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Mann findet totes Kalb mit Strick um den Hals: Kadaver vor Untersuchung plötzlich verschwunden

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Polizeiabsperrung im Wald (Symbolfoto)
Das Veterinäramt am Tölzer Landratsamt führt nach dem Fund Untersuchungen durch (Symbolbild). © Daniel Karmann/dpa

Einen schlimmen Fund machte am Dienstagabend ein Bürger in Obernach: Nahe der Bushaltestelle an der Bundesstraße 11, an einem kleinen Wassergraben, fand der Mann unter der Brücke ein totes Kalb mit einem Strick um den Hals.

Update 25. Januar, 18.07 Uhr: Auch in den Jahren 2021 und 2019 wurden in diesem Bereich verendete und zumeist schon stark verweste Rinder, deren Todesursache nicht mehr zu bestimmen war, gefunden. Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen von drei toten Kälbern, die man im Januar 2021 an der Mautstraße zwischen Wallgau und Vorderriß gefunden hatte. „Die Untersuchungen sind im Sande verlaufen“, berichtet Pressesprecher Stephan Scharf. Es waren keine Ohrenmarken mehr zu finden. Die Meldung ans Amt sei damals „aus der Bauernschaft“ gemacht worden.

Im Februar 2021 fand man ebenfalls an der Mautstraße den Kadaver eines Murnau-Werdenfelser-Kalbes, berichtet die Polizei Kochel. Aufgrund der starken Tierfraßspuren habe man keine weiteren Untersuchungen durchführen können. Bekannt ist zudem auch ein Fall aus dem Jahr 2019 – und zwar im selben Wald. Auch hier verliefen die Ermittlungen im Sande.

Kadaver plötzlich verschwunden

Update 25. Januar, 16.12 Uhr: Am Mittwochvormittag wollten sich Veterinäre des Tölzer Landratsamts den Kadaver anschauen und ihn näher untersuchen. Als sie an die Stelle kamen, war der Kadaver jedoch weg. Die Polizei geht davon aus, dass er von derselben Person mitgenommen wurde, die ihn dort zuvor abgelegt hatte.  Augenzeugen zufolge war es in den frühen Morgenstunden nämlich dort noch gelegen.

Mit dem Verschwinden des Tieres gestalten sich nun auch die Untersuchungen für das Tölzer Landratsamt schwierig, wie Pressesprecherin Marlis Peischer sagt. Würde der Verdacht auf Tierquälerei bestehen, würde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das verbotswidrige Entsorgen von Tierkörpern stelle aus polizeilicher Sicht eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese wird mit Bußgeld geahndet.

Zeugenaufruf: Wer etwas zu dem Vorfall beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Kochel melden, Telefon 0 80 41/7 61 06-273.

Obernach: Mann findet totes Kalb mit Strick um den Hals

Erstmeldung 25. Januar, 14.40 Uhr: Jachenau/Obernach - Der Mann verständigte sofort die Polizei. Bei der Polizeistation in Kochel ist nun die Ermittlungsarbeit angelaufen. Es handelt sich um ein Murnau-Werdenfelser-Kalb. Warnung: Weiter unten im Text finden Sie ein Bild des verendeten Tieres.

„Die Auffindesituation legte eine vorsätzliche Entsorgung des Kadavers nahe“, schreibt die Polizei. Noch ist unklar, ob das vermutlich nur wenige Tage alte Tier bei der Geburt verendet war oder erst danach verstarb.

Auch das Veterinäramt am Tölzer Landratsamt ist informiert und führt Untersuchungen durch. Der Fundort befindet sich auf Jachenauer Flur.

Grausiger Fund: Das verendete Tier lag in einem Wassergraben unter einer Brücke unweit der Bushaltestelle an der B11.
Grausiger Fund: Das verendete Tier lag in einem Wassergraben unter einer Brücke unweit der Bushaltestelle an der B11. © privat

Totes Kalb abgelegt: Es ist nicht der erste Fall in der Region

Es ist in der Region Obernach-Walchensee nicht der erste Fall dieser Art. Bereits im vergangenen Oktober fand eine Frau beim Spazierengehen ein bereits skelettiertes Tier neben dem Obernacher Bach, der in den Walchensee fließt. Die Stelle befindet sich in unmittelbarer Nähe. „Ich dachte, mich trifft der Schlag“, berichtete Vevi Sturm am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung, als sie von dem Vorfall im Herbst 2022 berichtete.

Schädel und Knochen lagen über mehrere Meter verteilt.  Es handelte sich um ein ausgewachsenes Rind mit Hörnern. „Es ist unglaublich, dass das jemand hier abgelegt hat.“  Sie meldete den Fund der Polizei. Der Verantwortliche konnte jedoch nicht mehr gefunden werden. Sturm berichtet auch von viel Dreck und Plastikabfällen wie landwirtschaftlichen Siloplanen, die man in dem Gebiet finde.

Dieser Kadaver wurde im Oktober neben dem Obernacher Bach entdeckt, der in den Walchensee fließt.
Dieser Kadaver wurde im Oktober 2022 neben dem Obernacher Bach entdeckt, der in den Walchensee fließt. © Sturm

2021 wurde, so berichtet die Polizei Kochel, auch in diesem Bereich, nämlich an der Mautstraße nach Wallgau auf Garmischer Flur, ein totes Tier entdeckt, das offensichtlich jemand dort abgelegt hatte. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich bereits 2019 ereignet.

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