Ein Täter ist auf der Flucht

SEK-Einsatz gegen Germeringer Geldautomaten-Sprenger: Jetzt ermittelt sogar die Mordkommission

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Rechts der Audi, mit dem die Täter die umstellenden Polizeifahrzeuge wegschieben wollten.

Mittwochnacht vergangener Woche haben zwei Täter in Germering versucht, einen Geldautomat zu sprengen. Das SEK nahm die Bande in einer spektakulären Aktion fest. Jetzt ermittelt sogar die Mordkommission.

  • Video vom Tatort in Germering
  • Zwei Täter wollten Mittwochnacht einen Geldautomaten in Germering sprengen.
  • Die Polizei konnte früh genug eingreifen.
  • Drei weitere Verdächtige wurden in einer Wohnung in Gilching festgenommen.
  • „Wir reden von Tatverdächtigen, die hochkarätig Polizei erfahren sind“, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins auf einer Pressekonferenz.
  • Gegen die Tatverdächtigen wurde Untersuchungshaft angeordnet.
  • Gegen die Tatverdächtigen wird nun versuchten Mords sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt - durch die Mordkommission.

Update vom 22. Oktober 2018, 15.56 Uhr:

Die Polizei nennt neue Details zur aufsehenerregenden Festnahme der Germeringer Geldautomaten-Sprenger. Demnach wurde ein SEK-Beamter bei der versuchten Flucht der Männer mit einem hochmotorisierten Audi eingeklemmt und verletzt. Auch zwei seiner Kollegen trugen Blessuren davon. Die Täter hatten versucht, mit dem Audi RS 5 die umstellenden Polizeifahrzeuge zur Seite zu schieben. Dabei hatte sich für die Polizisten eine hochbrisante Situation ergeben, sie wurden verletzt.

Aufrund der aktuellen Ermittlungslage (Zufahren auf Polizeibeamte) ermittelt die Polizei nun wegen versuchten Mords sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Mordkommission hat den Fall übernommen.

Update vom 20. Oktober 2018, 9.40 Uhr: Ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch kam es in einem Mehrfamilienhaus in Gilching zu einem spektakulären SEK-Einsatz. Dort wurden mutmaßliche Komplizen der Tatverdächtigen von Germering festgenommen. Ein Einwohner erzählt, wie er die Nacht erlebte

Update vom 19. Oktober 2018, 12.18 Uhr: Die Polizei veröffentlichte am Freitag neue Details zum Fluchtversuch der Tatverdächtigen. Der 27-jährige Verdächtige versuchte, mit einem Audi RS 5 zu flüchten. Der Versuch gelang nicht, da das Auto von vorne und hinten durch Polizeiautos eingekeilt war. Dem Fahrer gelang es dennoch, diese Autos mit dem hochmotorisierten Fluchtauto zu verschieben. Drei Polizisten wurden dabei verletzt. Da laut Polizei die Gefahr bestand, „dass dem 27-Jährigen die Weiterfahrt gelingen und er bei seiner Flucht weitere Personen gefährden und schädigen könnte“ wurden insgesamt 29 Schüsse auf das Auto abgegeben. Der Tatverdächtige wurde durch zwei Schüsse im an der linken Schulter verletzt. 

Ermittlungen nach versuchter Sprengung eines Geldautomat dauern an

Die Ermittlungen werden „noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen“, so die Polizei. Grund dafür seien notwendige Abklärungen im In- und Ausland.

Bande will Geldautomat sprengen: Untersuchungshaft für Tatverdächtige

Update 16.45 Uhr: Die vier Tatverdächtigen, die bei einer spektakulären Polizei-Aktion festgenommen worden sind, müssen in Untersuchungshaft. Ein Richter habe am Donnerstag in München Haftbefehle gegen die Verdächtigen erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Behörde wirft zwei Männern und zwei Frauen unter anderem schweren Bandendiebstahl und die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor.

