Explosion: Ehepaar tot aus Trümmern geborgen

Germering - Dramatische Nachtstunden in Germering: Gegen 1 Uhr explodierte ein Haus in einem Wohngebiet. Polizei und Feuerwehr lösten Großalarm aus und waren mit gut 200 Rettungskräften im Einsatz. Mittlerweile wurden zwei Tote geborgen.

Ein lauter Knall schreckte die Anwohner rund um die Frühlingstraße gegen 1 Uhr am Donnerstag aus dem Schlaf. Nach ersten Erkenntnissen der Einsatzkräfte vor Ort explodierte ein Einfamilienhaus, die genaue Ursache ist noch nicht bekannt. Fest steht laut Sprecher Hans-Peter Kammerer nur, dass das Haus nicht mit Gas beheizt wurde.

Die Bilder des Unglücks

Explosion in Germering: Zwei Tote

Die beiden Bewohner des Hauses, ein älteres Ehepaar, wurden zunächst vermisst. Die enorme Hitze erschwerte die Suche nach dem 88 Jahre alten Mann und seiner vier Jahre jüngeren Ehefrau. Rettungshunde hätten deshalb kaum eingesetzt werden können, so der Einsatzleiter. Wie die Polizei später mitteilte, wurde die Leiche der Frau in den frühen Morgenstunden aus den Trümmern geborgen. Sie kam zur Obduktion und Identifikation in die Münchener Rechtsmedizin. Das Paar war den Angaben zufolge kinderlos.

Trümmerhunde durchsuchen Haus

Auf der Suche nach dem Rentner waren am Vormittag zwei speziell auf den Einsatz in Trümmern ausgebildete Rettungshundeteams der Johanniter im Einsatz. Gegen 10 Uhr schlugen die Hunde an. Nach Angaben von Augenzeugen ist auch der 88-Jährige mittlerweile in den Trümmern entdeckt worden.  Er konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

Die oberbayerische Rettungshunde-Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter wurde bereits gegen ein Uhr nachts alarmiert, um in den Trümmern des eingestürzten Einfamilienhauses nach Menschen zu suchen. Aufgrund der Hitze und der noch laufenden Löscharbeiten musste der Einsatz der Rettungshunde jedoch zunächst eingestellt werden. Um kurz nach sieben wurden die Rettungshunde erneut zur Unglücksstelle gerufen.

Bilder von den Bergungsarbeiten

Haus in Germering explodiert: Bilder von den Bergungsarbeiten

Angesichts des “brutal zerstörten“ Einfamilienhauses samt Anbau und Garage fiel es Kammerer von Anfang an schwer, an ein Überleben der Eheleute zu glauben: “Hoffnung soll man nicht aufgeben. Aber wer das Schadensbild hier vor Ort sieht, dem werden sicherlich sofort Zweifel kommen, weil hier tatsächlich dieses Haus insgesamt völlig zerstört wurde.“ Zwei Autos, die in der Einfahrt geparkt waren, lagen auch unter Schutt und Asche. “Es ist alles verwüstet.“ Auch an umliegenden Häusern ließ die Druckwelle Scheiben zerbersten und Garagentore aufdrücken.

Die Polizei löste Großalarm aus: Feuerwehren aus Germering, Unterpfaffenhofen, Fürstenfeldbruck, Geisenbrunn und Eichenau waren im Einsatz. Auf dem nahegelegenen Volksfestplatz standen mehrere Rettungswagen für den Notfall bereit. Rund 60 Anwohner wurden evakuiert und mit einem Bus ins Feuerwehrhaus Unterpfaffenhofen gebracht. 

Über der Unglücksstelle kreiste minutenlang ein Polizeihubschrauber. Dichter Qualm vernebelte die Sicht. Zur Sicherung des Unglücksortes rückte das THW Dachau an.

S-Bahn-Gleise wurden gesperrt

Die Gleise der S-Bahn-Linie S8, die direkt hinter dem Einsatzort verlaufen, wurden gesperrt, da die Wucht der Explosion Trümmer auf die Schienen geschleudert hatte. Die Streckensperrung wurde inzwischen wieder aufgehoben.

len/mm

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