Feuerwehren aus dem halben Landkreis rücken aus

Großeinsatz in Germering: Bewohner mit Pfefferspray attackiert?

Großeinsatz in Germering: Eine ganze Armada an Einsatzfahrzeugen ist am Sonntagabend in die Flurstraße ausgerückt. Bewohner eines Mehrfamilienhauses hatten die Retter alarmiert, weil es nach Gas gerochen hatte. Ein Leck wurde nicht gefunden – womöglich hat ein schlechter Scherz Helfer aus dem halben Landkreis auf den Plan gerufen.

Germering – Anja Ritter (Name geändert) schickte ihre Kinder um halb neun zum Spielen. „Schon kurz darauf kamen Sie wieder herein und schnappten nach Luft“, berichtet die 39-jährige. „Also sind mein Mann und ich raus, um nachzuschauen.“ Auch die Eltern bekamen im ’Treppenhaus schnell keine Luft mehr. „Das wussten wir, dass etwas nichts stimmt.“ Ritter entschied sich, die Polizei einzuschalten. „Die Leitstelle riet uns, die Nachbarn zu informieren. Das haben wir sofort gemacht.“

Den Evakuierten macht vor allem die Kälte zu schaffen

Als die ersten Polizisten eintreffen, bemerken auch sie, dass eine reizende Substanz in der Luft liegt – Großeinsatz. Die Integrierte Leitstelle schickt die Feuerwehren aus Germering Unterpfaffenhofen, Puchheim-Ort, Gernlinden, Geiselbullach, Fürstenfeldbruck und Gröbenzell in die Große Kreisstadt. Die Münchner Berufsfeuerwehr rückt mit einem Großraumrettungswagen an.

Die Einsatzkräfte evakuieren das komplette Gebäude. Über 30 Bewohner werden zu einer Sammelstelle vor das Haus gebracht. Wer die unbekannte Substanz eingeatmet hat, wird von einem Team von Notärzten versorgt. Um genügend Platz zu haben, wird die Flurstraße komplett gesperrt. Den Bewohnern, die auf die Schnelle ihre Wohnungen verlassen mussten, macht vor allem die Kälte zu schaffen. „Es ging alles sehr schnell, deswegen waren wir nicht ausreichend warm angezogen“, erinnert sich Gertrud Möhl (73). „Uns war kalt.“

Was den Großeinsatz ausgelöst hat, ist bislang ein Rätsel

Ein Gefahrgut-Team der Feuerwehr führt diverse Messungen im gesamten Haus durch. Die Quelle für die unbekannte Substanz können sie jedoch nicht finden. Die Feuerwehr lüftet das gesamte Gebäude. Um 21:35 Uhr dann die Entwarnung: Die Evakuierung wird aufgehoben, alle Anwohner dürfen zurück in ihre Wohnungen. Wer will, den begleiten Feuerwehrleute und überprüfen noch einmal die Wohnung – eine Maßnahme, die den verängstigten Menschen vor allem Sicherheit geben soll. Bei den Bewohnern kommt das sehr gut an. „Die Feuerwehr war spitze“, sagt Anja Ritter.

Was den Großeinsatz letztlich ausgelöst hat, blieb auch am Tag darauf ein Rätsel. „Die Symptome könnten für Reizgas sprechen“, sagt Germerings Polizei-Vize Andreas Ruch. Sollte sich jemand einen Scherz erlaubt haben, könnte es für ihn teuer werden. Der Einsatz hat mehrere 1000 Euro gekostet. Ruch: „Wir werden noch Nachforschungen anstellen.“

von Tobias Gehre und Christian Masengarb

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Germering

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