Zelt zerfetzt, sechs Verletzte

Polo-Turnier verwüstet - Todes-Drama um Pferd

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Das zerfetzte Zelt nach dem Sturm – sechs Menschen wurden verletzt.

Thann - Eine Gewitterwalze ist am Samstagnachmittag über das Polo-Tunier in Thann (bei Holzkichen) gefegt. Bilanz: Chaos und mehrere Verletzte.

Judith Karan hatte sich so auf das Polo-Tunier in Thann (bei Holzkichen) gefreut. Und dann fegte eine Gewitterwalze am Samstagnachmittag über die Anlage. Alles wurde zerstört. „Der Sturm hatte eine solche Wucht, dass sogar Stühle, Flaschen und Bänke durch die Luft gewirbelt wurden“, erzählt die Mitorganisatorin des Polo-Events. Die traurige Bilanz: Sechs Menschen wurden verletzt.

Das Sturmdrama geschieht am Samstag gegen 15 Uhr: Die Bayern Trophy (so der Name des Polo-Turniers) ist auch heuer wieder gut besucht. 24 Spieler – darunter auch der leidenschaftliche Polo-Spieler und Schauspieler Heino Ferch – kämpfen um die ersten Plätze. Dazu tummeln sich gut 100 Zuschauer rund ums Spielfeld. Aber dann ziehen plötzlich schwarze Wolken am Himmel auf. „Es ging blitzschnell“, erzählt Judith Karan gegenüber der tz. „Alle Leute liefen wegen des Regens ins Hauptzelt und dann legte der Sturm richtig los.“ In dem Zelt spielen sich Szenen ab wie in einem Katastrophen-Film: Stühle wirbeln durch die Luft, die gesamte Theke kippt um und begräbt den Turnier-Chef Theo Kersche unter sich. „Sogar die Kühlschränke krachten um“, so Judith Karan. Als letztes fegt dann noch das Zelt selbst über die Menschenmenge hinweg. Nach rund 15 Minuten ist der Spuk vorüber. Immerhin wird niemand schwerer verletzt. Fünf Leute haben, weil sie sich vor umhersausenden Teilen schützten, Prellungen und Schnittwunden an den Armen (sie werden später vom Notarzt behandelt), am schlimmsten erwischt es Theo Kersche selbst: „Ich habe drei gebrochene Rippen, aber es geht schon wieder“, sagte der Polo-Liebhaber der tz. Gestern stand er schon wieder neben dem Platz, feuerte die Spieler an.

Die Polizei stellte übrigens fest: Das Zelt war völlig korrekt aufgestellt worden, niemand machte einen Fehler – der Sturm war schlichtweg zu stark.

Die Gewitter-Walze sorgte für einige Zerstörung in Oberbayern: So liefen viele Keller durch die Wassermassen voll, auf vielen Straßen kam es zu Überflutungen – nichts ging mehr. Nahe Vaterstetten wurde eine ganze Reitanlage regelrecht überflutet. Glücklicherweise kam hier niemand zu Schaden.

Unwetter in mehreren Landkreisen

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Todes-Drama um edles Pferd

Ein tierisches Drama hatte sich schon rund zwei Stunden vor dem Sturm auf dem Polo-Turnier zugetragen. Eines der Pferde erlitt urplötzlich einen Herzinfarkt und kippte um. Als etwa eine halbe Stunde später ein Tierarzt vor Ort war, konnte er das Tier nicht mehr retten und musste es einschläfern.

Es handelte sich um das siebenjährige Pferd des bekannten argentinischen Polo-Spielers Carlito Velazquez. Die Hauptschlagader des edlen Tieres war geplatzt, so die Diagnose. „Leider konnte man für das Pferd gar nichts mehr tun. Vielleicht war die Anstrengung durch die Anreise zu viel“, so ein Helfer.

Von Armin Geier

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