Engländerin will 50.000 Euro

Gestürzt! Sie verklagt Starnberg

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Shirley Cooper-Bally will 50.000 Euro Schmerzensgeld.

Starnberg - Die Engländerin Shirley C. (77) erlitt einen Oberschenkelhalsbruch, als sie in Starnberg über ein loses Pflaster stürzte. Nun verklagt sie die Stadt unter anderem auf 50.000 Euro Schmerzensgeld.

Shirley C. und ihr Mann haben noch heute Tränen in den Augen, wenn sie an den 17. Juli 2008 denken. An den schweren Sturz der 77-jährigen Engländerin im Kleinen Tutzinger Hof in Starnberg. Acht Wochen verbrachte sie damals in medizinischen Einrichtungen.

Die einzigen Lichtblicke, um diese schwere Zeit zu überstehen, waren die Besuche ihres 87-jährigen Ehemanns, mit dem sie in München lebt. Er brachte ihr Blumen, englische Literatur, ihren geliebten Ziegenjoghurt.

Shirley C. möchte, dass Stimmungsaufheller wie diese die Stadt Starnberg zahlt, ebenso wie die Arztrechnungen und mindestens 50.000 Euro Schmerzensgeld. Denn zum Sturz sei es gekommen, weil die Pflastersteine im Kleinen Tutzinger Hof lose gewesen sein. Die Stadt bestreitet das.

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Shirley C. hat versucht, die schlimme Szene aus ihrem Kopf zu verdrängen, erzählt sie dem Münchner Merkur. Doch vor dem Landgericht München II musste sie gestern noch einmal alles schildern. Die Engländerin war bei ihrer Ärztin in Starnberg, verließ die Praxis und ging auf ihren Mann zu. Dann stürzte sie plötzlich. Das höre sich vielleicht komisch an, sagt sie, aber sie sei durch die Luft geflogen. Sie erinnere sich daran, dass sie vor Schmerzen „ge-schrien“ habe.

Die Erinnerung setzte erst wieder ein, als sie im Helikopter aufwachte. Der brachte sie in die Unfallklinik Murnau (Kreis Garmisch-Partenkirchen). Die Ärzte diagnostizierten einen Oberschenkelhalsbruch und einen gebrochenen Arm. Die Verletzungen waren so schlimm, dass Haut verpflanzt werden musste. Vier Wochen lag sie in der Klinik, vier weitere verbrachte sie in der Reha am Tegernsee.

C. berichtet, wie sie sich wochenlang nicht bewegen konnte. Wie schmerzvoll es war, als sie erste Gehversuche startete. Doch sie strahlt, wenn sie an die Rosen ihres Mannes denkt. Und an die Tochter, die aus New York einflog – sie brachte ihr das japanische „Sashimi“, das sie so gerne mag.

Trotz ihres Leidens stehen die Chancen schlecht. Für die Richterin ist nicht erwiesen, dass die 77-Jährige wirklich an losem Pflaster stürzte. Sie entscheidet im Oktober.

Nina Gut

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