Glanztat in Markt Schwaben

Ersthelfer legt sich neben angefahrenen Buben, um ihn zu wärmen

Markt Schwaben - Vorbildlich hat sich am Dienstagmorgen gegen 7.15 Uhr ein Markt Schwabener um einen siebenjährigen Buben gekümmert, der kurz zuvor auf dem Weg zur Schule unvermittelt auf die Fahrbahn geriet und dort von einem Pkw angefahren wurde.

Verletzt lag der Bub auf dem kalten, gefrorenen Gehweg. Der Ersthelfer legte sich laut Augenzeugen neben das angefahrene Kind, spendete ihm so Körperwärme. Außerdem zog er seinen Mantel aus, um den Buben damit zuzudecken. Andere Passanten kümmerten sich um den Pkw-Fahrer, der einen Schock erlitt.

Passanten und Anlieger halfen sofort

„So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt Peter Kraus aus Markt Schwaben, der zufällig die Hilfsaktion beobachtete. Der 72-jährige Kraus war 41 Jahre lang bei der Münchner Feuerwehr, war beim Aufbau der Jugendfeuerwehr in Markt Schwaben mitbeteiligt und hat nach eigenen Angaben schon eine Menge erlebt. Besonders Dinge, die genau das Gegenteil dessen waren, was sich im Herzen der Marktgemeinde abspielte.

Auch aus umliegenden Häusern kamen Helfer, berichtete Kraus. Zum Beispiel Petra Hupfer, die Betreiberin der gleichnamigen Bäckerei gleich nebenan, die sofort ihren Laden verließ, um eine Decke abzugeben. „Das ist doch selbstverständlich“, sagte sie, als sich die Aufregung vom frühen Morgen längst wieder verzogen hatte.

Polizei: „Außergewöhnlicher Akt“

Laut Poinger Polizei wollte der Siebenjährige die Herzog-Ludwig-Straße auf Höhe der Hausnummer 23 überqueren. Aus diesem Grund lief er laut Zeugen unvermittelt auf die Straße. Ein 31-jähriger Markt Schwabener, der mit seinem Auto in Richtung Marktplatz unterwegs war, nahm das Kind aufgrund des dichten Verkehrs nicht wahr und erfasste es frontal. Der Bub wurde über die Motorhaube des Pkw geschleudert und blieb neben dem Fahrzeug liegen. Nach der Versorgung durch den Notarzt wurde das Kind vom Rettungsdienst in eine Münchener Kinderklinik transportiert.

Der Bub kam glimpflich davon

Nach bisherigem Stand kam der Bub bei dem Unfall glimpflich davon. Es sei richtig gewesen, das angefahrene Kind zwar umgehend aus dem Gefahrenbereich, also von der Straße, zu holen, aber nicht noch zu versuchen, es weiter weg zu tragen. Man wisse nie, ob dadurch nicht noch weitere, eventuell sogar schwerwiegendere Verletzungen herbeigeführt würden, sagte ein Polizist. Erst als ein Notarzt vor Ort war und feststellte, dass sich der Bub im Wesentlichen am rechten Sprunggelenk verletzt hatte, gab es Entwarnung.

Die Hilfsbereitschaft bei diesem Unfall sei schon ein „außerordentlicher Akt“, hieß es aus der Polizeidienststelle.

Rubriklistenbild: © dpa

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