Drama am S-Bahnhof: Zeuge berichtet

Tödlicher Stromschlag: Er sah Bene sterben

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Django Stanculovic konnte nichts mehr für den Schüler tun

Gröbenzell - Todes-Drama am S-Bahnhof Gröbenzell: Der 17-jährige Benjamin ist durch einen Stromschlag gestorben. Zeuge Zoran Stanculovic berichtet von dem schrecklichen Unglück.

Auf diesem Oberleitungsmasten starb Bene (17) aus München.

Es sind Bilder, die Zoran „Django“ Stanculovic sein Leben lang nicht mehr vergessen wird. Erst diese Explosion und der Feuerball, dann die verzweifelten Schreie auf dem Bahnsteig. Als der Gröbenzeller Samstag gegen Mitternacht losrennt, ahnt er nicht, dass er gleich einen jungen Mann finden wird. Er hängt mit dem Kopf nach unten in einem Oberleitungsmasten. Sein Oberkörper ist verbrannt. Für Benjamin (17) kommt jede Hilfe zu spät.

Das Unglück am S-Bahnhof Gröbenzell nimmt gegen 23.45 Uhr seinen Lauf. Benjamin, seine Freunde rufen ihn Bene, blödelt mit seinem Spezl am Bahnsteig herum. Sie springen in die Gleise und schnell wieder rauf. Ein auf die S-Bahn nach München wartender Mann wendet sich an die offensichtlich alkoholisierten Burschen: „Hört’s auf mit dem Blödsinn, das ist viel zu gefährlich.“

Benjamin schlägt die Warnung in den Wind. Er setzt noch einen drauf. Völlig unvermittelt klettert er auf einen Oberleitungsmasten. Obwohl andere wartende Fahrgäste ihn mit Schreien zurückhalten wollen. Der 17-Jährige klettert immer höher – und kommt der Stromleitung, durch die mehrere zehntausend Volt fließen, zu nahe. Dadurch löst sich ein Lichtbogen aus, der Benedikt mit voller Wucht trifft. 15 000 Volt durchfahren seinen Körper, der explosionsartig Feuer fängt. Diesen Feuerball sieht Stanculovic, der gerade vor der Kneipe Branka & Dimitri bei einem Bier hockt.

Sofort springt er auf und sprintet durch die Unterführung zum Bahnsteig rauf. „Da saß ein junger Kerl auf der Bank, die Hände vors Gesicht geschlagen“, erzählt der Gröbenzeller. „Bene, Bene!“, ruft der Schüler. Andere Menschen stehen um ihn herum, auch sie schreien im Schock. Jetzt weiß Stanculovic, dass irgendwas mit einem Burschen passiert ist. Der 39-Jährige springt ins Gleisbett, sucht die Umgebung ab. „Plötzlich war mir klar, wo ich ihn finde“, erzählt er. „Der Masten hat immer noch Funken geschlagen. Da hab’ ich den Bene gesehen. Er hing mit dem Kopf nach unten in fünf Metern Höhe.“

Die alarmierten Rettungskräfte können nichts mehr für den Münchner Schüler tun. Er war durch den Stromschlag sofort tot.

Jacob Mell

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