Haus-Explosion: Polizei sucht nach Ursache

Germering - Wenige Stunden nach der verheerenden Explosion in Germering war klar: Das Ehepaar, das in dem Einfamilienhaus wohnte, kam ums Leben. Die Ursache der Detonation gibt der Polizei indes Rätsel auf.

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Gegen 1 Uhr explodierte das Haus in der Frühlingstraße. Eine Familie, die direkt neben dem Anwesen wohnt, berichtete von einem lautenKnall. "Ein großer Eisenträger ist durch unsere Wohnzimmerscheibe geflogen", berichtete der Vater. "Das Haus stand lichterloh in Flammen", ergänzte seine Frau. Das Ehepaar holte seine weinenden Kinder und verließ sofort die Wohnung.

Bilder von den Bergungsarbeiten

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Auch Manfred Wiesnet, der im Haus gegenüber wohnt, wurde Augenzeuge. Durch die Explosion sei er aus dem Schlaf gerissen worden. Er sei ins Treppenhaus gerannt und habe dann auf das brennende Trümmerfeld geblickt. “Da stand keine einzige Wand mehr“, sagt er. “So ein Inferno habe ich noch nie erlebt. Man glaubt, da ist eine Bombe eingeschlagen.“

Weil die Feuerwehr noch weitere Explosionen befürchtete, mussten rund 60 Menschen in der direkten Umgebung ihre Wohnungen verlassen.

In den Trümmern entdeckten die Rettungskräfte schließlich die Leichen des Rentner-Ehepaares. Wie ein Polizei-Sprecher im Video-Interview (s.o.) erklärte, seien die Leichen des Ehepaars in verschiedenen Räumen des Hauses geborgen worden.

Nun beginnt für die Polizei und Brandermittler die Suche nach der Ursache der Explosion. Bislang gibt es aber noch keinen eindeutigen Hinweis. "Wir können derzeit nichts ausschließen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Um ein Gasleck handle es sich wahrscheinlich aber nicht. Zwar führe eine Gasleitung durch die Straße, allerdings sei das Haus nicht daran angeschlossen gewesen.

Bilder des Unglücks

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Beobachter vor Ort sahen jedoch in der Nacht, wie ein Polizist eine mittelgroße Propangasflasche, wie sie in Campingwägen verwendet werden, sicherstellte. Nach Angaben der Polizei sei aber völlig unklar, ob diese ursächlich für das Unglück sind. Die Kriminalpolizei ermittelt zur Unglücksursache. Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck und Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes stellten am Unglücksort Spurenmaterial sicher. Dieses soll im Laufe der noch ausstehenden Laboruntersuchungen weitere Aufschlüsse zur Brandursache geben.

Feuerwehrleute, die bei den Löscharbeiten im Einsatz waren, wunderten sich über die extreme Hitzeentwicklung des Feuers.

Noch am späten Nachmittag waren zahlreiche Schaulustige am Unfallort. Ein Bauzaun riegelte am Abend das Gelände ab. Nicht nur der Anblick, auch der Geruch zeugt noch von dem dramatischen Geschehen in der Nacht. 

len/dapd/mm

Rubriklistenbild: © len

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