Update vom 18. Oktober 2018, 14.35 Uhr: Ein Richter soll noch heute entscheiden, ob die vier Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen. Dies teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts München mit. Die Staatsanwaltschaft München I wirft den mutmaßlichen Tätern unter anderem schweren Bandendiebstahl und die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor.

Anwohner wurden von Schüssen und Schreien geweckt

Update 17.52 Uhr: Bettina Schönitz kann es immer noch nicht fassen, was sich direkt gegenüber ihrer Wohnung am Kleinen Stachus abgespielt hat. Um 2.30 Uhr werden die Germeringerin, ihre Tochter sowie die Enkel von Schüssen aus dem Schlaf gerissen. Vor ihrem Fenster sieht sie das Chaos: Ein schwarzer Audi hängt an einer Laterne, abgedrängt von einem dunklen Transporter. Vor der Spardabank liegt die Stoßstange des Audi neben einem abgeknickten Verkehrsschild.

Schönitz wusste nicht, was los war. „Das realisiert man in dem Moment nicht“, sagt sie. Erst später erfährt sie, dass dort Schwerkriminelle den Geldautomaten in die Luft jagen wollten. „Ich möchte gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie den Automaten wirklich gesprengt hätten.“

„Ich habe Schüsse und Schreie gehört“, sagt ein weiterer Anwohner. Aus dem Fenster sah er vermummte Einsatzkräfte und einen Schwerverletzten am Boden. Es war einer der Täter.

Bettina Schönitz hat den Eingang der Bank von ihrem Fenster aus im Blick.

Germering: Polizei sucht mit einem Hubschrauber nach flüchtigem Täter

Update 17.34 Uhr: Die aufgeflogenen Auto-Bomber sollen seit 2017 in vier Fällen knapp 900.000 Euro erbeutet haben. Bei der Jagd auf den noch flüchtigen Täter ist auch ein Polizeiheli im Einsatz. Einer der drei verletzten Polizisten erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch, als die flüchtigen Täter ihn anfuhren.

Update 17.15 Uhr: Markus Kraus, früherer Chef der Mordkommission, war Leiter des spektakulären Einsatzes in Germering: „Wir haben es mit einer hochprofessionellen, international tätigen Gruppierung zu tun.“ Bei ihrer Flucht würden die Täter vor nichts zurückschrecken, sogar Tote und Schwerverletzte in Kauf nehmen.

Nach tz-Informationen handelt es sich in den meisten Fällen um Marokkaner, die in den Niederlanden leben und von dort ins Ausland strömen. Im Nachbarland hat sich in den vergangenen zehn Jahren eine hochaktive Automatenknackerszene entwickelt. Weil in den Niederlanden Geldautomaten aber immer sicherer werden, weichen die Bomber nach Deutschland aus.

Kenner der Szene sprechen von einem riesigen Geflecht. Banden, wie sie jetzt in Germering auftraten, seien nur ein Bruchteil des Konstrukts. Mit den steigenden Fallzahlen wächst in Deutschland nun der Druck auf Banken und Automatenhersteller.

Pressekonferenz der Polizei zum Großeinsatz in Germering

11.31 Uhr: „Beim Kommissariat 51 vom Präsidium München ist ein Ermittlungsverfahren anhängig, wir hatten ja schon zurück liegend zwei kleinere Serien von Geldautomatensprengungen im Bereich des Präsidiums München. Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens sind Anhaltspunkte entstanden, dass eine Tätergruppierung mit einer unbekannten Anzahl von Personen nach München kommen möchte und hier in München entsprechende Taten durchführen wird“, erklärte Markus Kraus von der Polizei München, verantwortlicher Einsatzleiter.

