Überfall mit Bierflaschen als Waffe

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Räuber Benjamin K.

München - Bei der Wahl ihrer Waffen sind Räuber oft einfallsreich. Selbst gebastelte Spieße, Bomben-Attrappen, umgebaute Schreckschuss-Revolver – alles hat es schon gegeben. Was Benjamin K. (21) einfiel, ist neu.

Räuber Benjamin K.

Beim Überfall auf eine Tankstelle nahm er zwei volle Bierflaschen, die er gezielt als Wurfgeschosse einsetzte. Weit kam er mit seiner Beute allerdings nicht.
Michael M. (22) arbeitete am späten Abend des 24. Oktober 2010 an der Kasse der Esso-Tankstelle in Gröbenzell, als Benjamin K. den Laden betrat. Dieser hatte schon ein paar Stunden zuvor zwei Flaschen Augustiner gekauft, nun plagte ihn offenbar wieder der Durst. Michael M. ahnte nichts Böses, als der Kunde zwei Bierflaschen aus der Theke entnahm. „Er nahm das Bier raus, dann sind die Flaschen schon geflogen“, erinnerte sich der Verkäufer gestern als Zeuge vor dem Landgericht München II. „Die erste Flasche hat das Zigarettenregal getroffen, die zweite mich.“ Die Flasche zerbrach. „Ich habe erst gar nicht kapiert, was los ist. Ich dachte, ich träume.“

Es war ein Albtraum. Drohend kam der Täter auf ihn zu und schrie: „Du Wichser, gib mir das Geld!“ Schockiert öffnete Michael M. die Kasse. Benjamin K. schnappte sich die rund 370 Euro und sagte seinem Opfer: „So, jetzt kannst du anrufen.“ „Erst als ich mit der Polizei telefonierte, habe ich gemerkt, dass mir das Blut herunterlief“, erinnert sich der Verkäufer. Die Schnittwunde an seiner linken Schläfe musste in der Klinik geklebt werden. Eine deutliche Narbe ist ihm dabei geblieben.

Der Räuber kam nicht weit: Polizeibeamte fassten ihn am S-Bahnhof, ehe er in den Zug einsteigen konnte. Ohne Widerstand ließ er sich abführen. Seither sitzt er in Stadelheim. Vor Gericht gab der wegen Diebstahls mehrfach vorbestrafte Benjamin K. alles zu. Er habe Geld für Bier gebraucht, sagte der Schüler. Wegen psychischer Probleme ging das Gericht von einem minderschweren Fall aus: Dreieinhalb Jahre Haft!

Verteidiger Alexander Eckstein: „Mein Mandant akzeptiert das Urteil.“

E. Unfried

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