Unfall am Schießstand

Gewehrschuss trifft aus Versehen 55-Jährigen

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Mit schweren Verletzungen wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht, der in Sauerlach von dem abgeprallten Gewehrschuss am Kopf getroffen wurde.

Sauerlach - Am Samstagmittag ist ein Boule-Spieler (56) in der Nähe des Sauerlacher Schießstandes von einem Streifschuss am Hinterkopf getroffen worden.

Gegen 13.45 Uhr knallte ein Schuss. Die Boule-Spieler, die auf ihrem Platz neben der Sauerlacher Schießanlage ein Turnier austrugen, hatten noch einen Scherz über die Schießerei gemacht. Da wurde aus dem Witz plötzlich bitterer Ernst. „Jemand schrie ,Krankenwagen, schnell!“ Ein 55-jähriger Turnierteilnehmer aus Holzkirchen war zusammengesackt. Ein Geschoss hatte den Mann am Hinterkopf getroffen. Der Streifschuss verursachte eine Knochenabsplitterung. Laut Polizei war der Verletzte aber ansprechbar.

Per Rettungshubschrauber wurde er in eine Münchner Klinik geflogen. „Innerhalb von zehn Minuten waren Polizei, Notarzt und Rettungshubschrauber da“, sagt Maximilian Beil (57) aus Sauerlach, Vorsitzende des Boule-Vereins, der den Unfall miterlebt hatte. Während sich einige der rund 30 Turnierteilnehmer um den Verletzten kümmerte, rannte Christoph H. aus Vaterstetten sofort zur Schießanlage hinüber: „Ich wollte den Verantwortlichen stellen“, sagt er: „Der hatte aber von der ganzen Sache noch gar nichts gewusst.“ Der 70-jährige Schütze sei „entsetzt“ gewesen.

Die Schießanlage liegt etwa einen Meter unterhalb des Bouleplatzes und ist durch einen mannhohen Erdwall abgesichert. Der Schuss hatte sich aus dem Vorderladergewehr des 70-jährigen Münchners gelöst, teilt die Kriminalpolizei mit. Der 70-Jährige hatte am 50-Meter-Schießstand trainiert. Er wollte sein geladenes Gewehr gerade wieder entladen, was laut Polizei nur durch Schussabgabe möglich ist.

Das erfahrene Mitglied des Sauerlacher Schützenvereins hatte dabei mit seinem Gewehr auf den Kugelfang gezielt, es allerdings mehr Richtung Boden gehalten. Der Schuss prallte am harten, ausgetrockneten Boden ab, vermutet die Kriminalpolizei. „Das Geschoss muss eine S-Kurve beschrieben haben“, sagt Augenzeuge Christoph H., „dass so ein Querschläger rüberkommt, ist eigentlich völlig unwahrscheinlich“. Seit 20 Jahren spielt der Boule-Verein neben dem Schießstand, „wir hören ständig die Schüsse, aber passiert ist noch nie etwas“, sagt Vorsitzender Maximilian Beil. Er konnte gestern gute Nachrichten aus dem Krankenhaus verkünden: „Dem Patienten geht es gut. Seine Kopfwunde wurde genäht. In ein paar Tagen wird er das Krankenhaus verlassen.“ Er habe Glück im Unglück gehabt: „Es hätte in einer Katastrophe enden können.“

Erst vor einem halben Jahr war der Schießstand kontrolliert und vom Landratsamt abgenommen worden. „Die Anlage ist sicher, prinzipiell jedenfalls“, sagte gestern Schützenvereins-Vorsitzender Hermann Redel. Die Münchner Kriminalpolizei sperrte den Schießstand vorläufig. Alle Vereinsmeisterschaften und Preisschießen, die am 50-Meter-Stand ausgetragen werden sollten, sind abgesagt. Das Landratsamt wird die Schießstätte erneut auf ihre Sicherheit kontrollieren.

Charlotte Borst

Unfall am Schießstand - Kugel trifft 55-Jährigen

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