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Großeinsatz: Junge (10) findet Weltkriegs-Phosphorbecher im Eibsee - und nimmt ihn mit in Ferienunterkunft

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Von: Katharina Brumbauer

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Feuerwehren Grainau, Partenkirchen und Garmisch im Einsatz an der Jungbauernschule in Grainau.
Im Großeinsatz: Mit rund 200 Mann rücken die Feuerwehren Grainau, Partenkirchen und Garmisch sowie der Rettungsdienst zur Jungbauernschule in Grainau aus. © Thomas Sehr

Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten in Grainau: Eine Phosphordose, die ein Zehnjähriger gefunden hatte, entzündete sich von selbst.

Grainau – Die Martinshörner ertönen aus allen Richtungen. Das Sirenengeheul am Donnerstagabend gegen 18 Uhr kündet von einem Großeinsatz. Rund 200 Kräfte der Feuerwehren Grainau, Partenkirchen und Garmisch sowie des Rettungsdienstes rücken zur Grainauer Jungbauernschule aus. Gegen 17.52 Uhr war Brandalarm eingegangen. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Wie sich am Einsatzort herausstellte, hatte es in einem Zimmer zu qualmen begonnen.

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Phosphordose in Eibsee gefunden: Bub (10) verbrennt sich die Hände

Ein zehnjähriger Bub hatte bei einem Ausflug an den Eibsee einen Phosphorbecher aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und in die Unterkunft mitgenommen. „Ein zehnjähriger Teilnehmer einer Ferienfreizeit hat die rostige Dose im seichten Wasser entdeckt“, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Nachdem er sie in sein Zimmer gebracht hatte, fing sie plötzlich an zu qualmen. Bei Kontakt mit Sauerstoff entzündet sich Phosphor und raucht, weshalb die Chemikalie in Brandbomben sowie Blend- und Rauchgranaten zum Einsatz kam. Als der Finder den Becher nach draußen tragen wollte, zog er sich schwere Verbrennungen an den Händen zu. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ein neunjähriges Mädchen erlitt durch die Aufregung einen leichten Schock. Sie verbrachte die Nacht ebenfalls im Krankenhaus.

Eine ausgebrannte Phosphordose
Die Phosphordose brannte völlig aus. © Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Laut Angaben der Polizei stammt der Phosphorbecher aus US-amerikanischen Beständen. Aufgrund der Rauchentwicklung musste das Seminarhaus vollständig evakuiert werden. Durch die giftigen Gase verletzt wurde niemand. „Die Bewohner konnten anschließend nicht mehr in die Unterkunft zurück, da das Gebäude durch den Phosphorrauch teilweise kontaminiert war“, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Das Ausmaß der Kontamination wird noch untersucht.

Kinder und Betreuer der Ferienfreizeit reisen ab - Jungbauernschule wegen Kontamination evakuiert

Die Betreuer der Ferienfreizeit verständigten gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Feuerwehr die Angehörigen der Buben und Mädchen und organisierten, dass sie nach Hause gebracht werden. Die 70-köpfige Gruppe sammelte sich am Eissportplatz. Kinder und Betreuer, die nicht sofort abgeholt werden konnten, wurden vorübergehend anderweitig untergebracht.

Der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim ermittelt. Für den Moment sind keine weiteren Phosphorbecher rund um den Eibsee gefunden worden, erklärt die Polizei. „Eine Absuche des Fundorts verlief bislang ergebnislos.“

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