Genuss & Gefahr: der Winterwechsel vom Wochenende

+
In Mittelfranken flutete die Altmühl die Straße.

München - Ja, ist der Winter schon wieder vorbei? Am Wochenende lieferte Petrus einen Vorgeschmack auf den Frühling: In nur 48 Stunden schnellte das Thermometer um 17 Grad nach oben – am Samstag hatte es stellenweise sogar plus 16 Grad!

So wird das Wetter in den nächsten Tagen

Wochenlang hatten die Bayern bei Dauerfrost gebibbert. Das Tauwetter ließ Schnee und Eis schmelzen: Schon am Freitag schossen die Temperaturen auf plus 9 Grad, am Samstag stiegen sie vielerorts in den zweistelligen Bereich. Während Skifahrer und Wanderer im Süden mit der Frühlingssonne strahlten, hatten die Menschen im Norden mit der negativen Seite des Tauwetters zu kämpfen. Denn zu den milden Temperaturen kam der Dauerregen – am Freitag schüttete es bis zu 30 Liter pro Quadratmeter. Die Folgen: übergelaufene Flüsse, vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen.

So wird das Wetter: 25 Bauernregeln zum Durchklicken

So wird das Wetter: 25 Bauernregeln zum Durchklicken

Im Moment gibt es noch keine Entwarnung. Das Tauwetter soll die ganze Woche andauern. Experten rechnen damit, dass die Flusspegel weiter steigen. Laut dem Wetterdienst wetter.net bringt der heutige Montag mit Höchstwerten um 4 Grad zwar etwas Abkühlung, am Dienstag ist es trocken bei um die 6 Grad. Schon für Mittwoch und Donnerstag hat sich aber neuer Regen angekündigt, die Temperaturen steigen auf bis zu 10 Grad.

Auch das Wochenende wird mit Werten zwischen 7 und 10 Grad sehr mild. „Eine Entspannung der Wetterlage ist erst mit einem neuen Wintereinbruch zu erwarten“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Frost und Schnee würden das Tauwetter stoppen. Ein Comeback des Winters ist aber laut wetter.net nicht vor Mitte des Monats zu erwarten.

Der Frühling war da!

Knallblauer Himmel, Sonne pur und Temperaturen im zweistelligen Bereich: Die Südbayern hatten am Wochenende die Nase vorn – der Frühling stattete ihnen einen ersten Besuch ab. Während sich die Nachbarn im Norden Bayerns mit Überschwemmungen und Hochwasser herumplagten, ließen sich die Skifahrer und Wanderer in den Bergen von den ersten Sonnenstrahlen des Jahres die Nase kitzeln. Von den Sonnenterrassen genossen sie traumhafte Ausblicke ins Isartal und ein atemberaubendes Panorama von der Zugspitze bis ins Karwendel. Mehr davon!

Blitzeis: Auto stürzt in Fluss

Achtung, Blitzeis! Nachts liegen die Temperaturen oft nur um den Gefrierpunkt – auch am Wochenende wurden viele Autofahrer von spiegelglatten Straßen überrascht. Einen riesigen Schutzengel hatten eine Mutter und ihre Tochter (13) in Stadtsteinach (Oberfranken): Bei Glatteis hatte die 35-Jährige die Kontrolle über ihr Auto verloren und war in die eiskalte Steinach gestürzt. Der Fluss riss den Wagen 150 Meter mit, bis er im Wasser an einem Metallpfosten hängenblieb. Die Frau und ihre Tochter kamen mit einer leichten Unterkühlung davon.

Nordbayern steht unter Wasser

Erst der Schnee, jetzt die Flut! In Nordbayern, vor allem in Franken, herrscht Hochwasseralarm. In Unterfranken und Mittelfranken stiegen die Flusspegel nach dem Dauerregen in kürzester Zeit an, viele Felder und Wiesen stehen unter Wasser. Überschwemmungen meldeten auch die Regionen an den nördlichen Donauzuflüssen Wörnitz und Altmühl, entlang der Aisch und nahe des Mains. Viele Pegelstände der Flüsse erreichten am Samstag die höchste Warnstufe vier – besonders betroffen waren die Bereiche Schwabach und Erlangen.

In Oberfranken musste die Feuerwehr am Wochenende unzählige vollgelaufene Keller auspumpen, viele Straßen waren wegen der Wassermassen unpassierbar. Am kritischsten war die Lage im Landkreis Bamberg: Innerhalb von nur zwei Tagen war der Pegel des Flusses Itz auf die doppelte Höhe angeschwollen! Mehrere Ortsverbindungs-Straßen, Brücken und Fußgängerunterführungen waren überschwemmt und mussten von der Polizei gesperrt werden. Auch die Autobahn A 73 traf es schlimm: In Richtung Erfurt musste wegen Überschwemmung die Anschlussstelle Breitengüßbach-Mitte gesperrt werden, auf Höhe der Abfahrt war nur noch ein Streifen befahrbar.

Entwarnung ist nicht in Sicht: Weil das Tauwetter anhält und weiterer Regen angekündigt ist, rechnen die Behörden damit, dass die Flusspegel in den nächsten Tagen weiter anschwellen.

Schwer wie Beton

Die hohen Temperaturen machen vor allem Wege über steile Wiesen gefährlich – besonders jene Grashänge, die relativ tief gelegen und direkt der Sonne ausgesetzt sind: Hier können verstärkt Nassschnee­lawinen abgehen. Wer in diese betonschweren Massen gerät, der hat kaum eine Überlebenschance.

Gefährlich kann es sogar mitten in der Stadt werden: So kam in Kelheim ein 67-Jähriger zu Tode, als vom Dach eines Seniorenheims eine Schneelawine herunterkrachte und Teile eines Baugerüstes abriss. Der Rentner wurde von den Gerüstteilen so schwer am Kopf verletzt, dass er am Unfallort starb.

Christina Schmelzer

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Kein Mord! So reagiert Opfer-Mutter auf Urteil nach Kreissägen-Attacke
Kein Mord! So reagiert Opfer-Mutter auf Urteil nach Kreissägen-Attacke

Kommentare