Einspruch gegen 900 Euro Strafe

Tierquäler lässt Leguan austrocknen

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Nicht so lebendig wie der Leguan auf dem Foto war das Tier eines Germeringers. Das Reptil hatte nichts zu trinken bekommen, sein Futter war eingetrocknet.

Germering – Mollig warm muss es sein, damit Leguane gut leben können. Die Wohnung eines 42-Jährigen aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) aber war lausig kalt, als eine Amtstierärztin im Oktober vergangenen Jahres die Haltung des Reptils überprüfte.

Zudem hatte das Tier nichts zu trinken, und das Futter war eingetrocknet. Der Germeringer bekam einen Strafbefehl wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem sollte er eine Geldstrafe von 900 Euro bezahlen. Doch dagegen hatte der 42-Jährige Einspruch eingelegt.

Völlig apathisch war der grüne Leguan des Germeringers, als die Amtstierärztin vorbei kam. Er war ausgetrocknet und ausgehungert. Und: Es war viel zu kalt in seiner Holzvoliere. Mindestens 26 Grad müssen es sein, damit ein Leguan gedeiht. Wenn möglich sogar 35 bis 37 Grad, in einzelnen Zonen sind 45 Grad erforderlich. Doch in der Wohnung des Angeklagten herrschten an dem Oktobertag lediglich 18 Grad. Eine Wärmelampe gab es zwar, doch die funktionierte nicht.

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Der Grund dafür: Der Strom war abgestellt, weil der Germeringer seine Rechnungen nicht bezahlt hatte. Dem Richter versicherte er jedoch, dass er nicht gewusst habe, dass der Strom abgestellt war. Auch dafür gab er einen Grund an: Eine Woche vor der Kontrolle habe seine Lebensgefährtin die Schlösser der Wohnung ausgetauscht, weil er sich von ihr getrennt hatte. Er konnte fortan die Räume nicht mehr betreten.

Doch der Richter bezweifelte, dass das Tier nur wenige Tage unter schlechten Bedingungen sein Leben hatte fristen müssen. Denn der Leguan hatte als Folge der schlechten Haltung einen irreversiblen Nieren- und Leberschaden davon getragen. „Das passiert nicht von heute auf morgen“, hielt der Richter dem 42-Jährigen vor. Er ging vielmehr davon aus, dass das Tier wochenlang unversorgt war. Und riet dem Germeringer, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Eine Verurteilung könne höher ausfallen als die im Strafbefehl ausgesprochene Geldstrafe, warnte er. Der Germeringer befolgte den Rat.

sus

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