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Dramatische Lage bei Kita-Plätzen nahe München: Stadt rät Eltern, Kinder zur Oma zu schicken

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Von: Kathrin Böhmer

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In vielen Gemeinden gibt es Bedarf für weitere Kita-Gruppen, doch schon jetzt fehlt Personal. Im südlichen Landkreis gibt es keine Zulage Ausbildungszeit wurde auf vier Jahre verkürzt
In vielen Gemeinden gibt es Bedarf für weitere Kita-Gruppen, doch schon jetzt fehlt Personal. © Heimken/dpa

Die Kita-Situation in Gröbenzell spitzt sich zu. Hauptgrund ist die Personallage. Die Stadt musste wieder Absagen verschicken.

Gröbenzell – Am Montag bekamen die Eltern per E-Mail Bescheid, ob ihr Kind ab kommendem September einen Platz in einer Kindertageseinrichtung fürs Betreuungsjahr 2022/23 erhalten hat. Dabei müssen einige eine bittere Pille schlucken: Nicht alle werden einen Kindergarten- oder Krippenplatz erhalten, wie auch schon im vergangenen Jahr.

Die genaue Anzahl der Betroffenen war am Montag nicht mehr zu erfahren. Letztes Jahr fehlten 30 Krippen- und zehn Kindergartenplätze. Laut Pressemitteilung des Rathauses können heuer viele der eigentlich vorhandenen Kindergarten- und Krippenplätze im Gemeindegebiet nicht besetzt werden. Als Grund wird die extrem angespannte Personallage genannt. Auch dieses Problem ist nicht neu. Eine traurige Situation, heißt es.

Gröbenzell: Stadt kann nicht genug Kita-Plätze anbieten - wegen Personalmangels

Der Mangel an pädagogischen Fachkräften sei bayernweit ein Problem und trifft derzeit eben auch viele Einrichtungen in der Gemeinde Gröbenzell hart. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) bittet Betroffene um Verständnis. „Wir wissen um die Herausforderung für die betroffenen Eltern und bedauern die Situation sehr. Liebend gern würden wir nur Zusagen erteilen, aber leider müssen wir – priorisiert nach Alter des Kindes und Dringlichkeit des Betreuungsbedarfs – teilweise auch Absagen verschicken.“

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Kita-Platz in Gröbenzell Mangelware: Eltern sollen Alternativen suchen

Zusammen mit allen Trägern der betroffenen Einrichtungen arbeite die Gemeinde mit Hochdruck daran, trotz des systemischen Personalmangels im Bereich Kinderbetreuung weiterhin qualifiziertes Personal zu finden, um die angespannte Situation zu entschärfen.

Die Gemeinde Gröbenzell bittet betroffene Eltern dennoch ausdrücklich darum, individuelle Alternativen zur Kindertagesstätte in Gröbenzell zu prüfen: seien es betriebliche Betreuungseinrichtungen, Eltern-Netzwerke auf Gegenseitigkeit, eine private Betreuung durch (Leih-)Oma oder Au-Pair sowie andere Lösungen, heißt es in der Pressemitteilung.  gar

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