Tier schlägt bei Festumzug aus

“Das sah ganz schlimm aus“: Frau bei Festumzug von Pferd verletzt

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Der Ross- und Fuhrtag in Graßlfing (Stadt Olching) ist am heutigen Sonntag gegen 11.30 Uhr zwischenzeitlich abgebrochen worden. Es war zu einem Unfall gekommen.

Der Ross- und Fuhrtag in Graßlfing (Stadt Olching) ist am Sonntag gegen 11.30 Uhr zwischenzeitlich abgebrochen worden. Es war zu einem Unfall gekommen.

Graßlfing– Der Unfall passierte beim Festumzug. In einer von vielen Gruppen aus Reitern, Pferden und Kutschen wurden vier Pferde geführt, am Ende ging eine Frau. Da schlug das letzte Tier plötzlich aus und traf die Frau. Sie ging zu Boden, war aber ansprechbar und konnte sich bewegen.

„Das sah am Anfang ganz schlimm aus“, sagt Mitorganisatorin Franziska Sirtl. Doch nach Informationen des Notarztes seien die Verletzungen nicht so gravierend wie befürchtet. „Die Reiterin von unserem Nachbarstall in Graßlfing wurde nicht am Kopf getroffen, sondern an den Rippen gestreift“, berichtet Sirtl. Das sei sehr schmerzhaft und da bleibe einem lange die Luft weg.

Rettungsdienst, Notarzt und Polizei trafen rasch ein

Die Feuerwehr war wegen der Absperrungen schon vor Ort und eilte der Frau zur Hilfe, dann trafen in schneller Folge Rettungsdienst, Notarzt und die Olchinger Polizei ein. Sofort wurde der Bereich abgesperrt. Die Frau kam vorsichtshalber ins Krankenhaus. Dann wurde informiert, dass der Umzug beendet, die Veranstaltung vorerst abgebrochen wird.

Kurze Zeit später erfuhren die Organisatoren, dass die Sache glimpflich ausgegangen sei. Daher habe man entschieden, die Veranstaltung weiterzuführen, sagt Sirtl.

Die Familien Sirtl und Sextl hatten heuer zum 12. Mal zum Ross- und Fuhrtag eingeladen. Und es ging bei bestem Wetter um 10 Uhr los. Hunderte Zuschauer waren ins Moos geströmt. Auch Olchings Pfarrer Josef Steindlmüller bezog sich in seiner Predigt anlässlich des Festgottesdienstes und der Segnung der Pferde und Kutschen vor dem Gasthaus Haderecker auf Rösser. Er erzählte einen Witz. „Ist das dein Pferd?“, wurde ein Mann gefragt. „Manchmal“, so seine Antwort. „Wenn es geputzt und gestriegelt ist, gehört es meiner Frau, muss es geputzt und gestriegelt werden muss, gehört es mir.“ Dem Thema Verantwortung widmete der Pfarrer dann seine Predigt.

Im Hintergrund warteten bereits die ungeduldigen Pferde, teils mit Kutschen, teils mit Reitern, die sich festlich geschmückt in einem Umzug präsentierten, dabei auch der Oktoberfestwagen der Spatenbrauerei. Gegen Ende des Umzugs dann der Unfall.

Ab dem frühen Nachmittag konnten Ross und Reiter ihr Können zeigen. Geboten werden sollen eine Fahrquadrille, ein Pas de Deux, Pferde am Langzügel und der Umgang mit einer Garrocha. Eine Garrocha ist eine etwa drei Meter lange Stange, die in Spanien zum Treiben der Stiere eingesetzt wird. Mit dabei sind auch  die Vierspännerfahrer Ludwig Weinmayr und Toni Danner, zwei Downhill-Mountainbiker und Motorcrossfahrer.

Pferde haben in den Familien Sirtl und Sextl, Franz Sextl ist Hufschmied der Sirtls, eine lange Tradition. Der Vater des heutigen Hadereckerwirts Ernst Sirtl benötigte sie früher zum Bewirtschaften der Felder und um den Torf nach Dachau in die dortige Brauerei zu transportieren. Die fünf Sirtl-Töchter sorgten dafür, dass wieder Pferde in den Stall einzogen: Sie sind begeisterte Reiterinnen und Kutschenlenkerinnen.

von Susanne Schwind und Helga Zagermann

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