Testament von Bürgern

Stadt Germering erbt in Millionenhöhe - doch es gibt einen Haken

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Über gleich zwei Erbschaften kann sich die Stadt Germering freuen.

Mehrere 100 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr vererbt. In der Regel bleibt das Geld in der Familie. Findet sich kein Erbe, muss der Freistaat den Nachlass annehmen. Kommunen erben nur recht selten. Um so mehr freut man sich in der Germeringer Kämmerei über gleich zwei Erbschaften für die Stadt.

Germering – In punkto städtische Finanzen ist René Mroncz ein alter Hase. Seit 18 Jahren arbeitet er in der Kämmerei. Und seit sein Vorgänger Günther Gaillinger sich Ende 2015 in den Ruhestand verabschiedete, ist Mroncz sogar der Chef der Stadtkasse. Dass Germeringer Bürger ihrer Stadt etwas hinterlassen hat der Finanzexperte jahrelang nicht erlebt. Doch die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel. Gleich zwei Germeringer Bürger haben ihrer Heimatstadt in den vergangenen zwei Jahren beachtliche Erbschaften hinterlassen – in Millionenhöhe.

Verwendungszweck festgelegt: Germering erbt rund eine Million Euro

Wer die spendablen Erblasser waren, darf René Mroncz natürlich nicht verraten. Nur so viel: Erbschaft Nummer eins kam von einer älteren Germeringerin. Sie hinterließ der Stadt eine Immobilie im Wert von einer knappen Million Euro. Die soll laut Testament verkauft werden. Der Erlös ist dem letzten Willen zufolge für die Altenpflege zu verwenden. Mögliche Löcher im Haushalt kann Stadtkämmerer Mroncz damit also nicht stopfen.

Wie das Geld verwendet wird, ist noch nicht klar. „Wir haben noch keinen Zweck gefunden“, sagt Mroncz. Denn die Stadt betreibe selbst kein Altenheim. Denkbar wäre laut Stadtkämmerer etwa eine Verwendung für Wohnungen für ältere Menschen.

Rütteln könne man am Verwendungszweck nicht. So will es das Gesetz. „Durch das Testament ist die Stadt rechtlich verpflichtet, das Erbe so zu verwenden“, sagt Mroncz. Der Nachlassverwalter habe sich auch schon bei der Stadt erkundigt, ob es bereits konkrete Pläne gebe.

Frau hinterlässt Germering Wohnung - und Geld

Deutlich mehr Spielraum hat die Stadt bei der zweiten Erbschaft. Auch hier hat eine Germeringerin ihren Heimatort in ihrem Testament bedacht. Eine Wohnung sowie Geld auf einem Konto hat die Frau der Stadt vermacht. Der Wert der Erbschaft müsse aber noch ermittelt werden. Einen Verwendungszweck hat die Frau allerdings nicht vorgegeben. „Als Kämmerer freut man sich da natürlich. Das tut dem Haushalt gut“, sagt Mroncz.

Für was die Stadt das Erbe ihrer Bürgerin verwendet, steht noch nicht fest. „Wir werden Vorschläge erarbeiten“, sagt Mroncz. Entscheiden müsse dann der Stadtrat.

Bevor die Stadt die beiden Erbschaften angetreten hat, wurden diese allerdings überprüft. Denn im Gegenzug zum Freistaat, der Erbschaften immer annehmen muss, wenn sich keine anderen Nachlass-Empfänger finden, könnte die Kommune das Erbe auch ablehnen – etwa wenn ein Grundstück mit einer Grundschuld belastet ist oder zu der Erbschaft noch andere Schulden zählen. (tog)

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