11.32 Uhr: „Aufgrund dessen haben wir hier operative Maßnahmen aufgesetzt und durch diese operativen Maßnahmen ist es uns letztlich gelungen, Anhaltspunkte dafür zu kriegen, dass eine Tat stattfinden wird. Nachdem es sich bei dieser Gruppierung um Personen handelt, die sehr professionell vorgehen, auch mit hochmotorisierten Fahrzeugen unterwegs sind und insbesondere keine Rücksicht auf Verluste nehmen - weder auf Polizeibeamte noch auf unbeteiligte Bürger“, so Kraus. Daher seien Spezialeinheiten eingesetzt worden.

11.33 Uhr: Der Zugriff fand daraufhin um 2.30 Uhr in Germering statt. Es habe sich abgezeichnet, dass es zu einer Geldautomatensprengung kommen soll.

11.34 Uhr: „Es ist gelungen die Sprengung zu verhindern, das war unser Ziel“, so Kraus. „Weil wir bei diesen Sprengungen nie kalkulieren kann.“ Es konnte ein Tatverdächtiger am Tatort festgenommen werden, ein weiterer Verdächtiger konnte flüchten - zu Fuß. „Es wurde versucht, das hochmotorisierte Fluchtfahrzeug so abzudecken, dass es nicht wegfahren kann.“ Dem tatverdächtigen Fahrer sei es gelungen, sich mit dem Auto aus der Verkeilung zu befreien. „Es ist auf Polizeibeamte zu gefahren worden.“

11.35 Uhr: Ein Polizeibeamter wurde dabei verletzt. Daraufhin sei es zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch gekommen. Dabei wurde der Täter verletzt. „Es handelt sich hierbei um eine Schussverletzung im Schulterbereich“, so Kraus. Die Person sei nicht in Lebensgefahr. „Im Zuge dessen sind zwei weitere Polizeibeamte verletzt worden“, sagte Kraus. 

11.36 Uhr: Eine Wohnung in Gilching sei als Basis genutzt worden. Dort wurden eine 17 und eine 19 Jahre alte Frau sowie ein 47-jähriger Mann festgenommen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass sie in der Logistik und im Ausspähen von Banken beteiligt waren“, erläutert Kraus. Zum flüchtigen Tatverdächtigen sei derzeit keine Öffentlichkeitsfahndung geplant. 

11.37 Uhr: Derzeit wurden vier Beschuldigte festgenommen, die morgen dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden sollen. Der Tatvorwurf: Versuch des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie ein versuchter schwerer Bandendiebstahl. Laut Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, handele es sich um einen dynamischen Vorgang. „Schlussfolgerungen in rechtlicher Hinsicht können derzeit noch nicht getroffen werden“, so Heidenreich. Derzeit würden Vernehmungen laufen.

11.42 Uhr: Eine Frage nach der Schussabgabe: „Das ist derzeit Stand der Ermittlungen, daher können wir noch nichts dazu sagen“, die Vernehmungen des LKAs würden noch kaufen. 

11.43 Uhr: Die Gruppe wurde bereits observiert. „Wir gehen davon aus, dass sie sich schon seit Montag vor einer Woche in München oder Umland bewegt haben und Ausspähversuche unternommen haben“. Was zurück liegende Taten betreffe: „Es gibt Bezüge zur Serie, die im Mai 2018 statt gefunden haben. Was 2017 betrifft, müssen weitere Ermittlungen zeigen“

11.45 Uhr: „Wir reden von Profis“. Und: „Wir haben es mit der Champions League zu tun“, warf Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins ein. „Wir reden von Tatverdächtigen, die hochkarätig Polizei erfahren sind.“ Es handele sich um Profis, „die beim leisesten Verdacht, dass eine polizeiliche Maßnahme läuft, sofort abbrechen und fahren“, so da Gloria Martins. „Das Thema ist sehr komplex und erfordert seitens der Polizei sehr viel Professionalität der Polizei, um einen solchen Zugriff durchzuführen“. 

