Tausende unterschreiben eine Petition

Die bewegende Geschichte eines Flüchtlings: Christopher will einfach nur arbeiten

Die vom Helferkreis Asyl in Hörgertshausen initiierte Petition gegen das Jobverbot für Flüchtlinge hat innerhalb eines Tages vehementen Zuspruch erhalten. Von 6000 auf 19.000 stieg die Zahl der Unterstützer. Grund: das Schicksal des Nigerianers Christopher K. aus Freising.

Freising/Hörgertshausen - „Es ist so sinnlos.“ Sven Schreiber, Landschaftsgärtner aus Freising, ist frustriert. Seit September 2016 absolviert Christopher K. aus Nigeria, der vor zwei Jahren als Flüchtling in Freising gelandet war, in seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb eine Einstiegsqualifizierung. Jetzt sollte der junge Mann aus Afrika seine Ausbildung beginnen. Aber da schlug das Schicksal, besser: das Gesetz zu: Am 16. April endet die Arbeitserlaubnis für Christopher K. Seine Ausbildung darf er nicht beginnen. Dann muss wieder das Landratsamt für ihn und seine Familie aufkommen – für einen Mann, der sich so über den Job gefreut hat, der laut Schreiber stets zuverlässig, pünktlich und fleißig war, für dessen Qualifizierung die Agentur für Arbeit zahlte, für den ein Deutschkurs bezahlt wurde - und für den der Arbeitgeber alle Sozialabgaben bezahlt hat. Schreiber war froh, so schildert er: Denn seit Jahren hatte er nach einem Azubi gesucht. „Jetzt habe ich ihn gefunden und darf ihn nicht ausbilden“, ärgert er sich.

Tausende teilen den Facebook-Post

Noch größer ist die Enttäuschung bei Christopher, seiner Frau und ihren beiden Kindern, die jetzt wieder untätig auf 25 Quadratmeter sitzen und warten müssen, bis irgendwann ihr Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kommt.

Schreibers Einstellung dazu ist deutlich: „Diese Asylpolitik Bayerns stinkt zum Himmel. Die Helfer mühen sich ab, die Wirtschaft stellt ein, will ausbilden, wir alle wollen integrieren, weil wir das wirklich schaffen können. Aber nein, wir dürfen nicht“, ärgert sich der Unternehmer.

Er wirbt auch für die Petition

Die Folge dieses Posts auf Facebook: Sowohl das Bayerische Fernsehen als auch der Focus sind auf den Fall aufmerksam geworden. Und dann gibt es noch eine Konsequenz: Die Geschichte des Christopher K. haben viele tausend Menschen gelesen, haben sie über Facebook weitergetragen. Schreiber hat darin auch auf die Online-Petition verwiesen, die der Helferkreis Asyl aus Hörgertshausen gegen das Jobverbot für Flüchtlingen aus (angeblich) sicheren Herkunftsstaaten initiiert hat (wir haben berichtet). Die Petition, die 32 000 Unterstützer benötigt, um im Landtag behandelt zu werden, lief bisher eher mau. Doch seit Schreiber die Petition auf seinem Post verlinkt hat, „geht sie durch die Decke“, so Denise Acker vom Helferkreis Asyl in Hörgertshausen. Innerhalb eines Tages ist die Zahl der Unterstützer von rund 6000 auf 25 000 in die Höhe geschnellt.

Bis zum 4. April hat man noch Zeit, die notwendigen 32 000 Unterschriften zu sammeln. Interessierte finden die Petition hier.

Inzwischen berichten auch Fernsehsender 

Mittlerweile haben auch zahlreiche TV-Sender die Geschichte von Christopher K. aufgegriffen und über seinen Fall berichtet. Hier sehen Sie einen Beitrag des Bayerischen Rundfunks:

Auch interessant

Meistgelesen

Doppelmord von Höfen: Polizei nimmt Sohn der Pflegekraft fest
Doppelmord von Höfen: Polizei nimmt Sohn der Pflegekraft fest
Reichsbürger: Razzia bei der „Innenministerin“
Reichsbürger: Razzia bei der „Innenministerin“
Triebwerksprobleme: Boeing 737 muss in München notlanden
Triebwerksprobleme: Boeing 737 muss in München notlanden
Nach 30 Jahren: Ehering taucht wieder auf - im Garten
Nach 30 Jahren: Ehering taucht wieder auf - im Garten

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare