Großeinsatz

Betonpumpe stürzt an den Schlüterhallen um: Zwei Tote

Tiefe Betroffenheit herrschte am Donnerstagvormittag auf der Schlüter-Baustelle in Freising: Ein riesiger Lkw mit Betonmischeraufsatz war umgestürzt und hatte zwei Arbeiter mit voller Wucht getroffen. Für die Männer kam jede Hilfe zu spät – sie erlagen noch auf der Baustelle ihren Verletzungen. Die Ursache der Katastrophe ist noch unklar. Die Kripo ermittelt.

Freising – Die Erstmeldung, die um 9.15 Uhr bei der Freisinger Feuerwehr einging, ließ bereits Schlimmes erahnen: Zwei rumänische Arbeiter (43 und 56) seien auf der Großbaustelle am südlichen Freisinger Ortseingang von einer Betonpumpe eingeklemmt worden. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften – Feuerwehr, Polizei und Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) – raste los, und rasch wurde klar, dass sich auf der Baustelle ein Drama abspielte. Dort bot sich zunächst ein schreckliches Bild: Ein Schwerlaster mit riesigem Betonpumpenaufsatz war mit gewaltigem Getöse umgestürzt – und zwei Arbeiter wurden von dem rund 50 Meter langen, tonnenschweren und voll ausgefahrenen Ausleger getroffen. Die Pumpe war zur Errichtung einer Kellerdecke im Einsatz. Einer der Arbeiter war bereits seinen Verletzungen erlegen, der zweite kämpfte um sein Leben. Der Notarzt versuchte verzweifelt, ihn zu reanimieren, ein Rettungshubschrauber wurde angefordert – aber alle Rettungsversuche waren schließlich vergebens. Auf der Großbaustelle herrschte blankes Entsetzen und tiefe Betroffenheit. Seit Monaten wurde dort, wo bald ein Fachmarktzentrum und Kino-Center entstehen soll, emsig gearbeitet, selbst bei Minusgraden. Bisher hatte es keinen einzigen Unfall gegeben. Und nun das.

Video: So sieht es vor Ort aus

Die Ursache des Betriebsunfalls war noch nicht geklärt: „Wir wissen nicht, ob es sich um technisches Versagen oder einen Bedienungsfehler gehandelt hat“, sagte der Chef der Polizeiinspektion Freising, Polizeioberrat Ernst Neuner, vor Ort. Jetzt soll ein Sachverständiger klären, warum das Ungetüm umgestürzt ist – auch mithilfe der Bilder, die ein Polizeihubschrauber mehrere Minuten lang über dem Unfallort im Freisinger Süden gemacht hat. Eine Stütze des Schwerlasters war zwar deutlich sichtbar abgeknickt – wie das geschehen konnte, war noch unklar. Die Kripo Erding hat die Ermittlungen aufgenommen. Unmittelbar nach dem Unfall wurden bereits die Arbeiter vor Ort vernommen.

Während des Unfalls war die Zufahrt zum benachbarten Elektrogroßhandel Hartl gesperrt. Im Einkaufszentrum direkt nebenan bekam man vom Unfall offenbar aber nur wenig mit: Dort wurde weiter eingekauft wie an jedem Donnerstag in Freising. Die Bauarbeiten wurden allerdings eingestellt.

Video: snacktv

Rubriklistenbild: © Hirschfeld

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