45.000 Liter ausgelaufen

80 Grad heißes Wasser flutet Kirchen-Keller

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Mit einer alten Pumpe der Stadtwerke konnte das Wasser abgesaugt werden.

Fürstenfeldbruck - Land unter in der Erlöserkirche in Fürstenfeldbruck: 45.000 Liter Wasser aus der Nahwärmeversorgung sind in den Keller des evangelischen Gotteshauses gelaufen.

Es war so heiß, dass es die Feuerwehr zunächst nicht abpumpen konnte.

Mittwoch, 7 Uhr: Der 60 Quadratmeter große Heizungs- und Lagerkeller der Erlöserkirche am Stockmeierweg ist eine einzige Sauna. Bis zur Decke steht fast kochend heißes Wasser. Im Treppenhaus sieht man nichts vor lauter Dampf. Der Schreck ist groß. „Meine Mutter hat den Schaden entdeckt“, erzählt Hausmeisterin Bianca Holbe. Mit ihr verständigt sie Feuerwehr und Stadtwerke, damit das Wasser abgestellt wird.

Die Helfer rücken mit der Pumpe an. Doch sie können nicht in den Keller hinabsteigen. „Uns ist eine Dampfwolke entgegen geschlagen, es war heiß wie in einer Sauna“, erzählt Stadtbrandinspektor Michael Ott. Die Einsatzkräfte sind wegen der Wärme des Wassers zur Untätigkeit verdammt. „Unsere Pumpen sind nicht für so hohe Temperaturen ausgelegt“, erklärt Ott. „Da gehen die Dichtungen kaputt.“ Zwar gibt es Geräte, die auch bei höheren Temperaturen verwendet werden können. Doch so eine Pumpe besitzt die Brucker Wehr nicht. Normalerweise wird kaltes Wasser abgesaugt.

Gegen Mittag kommt frohe Kunde von den Stadtwerken. Sie bringen eine alte Pumpe. „Da ist es egal, ob sie kaputt geht“, sagt Christian Wiegner, Abteilungsleiter für die Wasser- und Fernwärmeversorgung. Nach zwei Stunden ist der Keller wieder nahezu leer. Den Rest erledigt am Abend die Feuerwehr.

Die Ursache für den Wasserrohrbruch ist noch unklar. Die Stadtwerke haben einen Druckabfall im Fernwärmenetz beobachtet. Den könnte ein Leck in der Heizungsanlage verursacht haben - vielleicht durch ein marodes Rohr. Gutachter und ein Heizungsbauer müssen sich nun die Anlage anschauen, sagt Dekan Stefan Reimers.

In dem Keller war vor allem Material für Gottesdienste und die Gemeindearbeit gelagert: Stoffe, Gläser, Dinge für Weihnachten und Jugendfreizeiten, aber auch Altkleider und Artikel, die auf den Flohmärkten verkauft werden. „Wir müssen nun alles ausräumen und Trocknergeräte suchen“, sagt Reimers. Dabei ist auch sein Improvisationstalent gefragt. Denn einige Fachleute sind gerade im Urlaub.

Wie hoch der Schaden ist, kann Reimers nicht sagen. Das hängt davon ab, wie viel Material er retten kann, und ob die Heizung noch funktionsfähig ist. Zumindest die Kirche selbst hat keinen Schaden genommen. „Es ist nur Dampf hochgezogen“, erklärt Reimers. Nach ausgiebigem Lüften kann die Gemeinde am Sonntag ganz normal ihren Gottesdienst feiern.

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