Das hätte schlimm enden können

Kran kracht zwischen zwei Schülergruppen auf den Boden

Der Sturm hat Donnerstag Früh in am Volksfestplatz in Germering einen Kran zum Umkippen gebracht. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Sachschaden wird auf 500.000 Euro geschätzt.

Germering - An der Ecke Markt-/Kleinfeldstraße wird gerade gebaut. Dort stand der große Kran. Am Donnerstagfrüh um 7.28 Uhr konnte er den Windböen nicht mehr standhalten und kippte um – auf die Zufahrt von der Kleinfeldstraße zum Volksfestplatz. Die Feuerwehr Unterpfaffenhofen wollte gerade zu einem umgefallenen Baum ausrücken – „da lag plötzlich ein Kran vor uns“, beschreibt es Kommandant Michael Gogl. Mit 19 Mann wurden die Kinder von der Unfallstelle weg und in Sicherheit gebracht. Dann zerlegten die Feuerwehrleute mit Unterstützung des Bauhofs die verbogenen Kranreste in vier Teile. Jedes etwa eine bis eineinhalb Tonnen schwer, schätzt Gogl. Die Stücke liegen nun abgesichert am Volksfestplatz.

Dem Kommandanten wurde berichtet, dass der Kran genau zwischen zwei Schülergruppen zu Boden krachte. Mehr als 70 Zentimeter tief rammten sich einige Teile in den Boden: Und beschädigten dort eine unterirdische Stromleitung. Das Wohnviertel war dann längere Zeit ohne Strom. Mitarbeiter der Firma Enaco arbeiteten den ganzen Vormittag daran, die Energieversorgung zu stabilisieren.

Schon fünf Minuten nach dem Einschlag waren auch Kollegen der Germeringer Polizei vor Ort, wie Vize-Inspektionsleiter Andreas Ruch berichtet. Alarmierte Eltern hatten in der Schule und bei der Polizei Bescheid gesagt. „Wir hatten ein riesiges Glück, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt Ruch. Denn um diese Zeit sind schon viele Kinder in Richtung Kleinfeldschule unterwegs. Zudem startet der Betrieb im Kindergarten Kleiner Muck. „Da hatten alle einen großen Schutzengel.“

Die Kleinfeldstraße war etwa eineinhalb Stunden für den Verkehr gesperrt. Abgeriegelt war auch ein Stück des Gehwegs, das durch den umkippenden Kran beschädigt worden war. Sogar der Spielplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde in Mitleidenschaft gezogen.

„Der Kran ist komplett zerstört“, sagt Germerings Polizei-Vize Ruch. Die Baufirma hat einen Gutachter eingeschaltet. Er soll bewerten, ob der Kran mit zu wenigen Gewichten gesichert war. Es wird mit einer Schadenshöhe von mindestens 500.000 Euro gerechnet.

An der Ecke Kleinfeld-/Marktstraße baut die 2001 gegründete Cyliax-Stiftung, die sich der Förderung der Forschung zur Heilung von Krebs und Multipler Sklerose verschrieben hat, ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen. Es ist das erste Projekt im Landkreis, wie der Germeringer Johann Stürzer berichtet. Er ist Vorstand-Kuratoriumsmitglied der Stiftung und hatte das Bauprojekt in Germering vorgeschlagen. Mit den Mieteinnahmen sollen Forschungsprojekte gefördert werden. „Ich bin wahnsinnig froh, dass niemand verletzt wurde“, sagt Stürzer. Zugleich habe die Stiftung Glück gehabt, dass der Kran nicht auf den Rohbau, sondern auf die Straße kippte. Dem Richtfest am 19. Januar stehe nichts im Wege. Im Herbst/Winter 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Mit der Schadensabwicklung habe die Stiftung selbst nichts zu tun. Das müsse das von ihr beauftragte Generalunternehmen übernehmen.

Der Sturm hat in Germering zudem einen Funkmast von einem Haus geweht und vier Bäume umgeworfen. Verletzt wurde auch in diesen Fällen niemand. Es ist kleiner Sachschaden entstanden.

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