Gestohlenes Rad in Polen zurückerobert

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Eine lange Reise hat ein weißes Mountainbike – hier ein Vergleichsstück – hinter sich. Von Taufkirchen ging’s nach Polen und wieder zurück.

Taufkirchen - Ein geklautes Radl hat in der Regel den gleichen Nachrichtenwert wie ein umgefallener Sack Reis in China. Ganz anders verhält es sich in diesem Falle. Die Spur führt nach Polen - und wieder zurück.

Der eigentliche Diebstahl liegt schon eine Weile zurück. Am 8. Februar wurde einem 16 Jahre alten Taufkirchener sein weißes Mountainbike entwendet. Für die Polizei ein Alltagsdelikt, in dessen Folge nicht gerade eine Sonderkommission gegründet wird. Der junge Mann stammt aus Polen. Seine Mutter, ebenfalls Polin, wollte den Verlust nicht ohne weiteres hinnehmen und fahndete mit einem Foto des Rades auf eigene Faust.

Mit Erfolg: Sie bekam den glaubhaften Hinweis, dass ein 22-Jähriger, wiederum ein Pole, ein genau solches Rad kürzlich in sein Heimatland gebracht habe. Kaum zu glauben: Die Mutter kennt den mutmaßlichen Täter - er ist nämlich in der polnischen Heimat ihr Nachbar. Der Zufall hat beide Familien im Erdinger Land erneut zueinander geführt. Als ihr auch noch zugesteckt wurde, der 22-Jährige lagere im Keller seiner Wohnung weitere Räder, bat sie die Dorfener Polizei um Hilfe.

Inspektionsleiter Ulrich Milius berichtet, dass man dort in der Tat fündig geworden sei. Ein schwarz-orangenes Mountainbike konnte einem Taufkirchener zugeordnet werden. „Er war natürlich ebenso erfreut wie überrascht, als wir ihm sein Radl zurückgeben konnten“, so der Hauptkommissar. Dieser Diebstahl war am 8. November vorigen Jahres begangen worden. In der Vernehmung versicherte der Taufkirchener, mit dem Verschwinden des weißen Mountainbikes habe er nichts zu tun.

Doch der Spürsinn der Frau war längst noch nicht erloschen. Hinzu kam der helfende Kommissar Zufall. Die Osterfeiertage verbrachte die Familie in ihrer polnischen Heimat. Und dort konnte das Diebesgut tatsächlich aufgestöbert werden. Ein 20-Jähriger kurvte mit dem Gefährt herum. Als er von der Familie des Bestohlenen darauf angesprochen wurde, versicherte er, das Rad habe er von einem Freund geliehen. Als besagter Freund entpuppte sich der 22-jährige Taufkirchener.

Nun machten die Geschädigten Nägel mit Köpfen - sie nahmen das Mountainbike kurzerhand mit. Wieder zu Hause, verständigten sie erneut die Polizei. Die stattete dem 22-Jährigen einen weiteren Besuch ab - diesmal mit mehr Erfolg. „Aufgrund der eindeutigen Sachlage legte der junge Mann ein Geständnis ab“, berichtet Milius.

(Hans Moritz)

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