Happy End nach Facebook-Hype

Gestohlener VW-Bus in NRW aufgetaucht

Freising – Andreas Krickel ist überwältigt: Er hatte auf Facebook einen flammenden Appell an die Diebe gerichtet, bitte vorsichtig mit seinem roten VW-Bus umzugehen. Das war der Beginn eines wahren Hypes. Jetzt folgte das Happy End:

Andreas Krickel ist überwältigt. Überwältigt von der Solidarität, die er auf Facebook erfahren hat. Er hatte in dem sozialen Netzwerk einen flammenden Appell an die Diebe gerichtet, bitte vorsichtig mit seinem roten VW- Bus umzugehen. Jetzt ist der vor zwei Wochen gestohlene VW-Bus ist wieder aufgetaucht. In Hilden, Nordrhein-Westfalen.

„Ich habe einen Jubelschrei losgelassen, als mich am Mittwoch die Freisinger Polizei angerufen hat“, freut sich der 45- jährige Freisinger. „Ich hatte immer ein gutes Gefühl, habe immer daran geglaubt, dass es gut ausgehen wird.“

Den Stein ins Rollen brachte der Verkehrsüberwachungsdienst der Stadt Freising: Die hatte am Mittwoch Am Wörth einen silberfarbenen Golf II mit Frankfurter Kennzeichen festgestellt, der bereits seit einigen Tagen im Halteverbot stand. Ergebnis: Der Pkw war in Hilden gestohlen worden. Und unweit jenes Parkplatzes in Hilden, wo die Gauner den Golf entwendet hatten, fanden die dortigen Behörden dann den roten VW-Bus, teilte die Polizei Freising am Donnerstag mit.

Doch es kommt noch besser: Zur Zeit der Auto-Diebstähle waren Unbekannte zudem in einen Schnellimbiss in der Landshuter Straße sowie in ein Einfamilienhaus in Vötting eingebrochen. Die Polizei vermutet deshalb, dass die mutmaßlichen Täter zunächst den Golf in Hilden stahlen, um nach Freising zu gelangen, wo sie wiederum die beiden Einbrüche begingen. Danach fuhren sie mit dem VW-Bus wieder zurück. Die Ermittlungen dauern noch an.

So oder so: Andreas Krickel ist überglücklich, dass er seinen roten VW-Bus – immerhin „mein zweites Zuhause“ – bald wieder hat. „Bislang hat ihn die Spurensicherung noch nicht freigegeben.“ Jetzt sei er freilich gespannt, in welchem Zustand sein Fahrzeug ist. Da jedoch kann Polizeioberkommissar Michael Engert von der Inspektion Freising vorsichtig Entwarnung geben: „Es gibt einen kleineren Sachschaden an der Heckklappe, über die sind die Täter in das Fahrzeug gelangt.“ Trotzdem will Krickel seinen roten Flitzer erstmal „von Grund auf sanieren und desinfizieren“.

Zwei Sachen liegen Andreas Krickel aber noch am Herzen: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben.“ Außerdem hofft er, dass die Diebe seine Wanderschuhe, die im Bus lagen, verschont haben. „Die habe ich auf dem Jakobsweg eingelaufen. Ich gehe ihn in einzelnen Etappen und hoffe, dass ich mit diesen Schuhen vielleicht in drei Jahren in Santiago de Compostela ankomme.“ Er werde die Hoffnung nicht aufgeben. Wie bei seinem VW-Bus.

Michael Leitner

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