Landgericht München II mit Anordnung

Mann (28) soll Freundin seiner Mutter erwürgt haben - Angeklagter muss in Psychiatrie

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Manuela E. wurde in einem Einfamilienhaus in Gröbezell tot aufgefunden. 

Im Februar 2018 ist in Gröbenzell eine tote Frau gefunden worden - sie wurde wahrscheinlich ermordet, wohl vom Sohn ihrer Freundin. In dem Fall hat ein Gericht nun eine Anordnung erlassen.

Update, 18. März: Wohl Bekannte der Mutter getötet - Mann muss in Psychiatrie 

Nach der gewaltsamen Tötung einer Bekannten muss ein junger Mann dauerhaft in die Psychiatrie. Wie das Landgericht München II am Montag mitteilte, wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Der 28-jährige deutsche Angeklagte ist seit mehr als zehn Jahren psychisch erkrankt. Er war wegen Totschlags angeklagt, weil er eine Bekannte seiner Mutter in der Nacht zum Valentinstag 2018 in Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) mit bloßen Händen oder einem Handtuch erwürgt haben soll. Das Gericht hatte die Öffentlichkeit zu Beginn des Prozesses ausgeschlossen, weil „intime Details“ über den Angeklagten bekanntwerden könnten, wie es hieß.

Update, 12. März: Erster Prozesstag endet traurig

Sie wollte helfen und musste sterben, weil ein psychisch Kranker (28) seine Medikamente abgesetzt hatte und nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte. Seit Montag wird dem Gröbenzeller der Prozess wegen Totschlag gemacht. 

Ein junger Mann hatte im Gerichtsflur seine Tochter (7) auf den Schoß genommen. Die beiden kuschelten, scherzten, lachten und wirkten vertraut. Dann musste der 36-Jährige als Zeuge in den Sitzungsaal des Landgerichts München II. Er musste aussagen gegen den Peiniger seiner verstorbenen Frau. Der 28-Jährige hatte zuvor hinter verschlossenen Türen die Tat gestanden. 

Erst mit der öffentlichen Vernehmung des Witwers konnte sich jedermann ein Bild von einem Prozess mit äußerst tragischem Hintergrund machen. In einer Februarnacht 2018 war das spätere Opfer, eine 40-Jährige, die in ihrem Leben schon viel Schlimmes erlebt hatte, nach Gröbenzell gefahren, zum Sohn einer sehr guten Freundin. Der 28-Jährige litt an Schizophrenie, er verweigerte seine Tabletten. Er lebte in der Wohnung der Mutter, die war in der Nacht nicht daheim. Niemand erfuhr, was sich Täter und Opfer in Gröbenzell erzählten, was sie taten. Als die Polizei am Morgen nach der Tatnacht durch aufmerksame Nachbarn gerufen wurde, fand sie den 28-Jährigen neben der Leiche. Mit den Händen oder einem Handtuch hatte er die Frau erwürgt – so steht es zumindest in der Anklage. Der Gröbenzeller wehrte sich vehement gegen die Festnahme, dann aber sagte er: „Endlich ist sie erlöst“. 

Möglicherweise barg diese Aussage viel Wahres. Der Witwer berichtete zumindest, dass seine Frau einen Suizidversuch unternommen hatte, dass sie depressiv war und unter anderen Erkrankungen litt, die sie nicht preisgab, damit sich die Familie keine Sorgen machte. Dass sie eigentlich nichts mehr „auf diesem Trabanten hielt“, bis die Tochter vor sieben Jahren geboren wurde. Vielleicht hatte sie dem Täter all das erzählt. Der Witwer kümmerte sich schon zu Lebzeiten der Frau viel um das Mädchen, um der Mama Auszeiten zu gewähren, die sie nach seiner Aussage brauchte. „Unsere Ehe hat besser funktioniert, wenn man sich Freiräume geschaffen hat.“ 

Deshalb war die Mutter einige Wochen vor der Tat in das Betriebsgebäude einer Freundin nach Lochhausen gezogen. Von dort begab sie sich angeblich in eine Klinik, die Wochenenden verbrachte sie bei einem Freund der Familie. Warum sie tatsächlich zu dem schwerfällig wirkenden Mann gefahren war, von dem schon öfters Gefahr ausgegangen sein soll, blieb  im Prozess noch unklar. „Es passt zu ihr und ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn“, sagte der Witwer. „Es tut mir Leid“, versuchte der Angeklagte, sich für Geschehenes zu entschuldigen. Für den 36-Jährigen und seine kleine Tochter war eine Welt zusammengebrochen, als ihm die Polizei die Todesnachricht überbracht hatte. 