11.37 Uhr: „Sind sie gefährlich?“, lautete eine der Fragen aus der Runde. „Wir reden von Leuten, die ohne Rücksicht auf Verluste das Fahrzeug einsetzen“, sagte Kraus. „Das Fahrzeug hoch motorisiert, ist extra ausgesucht, ohne Rücksicht auf Verluste zu fahren“, darauf habe man sich eingestellt.

11.49 Uhr: Es waren durchaus Profis am Werk: Auto wurde gestohlen, ebenso Kennzeichen und Austauschkennzeichen.

11.50 Uhr: Auf die Frage, ob die Nationalität der Verdächtigen genannt werden kann, antwortete Kraus: „Das möchte ich eben nicht“- um den Fahndungserfolg nicht zu gefährden. 

11.52 Uhr: „Es ist wirklich gut gelaufen“, so da Gloria Martins.

11.55 Uhr: „Wie viele Schüsse, muss man noch klären, das müssen die Ermittlungen klären“, so Kraus.

11.56 Uhr: Bei dem Fluchtauto handele es sich um einen Audi RS 5 Quattro, schwarz. „Wo der gestohlen wurde, sage ich nicht, da das Rückschlüsse zulassen würde“, sagte Kraus.

11.57 Uhr: Fünf Autos seien kaputt gegangen: drei seien eingeschränkt fahrbereit, zwei gar nicht mehr fahrbereit.

11.58 Uhr: „Wir sind mit dem Einsatz zufrieden“, sagte Kraus. 

11.59 Uhr: „Wir gehen davon aus, dass es eine Art Stützpunkt war“, sagte Kraus in Hinblick auf die Wohnung in Gilching.

Germering - Zwei Täter haben Mittwochnacht gegen 2.30 Uhr versucht, einen Geldautomaten an der Otto-Wagner-Straße in Germering zu sprengen. Die Polizei erwischte die beiden, bevor es zur Sprengung kam. Ein Täter wollte nach ersten Informationen mit einem Auto flüchten, wurde aber durch ein Polizeiauto eingekeilt. Offenbar hat der Täter noch einen Polizisten angefahren.

Täter wollen Geldautomat in Gemering sprengen: Ein Täter ist auf der Flucht

Beim Zugriff durch die Polizei sind nach ersten Informationen mehrere Schüsse gefallen. Der zweite Täter ist zudem auf der Flucht. Bei dem Fluchtauto soll es sich um einen Audi RS 5 mit rund 450 PS handeln.

In Gilching sind drei weitere Mitglieder der Bande festgenommen worden. Die Gruppe wurde schon länger von der Polizei beobachtet. Laut Polizei handelt es sich um Täter, die aus dem Ausland nach München und ins Umland kommen, um solche Taten zu begehen. Ob die Täter bewaffnet waren, ist unklar.

Video vom Tatort in Germering

Großeinsatz der Polizei in Germering

Auf dem Vorplatz der Bank bietet sich ein chaotisches Bild: die Stellen, an denen Hülsen der abgegebenen Schüsse gefunden wurden, sind gelb markiert. Sieben Autos stehen vor der Bank, teilweise quer und über den Vorplatz verteilt. 

Es sind vier Personen festgenommen worden, dazu zählt auch der Angeschossene. Drei davon sind in einer Wohnung in Gilching gefasst worden. Die Wohnung hatten die Ermittler schon länger im Visier. Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins sagte, dass man es hier mit einer hochprofessionellen Tätergruppierung zu tun habe. Um 11.30 Uhr soll es eine Pressekonferenz geben.

Der Tatort ist derzeit abgesperrt, ein Sichtschutz ist aufgestellt. Experten des Landeskriminalamts sichern Spuren.

Gasflaschen am Tatort in Germering gefunden

Nach ersten Informationen wurden am Tatort Gasflaschen sichergestellt. Ein durchaus bekannte Methode, bei der Gas in die Automaten geleitet und im Anschluss mit Hilfe einer Lunte gezündet wird.

Mit Material der dpa.

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