floßlände und der Einführung eines Ticketbuchungssystems. „Für die Standortförderung organisierte Gisela Gleißl den Beratungsprozess der Cima und führte die Lenkungsgruppe Stadtentwicklung ein.“ Das alles habe dazu geführt, dass die „Akteure“ in Wolfratshausen heute gut vernetzt seien, „um Themen wie Tourismus, Naturschutz und Wirtschaft zu befördern“, so Heilinglechner in einer Pressemitteilung.

Unter ihrer Führung entstanden zum Beispiel der Bergwald-Erlebnispfad, die ,MeinBankerl’-Wege und die Angebote zur Kultserie Hubert und/ohne Staller.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner

Der Bürgermeister betont die „wichtigen Impulse“, die von seiner langjährigen Mitarbeiterin ausgingen: „Unter ihrer Führung entstanden zum Beispiel der Bergwald-Erlebnispfad, die ,MeinBankerl’-Wege und die Angebote zur Kultserie Hubert und/ohne Staller.“ Auch zum Aufbau des neuen Tourismusbüros im städtischen Gebäude am Untermarkt 10 „hat sie entscheidend beigetragen.“

Gleißl betreute das Surfwellen-Projekt von Seiten der Stadt Wolfratshausen

„Sehr viel Arbeit und Energie investierte sie in das anspruchsvolle Projekt Surfwelle“: Dieses Vorhaben stand seit 2013 auf der Agenda, bis es der Stadtrat Anfang dieses Jahres endgültig verwarf. In diesem Kontext kam es zu einem Eklat: Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt meldete in einer öffentlichen Sitzung Zweifel an, dass Gleißl für die „Abwicklung“ des Projekts fachlich qualifiziert sei. Während der Bürgermeister empört auf die „Diskreditierung“ der Tourismusmanagerin reagierte und eine Entschuldigung von Schmidt verlangte, betonte der: Seine Kritik gelte allein dem Rathauschef, der das Risiko unterschätze, „wenn er jemanden an diese sehr verantwortungsvolle Stelle setzt, der wenig bis keine Sachkenntnis davon hat, wie ein doch recht umfangreiches Projekt mit Gesamtkosten von bisher circa 1,4 Millionen Euro erfolgreich umgesetzt beziehungsweise abgewickelt werden kann“.

Rathauschef dankt Tourismusmanagerin im Namen der Flößerstadt

Angesichts des Kündigungsschreibens bleibt Heilinglechner nun nicht mehr, als Gleißl „für ihr Engagement und für ihr langjähriges kreatives und erfolgreiches Wirken für unsere Stadt“ zu danken. Er bedauere es sehr, „dass Frau Gleißl die Stadt verlässt“ und wünscht ihr im Namen der Kommune „für die Zukunft alles Gute“. (cce)

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