Veganerin aus Überzeugung  

Diese Geretsriederin lebt seit 30 Jahren ohne Herd: Sie schwört auf Rohkost

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Guten Appetit: Bei Regina Rau kommen nur vegane und ungekochte Lebensmittel auf den Tisch. 

Regina Rau hat keinen Herd in der Küche. Sie braucht ihn schon seit gut 30 Jahren nicht mehr. Denn die Geretsriederin lebt ausschließlich von Rohkost und vorwiegend davon, was in der Bergwelt des Oberlands im Wald und auf der Wiese wächst.

Geretsried – Ihre „Brothe“ sind in der Rohkost-Küche einzigartig und unter Gleichgesinnten beliebt. Es ist ein Kunstbegriff aus „Brot“ und „roh“. Regina Rau trocknet Wiesengras und macht daraus ein gehaltvolles Grundnahrungsmittel, das nährstoff- und vitaminreich ist. Die 58-Jährige bietet Wildkräuter- und Rohkost-Zubereitungskurse an und organisiert jährlich einmal den „Frohkostgipfel“ auf einer Berghütte im Alpenraum.

Jede freie Minute nutzt Regina Rau in der Natur. Sie ist häufig allein in den Bergen unterwegs. Sie schläft sommers wie winters im Schlafsack unter freiem Himmel und badet in eisigem Gewässer. Sie nimmt keinen Proviant mit. „Ich sammle, was ich Essbares finde, und trinke Wasser, wo es eins gibt.“ Sie sagt, sie findet auf diesen Touren durch Wald und Flur alles, was sie zum Leben braucht und dazu Ruhe vom schnelllebigen Alltag.

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Das Raygras, ein Süßgras, das Kühe sehr gerne fressen, gibt es in circa 250 Arten in Deutschland, weltweit sogar 16.000, erklärt die Kräuterexpertin. In der kleinen Küche in ihrer Wohnung in Geretsried presst sie das Gras zu einem hochkonzertierten, dunkelgrünen Saft. Er riecht nach Almwiese und schmeckt wie Spinat. „Wenn der Mensch Pflanzen isst, dann ist er auf der grünen Seite.“ Nach diesem Leitsatz lebt Regina Rau seit 1987, seit ihr Sohn Baris in der Türkei zur Welt kam. Damals arbeitete sie als Wirtschaftsinformatikerin bei BMW. „Arbeit, Fernsehen, Bett“ – mehr sei nicht mehr drin gewesen, erinnert sie sich. Gesundheitlich ging es bergab. „Ich funktionierte nur noch wie eine Maschine.“ Dann kam der Zusammenbruch, und einherging die Erkenntnis. Regina Rau bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Fleisch weg, Eier weg und schließlich konsequent alle tierischen Stoffe weg.“

Heute kennt die überzeugte Veganerin die Geheimnisse um die Heuwiesenkräuter und das reine Quellwasser. Sie weiß, welche Nährstoffe, Vitamine und Heilwirkungen die Natur hergibt. „Mit meinen ,Gras-Brothen‘ müsste theoretisch niemand mehr auf der Erde hungern“, sagt sie. Rau entwickelt schmackhafte Rezepte. „Lebensquell Frohkost“ heißt ihre Rezepte-seite im Internet. Dort findet man Knödelgerichte bis Pizzas – alles frisch oder getrocknet zubereitet, aber nie gekocht. Seit 2011 organisiert sie den „Frohkostgipfel“. Heuer erstmals zusammen mit der bekannten Musikerin und überzeugten Veganerin Barbara Lexa. Dort lernen die Teilnehmer Wildkräuter erkennen und sammeln. Sie bereiten gemeinsam ihre Frohkostmahlzeiten zu und wandern fünf Tage durch die grandiose Natur der alpenländischen Bergwelt. 

Frohkostgipfel

Der nächste „Frohkostgipfel“ findet von 18. bis 22. Juli im Bergmassiv Rosengarten in den Dolomiten in Südtirol statt. Anmeldung per E-Mail unter regina.rau@gmx.net oder post@barbara-lexa.de. Weitere Informationen zur Rohkostküche von Regina Rau unter www.regina-rau.de. web

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