Sicherheitskonferenz 

Geretsrieder Polizei meldet leichten Anstieg von Straftaten

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Sicherheitskonferenz in der Geretsrieder Polizeiinspektion: (v. li. gegen den Uhrzeigersinn) Leni Gröbmaier, Anton Demmel und Michael Müller (Bürgermeister von Dietramszell, Königsdorf beziehungsweise Geretsried), Stephanie Dickel (Fachbereichsleiterin Bürgerservice der Stadt Geretsried), Andreas Wannek (Fachbereich Bürgerservice der Stadt Geretsried), Andreas Gremler (Abteilung Verkehr der PI), Franz Schöttl (Dienststellenleiter der PI Geretsried), Emanuel Luferseder (Stellvertretender Inspektionsleiter) und Madeleine Halemba (PI Geretsried). 

Einmal im Jahr treffen sich Vertreter der Polizei sowie der Kommunen Geretsried, Dietramszell und Königsdorf, um sich über die Sicherheitslage auszutauschen.  

Geretsried– Die schlechte Nachricht vorweg: Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Polizeiinspektion Geretsried 1370 Straftaten – 96 mehr als im Jahr zuvor – in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Dies bedeutet eine Steigerung um 7,5 Prozent. Die gute Nachricht: Geretsrieds Ordnungshüter ermitteln erfolgreich. Laut Polizeihauptmeisterin Madeleine Halemba konnte „die Aufklärungsquote von 62,2 Prozent (2017) auf erfreuliche 69,7 Prozent verbessert werden“.

Diese und weitere Zahlen präsentierten die Beamten während einer Sicherheitskonferenz, zu der Geretsrieds Polizeichef Franz Schöttl die Bürgermeister der drei im Zuständigkeitsbereich seiner Inspektion liegenden Kommunen geladen hatte: Michael Müller (Geretsried), Leni Gröbmaier (Dietramszell) und Anton Demmel (Königsdorf) waren ebenso erschienen wie leitende Angestellte der Verwaltung. Sie alle diskutierten mit Vertretern der Dienststelle über die Kriminalitätsentwicklung und aktuelle Sicherheitsthemen.

+++ Großlage in der Nacht: Schüsse in Geretsried: Polizeieinsatz - Person durch Schuss verletzt

Die Häufigkeitszahl – sie ermöglicht den Vergleich von unterschiedlich großen Kommunen in Relation zur Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung – lag bei 4098 pro 100 000 Einwohner. Halemba: „Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 288.“ Ebenfalls bemerkenswert: Die Rauschgiftdelikte nahmen enorm zu. 144 Fälle im Vergleich zu 92 (2017) bedeuten einen Anstieg um 56,5 Prozent. Auf dem Vormarsch waren überdies Gewalt- und Rohheitsdelikte mit Steigerungsraten von jeweils 20 Prozent. Die Geretsrieder Beamten schnappten im Vorjahr 753 Tatverdächtige, und die werden immer jünger: Der Anteil der Minderjährigen und Heranwachsenden kletterte hier von 127 (2017) auf 189.

Drei Vorkommnisse stufte die Polizei als auch für sie besonders ein. Zum einen war das der Brand des Wohn- und Geschäftshauses an der Sudetenstraße in der Silvesternacht 2017/18. Ebenso in Atem hielt die Beamten Ende März ein Vorfall im städtischen Obdachlosenheim. Dort bedrohte eine 33-jährige Bewohnerin eine Frau und deren Sohn (13) mit vorgehaltener Waffe. „Beim Eintreffen der Polizei schoss die Frau unvermittelt mit einer Schreckschusspistole aus ihrem Zimmer in Richtung der Beamten“, erinnerte Madeleine Halemba an diesen Tag. Erst nach mehreren Stunden hätten Spezialeinsatzkräfte der Polizei die Frau festnehmen können.

Gefährlich wurde es für die Polizei selbst nach der Sonnwendfeier der Egerländer Gmoi am 23. Juni 2018, als ein pöbelnder Jugendlicher einen Masskrug auf einen Beamten warf. Der 19-Jährige muss sich aktuell wegen versuchten Totschlags vor dem Münchner Landgericht verantworten (siehe Seite 1).

Etwas Statistik zur Verkehrslage im Vorjahr hatte Andreas Gremler parat. Dem Verkehrsexperten der PI zufolge erhöhte sich die Zahl der Unfälle im Inspektionsbereich von 873 (2017) auf 922. Bei 18 Prozent der registrierten Verkehrsunfälle kamen Menschen zu Schaden, darunter waren drei Tote. Hauptunfallursachen waren mit 273 Fällen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren. Auf Platz zwei folgten 167 Vergehen in Sachen ungenügender Sicherheitsabstand.

peb

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