Weil Ferien waren, hatte er die Kleine mit ins Büro genommen. Nach seiner Vernehmung holte er das zarte Mädchen in den Gerichtssaal. Auf seinem Arm betrachtete die Siebenjährige schüchtern lächelnd den Mann, der ihre Mama getötet hatte. Sie habe ihn unbedingt sehen wollen, erklärte der 36-Jährige den erstaunten Richtern. Das Kind schien die Tragweite des Moments nicht erfassen zu können. Der Prozess dauert an. (wal)

Mann tötet Freundin der Mutter in Gröbenzell: Prozess beginnt

Update, 11. März, 12 Uhr:

München - Weil sie ihn zu einer Therapie überreden wollte, soll ein Mann die Bekannte seiner Mutter umgebracht haben. Der mutmaßliche Grund: Die Frau sei ihm zu nahe getreten. Von Montag an muss sich der 28-Jährige vor dem Landgericht München II verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Er soll die Frau in der Nacht zum Valentinstag 2018 in der Wohnung seiner Mutter in Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) mit bloßen Händen oder einem Handtuch erwürgt haben. Der Mann leidet seit mehr als zehn Jahren an einer psychischen Krankheit und soll in den Wochen vor der Tat eigenmächtig seine Medikamente nicht mehr genommen haben. Das Gericht hat insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

dpa/lby

Mord an Frau in Gröbenzell - Täter offenbar psychisch krank

Artikel vom 15. Februar 2018:

Gröbenzell - Sie ist gekommen, um zu helfen – doch stattdessen fand Manuela E. (40) den gewaltsamen Tod. Davon geht derzeit jedenfalls die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck aus. Am Mittwochvormittag haben Polizisten in einer Wohnung an der Eschenrieder Straße in Gröbenzell die Leiche der Mutter einer kleinen Tochter gefunden – gefesselt, ermordet! Der mutmaßliche Täter, der nach tz-Informationen psychisch kranke Aron S. (27), wurde noch am Tatort festgenommen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Gegen 9.30 Uhr ging bei der Dienststelle der Polizei in Gröbenzell der Notruf eines Nachbarn ein. Den Beamten erklärte er, er habe in der späteren Tatwohnung offenbar verdächtige Beobachtungen gemacht. Als die Polizei die Wohnung öffnete, fand man die leblose Frau. Nach tz-Informationen lag sie auf einem Bett und war nur spärlich bekleidet. Der in der Zwischenzeit alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Gab es eine innigere Beziehung zwischen Opfer und mutmaßlichem Täter?

Mitarbeiter der Spurensicherung und ein Rechtsmediziner inspizierten den Leichnam und kamen zu dem Ergebnis, dass Manuela E. keinen natürlich Tod starb – die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt in einem Mordfall! Unter dringendem Tatverdacht steht der 27 Jahre alte Aron S., der noch in der Wohnung war, als die Beamten auf die tote Frau stießen. Nach tz-Informationen lebte S. dort zusammen mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten. Ob auch sie zum Zeitpunkt des Leichenfundes in der Wohnung waren, ist allerdings nicht bekannt.

Manuela E. wurde in einem Einfamilienhaus in Gröbezell tot aufgefunden. 

Wie die tz erfahren hat, war Manuela E. eine gute Bekannte der Mutter des mutmaßlichen Täters. Aron S. soll mit psychischen Problemen gekämpft haben. Manuela E., die offenbar einst in einer ähnlichen Situation war, wollte S. mit ihren Erfahrungen helfen. Ob es zwischen dem angeblichen Täter und dem Opfer auch eine sexuelle Beziehung gab, ist hingegen nicht bekannt. Dies und weitere Hintergründe gilt es nun unter der Leitung der Staatsanwaltschaft München II zu ermitteln.

Leichenfund in Gröbenzell: Großaufgebot von Polizei und Spurensicherung

Tote Frau aufgefunden
Die Kriminalpolizei  hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Tote Frau aufgefunden
Die Kriminalpolizei  hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Tote Frau aufgefunden
Die Kriminalpolizei  hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Tote Frau aufgefunden
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und ist zur Spurensicherung vor Ort.  © News5/Pieknik

Manuela E. Person, die „das Leben genießt“

Laut Aussagen aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Einfamilienhauses an der Eschenrieder Straße gab es in der Wohnung, in der Manuela E. starb, wohl bereits öfter lautstarke Streitereien, Anhaltspunkte für einen möglichen Mord, wollen aber auch die Anwohner nicht erkannt haben. Aron S. und seine Mutter hatten demnach auch nur selten Kontakt zu Nachbarn, persönlich gekannt haben die beiden offenbar nur wenige.

Ganz anders wird dagegen die vermutlich ermordete Manuela E. beschrieben. Freunde beschreiben sie im Gespräch mit der tz als lebenslustig, immer fröhlich und als einen Menschen, „der das Leben genießt.“ Die 40-Jährige arbeitete in einem Supermarkt in Gröbenzell und war die Mutter einer kleinen Tochter. Von deren Vater aber lebte sie getrennt. Bekannt war Manuela E. auch für ihre große Tierliebe. Sie selbst lebte mit sechs Huskies zusammen, die sie aus dem Tierheim geholt hatte.

joh/mc/das

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