Große Sorge um Johannes Heesters

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„Komplett abgeschottet“: Der Künstler liegt auf der Intensivstation des Starnberger Klinikums.

Starnberg - Johannes Heesters geht es wieder schlechter. Der 108-Jährige liegt seit Samstag auf der Intensivstation des Klinikums Starnberg, wie der Geschäftsführer der Klinik, Thomas Weiler, am Montag mitteilte.

Zum Gesundheitszustand des Schauspielers wollte er sich nicht äußern. Am Samstagabend sei Heesters mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden, bestätigte auch sein Agent Jürgen Ross. Die „Bild“-Zeitung hatte auch Fotos von Heesters gezeigt, wie er auf einer Trage geschoben wurde.

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Nach Informationen des Münchner Merkur wurde „Jopie“ auf der Intensivstation „komplett abgeschottet“. Es seien Paravents aufgestellt worden, um zu verhindern, dass von außen Fotos des greisen Künstlers gemacht werden. Seine Frau, die Schauspielerin und Autorin Simone Rethel, sei Tag und Nacht bei ihm. „Es kann jederzeit passieren“, heißt es aus der Umgebung des Ehepaares.

Wie ernst es um ihn steht, zeigt sich auch daran, dass sich bereits vor einigen Tagen überraschend der engste Familienkreis um den Schauspieler und Sänger versammelte. Tochter Wiesje Herold-Heesters (80) war mit Ehemann Raimund aus Wien gekommen, Tochter Nicole Heesters (74) aus Hamburg angereist.

Heesters musste bereits kurz vor seinem Geburtstag am 5. Dezember wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Dabei sei ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. Er wolle mindestens 110 Jahre alt werden, hatte der Operettenstar, der als ältester aktiver Schauspieler der Welt gilt, danach verkündet.

„Jopie“ lebt mit seiner über 45 Jahre jüngeren Frau am Starnberger See. Auf Geburtstagsfeiern der vergangenen Jahre schmetterte der Grandseigneur der leichten Muse mit noch erstaunlich kräftiger Stimme seine Lieder wie „Ich knüpfte manche zarte Bande“ oder „Man müsste Klavier spielen können“. Auch aufs Rauchen wollte er lange nicht verzichten. Gerade kam ein neuer Kurzfilm mit ihm in der Rolle des Petrus heraus, in Planung war zuletzt die Verfilmung einer Geschichte von Anton Tschechow („Wankas heiliger Abend“) mit Dreharbeiten in Magdeburg, im Harz und in Berlin.

Berühmt wurde der aus dem niederländischen Amersfoort stammende Schauspieler und Sänger unter anderem mit Filmen wie „Der Bettelstudent“ (1936) an der Seite von Marika Rökk, „Karneval der Liebe“ (1942) und als Graf Danilo in Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ – seine Paraderolle, die er mehr als 1600 Mal spielte. „Heut’ gehen wir ins Maxim“ wurde zur Erkennungsmelodie. Er wolle spielen, solange es seine Gesundheit zulasse, sagte Heesters oft: „Soll ich zu Hause sitzen und warten, bis man mich holt?“

Dieter Paul Adler

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