Pfusch am Bau in Grünwald

Gerichtszoff um Sammers Pool! Klage gegen Baufirma

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In ihrem gepflegten Garten gibt es Ärger wegen der verlegten Steine. Matthias und Karin Sammer zogen deshalb vor Gericht.

München - Pool-Ärger für Matthias Sammer (48)! Im Garten des Sportvorstandes des FC Bayern wurden Steinplatten offenbar falsch verlegt. Deshalb ziehen die Sammers nun vor das Landgericht.

Um es im Garten gemütlich zu haben, ließ der Sportvorstand des FC Bayern rings um den Pool, auf der Terrasse, vor dem Grillhaus und auf den Wegen seines Anwesens in Grünwald hellen, warmen Naturstein verlegen – sogenannten Dietfurter Kalkstein. Doch die Freude währte nicht lange; die Platten überstanden den Winter nicht, sprangen und bekamen hässliche Flecken. Nun zogen die Sammers vor das Landgericht München I.

Bei diesem Beweisverfahren werden die Fakten gesichert. Wenn das Verfahren abgeschlossen ist, werden Matthias Sammer und seine Frau Karin Klage gegen die beauftragte Firma für Garten- und Landschaftsbau erheben, falls diese sich nicht anderweitig zu einer Beseitigung der Schäden bereit erklären sollte. Das hat Sammers Anwalt Karlgeorg Stork bereits angekündigt. Die Gartenbaufirma wiederum will nun den schwarzen Peter an den Stein-Lieferanten aus Franken weiterreichen, weil er das falsche Material geliefert haben soll. Ein Naturstein-Sachverständiger hat inzwischen ein Gutachten erstellt und kommt zu dem Schluss: Alle Platten müssen ausgetauscht werden. Schuld an dem Stein-Desaster bei Familie Sammer ist fehlerhaftes Verlegen der Platten.

Karin Sammer vertrat die Familie vor Gericht.

Am Donnerstag hatte nun der Gutachter, Steinmetz- und Steinbildhauermeister Oliver Riedl, das Wort. Die Firma für Garten- und Landschaftsbau hatte einen ganzen Katalog an Fragen vorbereitet, die er beantworten musste. Dem Ehepaar Sammer war es wichtig, dass die Platten im Garten frostsicher sind. Daraufhin legte man ihnen den Dietfurter Kalkstein gala ans Herz. Dieser sei allerdings auch nicht 100-prozentig frostbeständig, sagte Riedl. „Der Jura-Kalkstein ist grenzwertig.“ Darüber müsse man den Kunden informieren. Dennoch sieht er das nicht als Hauptproblem an: „Auch bei bester Qualität wären bei dieser Verlegung Probleme entstanden.“ Oberste Prämisse sei nämlich: Es dürfe auf keinen Fall Staunässe entstehen. „Sonst liegt der Stein im Wasser und kann auffrieren.“

Genau das ist in Sammers Garten passiert – gerade um den Swimmingpool herum. Denn dort besteht der Untergrund nicht aus Kies, durch den das Wasser versickern kann, sondern aus Beton. „Da wird das Wasser eingesperrt“, erklärt Riedl. Zwar hätten die Gartenbauer Drainage-Matten verlegt, aber auch diese Ausführung sei mangelhaft. Man hätte eine Rinne bauen müssen. „Wenn man falsch verlegt, funktioniert’s halt nicht“, brachte es Sammers Anwalt Stork auf den Punkt. Die Folge: Abplatzungen, Risse und Verfärbungen, die sich kontinuierlich verschlimmern. Mehr als die Hälfte der Platten ist hinüber. Einer der Anwälte des Steinlieferanten schätzt den Schaden auf rund 100.000 Euro. Nun muss der Gutachter bis Oktober die Sanierungskosten zusammenstellen. Im Dezember soll es einen Fortsetzungstermin geben.

Matthias Sammer war selbst nicht zum Gerichtstermin erschienen, dafür seine Frau Karin. Hat sie sich über die kaputten Platten geärgert? „Na ja, darüber freut sich niemand“, sagt sie.

Nina Gut

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