Abteilungsleiter „schockiert“

Gebrauchtes Kondom in Umkleide gefunden: Sportverein gerät unter Verdacht

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Sie haben die Turnhalle angeblich vermüllt und beschädigt zurückgelassen, nun gibt es Konsequenzen für die Basketballer vom Tu S Geretsried (Symbolbild).

Die Aufregung ist groß: Die Stadt Geretsried hat ein Hallenverbot gegen die Basketballer verhängt - der Trainer hält das für eine „Frechheit“.

Geretsried – Die Basketballer des TuS Geretsried sind verärgert und enttäuscht. Weil sie die Turnhalle der Adalbert-Stifter-Mittelschule Ende Februar angeblich vermüllt und beschädigt zurückgelassen haben, erhält die gesamte Abteilung einen Monat lang, vom 3. März, bis 3. April, Hausverbot in allen städtischen Hallen. Für die Sportler ist das eine drastische Strafe. Die Stadt Geretsried wiederum spricht von „gravierenden Verstößen gegen die Hausordnung“, die einfach nicht akzeptabel seien, zumal es schon öfter Probleme in dieser Hinsicht gegeben habe.

Die Herren, die in der Bezirksliga spielen, waren am Samstag, 26. Februar, abends die Letzten in der Halle. Die Ersten am Sonntag waren die Badminton-Spieler des TuS. Ordnungsgemäß dokumentierten sie die vorgefundenen Mängel und leiteten sie an die Stadt weiter. Beate Mews vom Sportamt fand am Montag einige recht unappetitliche Fotos auf ihrem Schreibtisch, unter anderem von einem benutzten Kondom in einer Umkleide. Des Weiteren war der Hallenboden von Ballabdrücken verschmutzt, ein Loch wurde in der Decke entdeckt, und der Eintrag ins Belegungsbuch samt Protokoll über den Zustand der Halle fehlte.

Basketball-Trainer: „Das wird uns willkürlich angelastet. Das ist eine Frechheit“

Der letzte Punkt ist der einzige, den Herren-Trainer Thomas Martin als Versäumnis seines Teams einräumt. Alles andere sei nicht auf die Basketballer zurückzuführen, beteuert er. „Das wird uns willkürlich angelastet. Das ist eine Frechheit“, beschwert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Loch bestehe zum Beispiel schon lange und der Boden wird seiner Erfahrung nach nie feucht gewischt, sondern sei immer schmierig und schmutzig. „Warum sollten wir das alles jedes Mal auflisten?“, fragt er.

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Durch das Nutzungsverbot werde die gesamte Basketball-Abteilung mitten im Spielbetrieb lahmgelegt – „ein Riesennachteil, gerade in der heißen Phase des Abstiegskampfes“, so der Trainer. Zum Heimspiel musste seine Bezirksliga-Mannschaft am vergangenen Samstag bereits auf eine Halle in Bad Tölz ausweichen. Betroffen seien auch der Kinder- und Jugendbereich, dem das Training untersagt werde, was unbegreiflich sei, so Martin. „Verstehen kann diese Entscheidung niemand, zumal die Abteilung wirklich alles daran setzt, in einer ordentlichen Halle ihre Sportart ausüben zu dürfen.“

TuS-Basketballer würden keine „Kondome herumliegen lassen “

Abteilungsleiter Stefan Kissel zeigt sich „schockiert“, dass jetzt alle Mitglieder bestraft werden. Eine Abmahnung hätte in seinen Augen genügt. „Es ist unmöglich, vor jedem Spiel oder Training alle Räume und die Halle zu inspizieren, ob irgendetwas nicht sauber oder kaputt ist“, sagt er. Für seine Abteilung lege er die Hand ins Feuer, dass die Ballsportler nicht einfach ein Loch in die Decke werfen oder Kondome herumliegen lassen würden. Basketbälle seien in der Regel auch nicht dreckig, da sie nur in der Halle benutzt würden. Von Handballern wisse er, dass sie ihre Bälle für einen besseren Griff mit Harz einreiben würden.

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Kissel erinnert daran, dass seine Abteilung vor Kurzem auf eigene Kosten neue Körbe angeschafft habe. „Wir schauen darauf, dass alles in Schuss bleibt, auch wenn die Mittelschul-Turnhalle alt und recht ungepflegt ist.“ Er habe das Gefühl, dass die Stadt mit dem Hausverbot ein Exempel statuieren wolle.

Stadt hält an temporärem Hausverbot für TuS-Basketballer fest

Dem widerspricht der Pressesprecher der Stadt, Thomas Loibl. Das Sportamt habe den Vorfall mit Bürgermeister Michael Müller besprochen. Beide seien sich einig gewesen, dass die Verstöße gegen die Hausordnung nicht einfach hingenommen werden könnten. Die Stadt folge hier einem Beschluss des Ausschusses für Jugend, Soziales, Kultur und Sport vom Januar 2016, wonach Beleger der städtischen Hallen bei einer Missachtung der Hausordnung mit Konsequenzen rechnen müssten, je nach Situation auch mit einem temporären Hausverbot.

Baukosten in Höhe von zirka 10,6 Millionen Euro: Geretsried bekommt endlich eine Dreifachhalle

„Selbstverständlich ist weder dem Sportamt noch dem Bürgermeister daran gelegen, einem unserer Vereine zu schaden“, betont Loibl. Trotzdem müssten sich die Vereine ihrer Verantwortung für die von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Sportstätten bewusst sein. Schließlich würden diese auch von anderen genutzt. Am Betretungsverbot für die Basketballer werde die Stadt festhalten. Bürgermeister Müller habe aber den TuS-Verantwortlichen einen Gesprächstermin im Rathaus angeboten. 

tal

Ein tragischer Unfall hat sich in einem Altenheim in Erding ereignet: Dort kam eine 99-jährige Bewohnerin bei einem Feuer ums Leben, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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