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Großeinsatz in Germering

Gasvergiftung im Zirkuswagen

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Rund 30 Feuerwehrleute waren vor Ort, dazu Polizei, zwei Notärzte und zehn Rettungskräfte.

Großeinsatz am Samstagabend in Germering: Vier Kinder und eine Frau einer Zirkustruppe hatten eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Sie hatten in einem Waschwagen einen Gasofen laufen gelassen.

Germering – Eine 26-jährige Mitarbeiterin des Zirkusses aus Unterfranken, der gerade auf einer Wiese an der Augsburger Straße residiert, hatte das Unglück gegen 18.30 Uhr bemerkt: In einem Wagen mit Duschen, Toiletten und Waschbecken hatten zwei Kinder ohnmächtig am Boden gelegen. Glück im Unglück: Der Zirkus hat sein Lager genau neben der Germeringer BRK-Rettungsstelle. Die Frau brachte die beiden Kinder dort hin, wo sie sofort versorgt wurden. Zugleich wurde Großeinsatz ausgelöst.

Es stellte sich heraus, dass auch die Frau und zwei weitere Kinder der Zirkusfamilie eine Vergiftung erlitten hatten. Die 26-Jährige, ihre beiden Töchter (drei und sechs Jahre alt), ein sieben und ein acht Jahre altes Kind wurden von zehn Rettungskräften und zwei Notärzten untersucht und durch die Gabe von Sauerstoff stabilisiert. Dann kamen sie in verschiedene Krankenhäuser. Sie hatten alle nur eine leichte Vergiftung, werden aber in den Kliniken beobachtet.

Die Germeringer Feuerwehr, deren Haus ebenfalls nur einige Meter von der Wiese entfernt ist, fuhr trotzdem mit ihren Autos zum Einsatzort: Um die Wiese auszuleuchten und den schweren Atemschutz zu transportieren. Die Germeringer holten sich Verstärkung von den Kameraden aus Gröbenzell, die spezielle Messgeräte für Kohlenmonoxid haben, wie Germerings Vize-Kommandant Thomas Mayrhofer erklärt.

Dieser Heizofen sorgte in dem Waschwagen für einen überhöhten Kohlenmonoxidwert. Der Ofen wurde beschlagnahmt.

Auch die Kreisbrandinspektion war vor Ort. Zu Beginn – als das Ausmaß des Unfalls noch nicht absehbar war – war sogar eine mobile Einsatzzentrale aufgebaut worden. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden. In dieser Zeit war die Augsburger Straße gesperrt.

Die Polizei stellte fest, dass ein mit Gas betriebener Heizofen Auslöser des Austritts von Kohlenmonoxid war. Obwohl der Ofen nicht für den Betrieb in geschlossenen Räumen verwendet werden darf, hatte ihn die 26-Jährige in dem Waschwagen angefacht.

Feuerwehr und Polizei sperrten den Wagen. Der Heizofen wurde sichergestellt.

Am Rande des Einsatzes gab es einige Diskussionen der Polizei und der Feuerwehr mit Mitgliedern der Zirkusfamilie. Lange war nicht klar, wer sich in welchen Räumen aufgehalten hatte und wo der Kohlenmonoxidwert gemessen werden musste. Doch die Einsatzkräfte blieben hartnäckig, denn die Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden: Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung reichen von Schwindelgefühlen über Kopfschmerzen bis hin zur Übelkeit. Bei anhaltender Vergiftung werden außerdem Verwirrungszustände beobachtet. Die drastische Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie) führt bei einer starken CO-Intoxikation oftmals in sehr kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod.

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