Germering: Ein Jahr nach der Explosion

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Mit Gasflaschen hatte Hermann L. (88) das Haus in die Luft gesprengt und sich und seine Frau damit getötet. 200 Helfer waren im Einsatz.

Germering - Heute vor einem Jahr hat ein gewaltiger Schlag Germering erschüttert: Der 88-Jährige Hermann L. brachte sein Haus zur Explosion und tötete dadurch sich und seine 84-jährige Frau Margarethe. Wir blicken zurück.

 In der bitterkalten Nacht auf den 20. Januar wurde unmittelbar an der S-Bahnlinie in der Frühlingstraße die Nacht zu Tag gemacht: Rettungs- und Sicherheitskräfte aus der gesamten Region waren nach der Explosion zur Unglückstelle geeilt und hatten versucht, zumindest ein Umgreifen des Feuers auf die angrenzenden Wohnhäuser zu verhindern.

Recht schnell hatte sich damals herausgestellt, dass die Hausbesitzer tot unter den Trümmern liegen. Die Staatsanwaltschaft kam später zum zweifelsfreien Ergebnis, dass der Ehemann für die Explosion verantwortlich ist. Mittlerweile ist das Grundstück freigeräumt, es kann also wieder bebaut werden. Ein Antrag ist beim Bauamt aber noch nicht eingegangen.

Ein Bild der Zerstörung: So sah es damals in Germering aus

Haus in Germering explodiert: Bilder von den Bergungsarbeiten

So sieht es auf dem Grundstück heute aus.

Die Nachbarn haben die schreckliche Nacht noch bestens in Erinnerung. Manfred Wiesnet erzählt dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt: „Wenn man einen Knall hört, ist das schon noch präsent. Das wird man auch nie wieder los.“ An seinem Anwesen sind das Garagentor, ein Fenster und der Zaun demoliert worden. Wiesnet hat das tote Ehepaar gut gekannt, meint aber: „An den Spekulationen will ich mich nicht beteiligen.“ Beide sollen seit Jahren zerstritten gewesen sein.

Der Stadt sind in der Unglücksnacht Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro entstanden, auf denen sie sitzen bleibt: Es handelt sich um kaputte Sachgegenstände wie Schläuche oder Handschuhe und Leihkosten für einen Bagger, der in der Unglücksnacht zum Abräumen der Trümmer benötigt wurde. Wie Jochen Franz vom städtischen Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung berichtet, könnte man diesen Schaden nicht geltend machen, weil der Verursacher des Unglücks nicht mehr lebe.

Die Erben, entfernte Verwandte des kinderlosen Paares, könne man in diesem Fall nicht heranziehen. Und diese haben offenbar auch wenig Interesse an einer Nutzung des Areals des tödlichen Familiendramas.

Klaus Greif

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