Bub (9) im Garten überfallen

Großfahndung nach dem Täter

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Freising - Einer Freisingerin stockte der Atem, als sie am frühen Abend ihre Wohnung an der Auenstraße am Seilerbrückl aufsperrte: Ihr Bub (9) war von einem Einbrecher überrascht worden. Die Polizei startete sofort eine Großfahndung mit Helikopter und Hunden.

Eine sofort eingeleitete Großfahndung, an der auch der Polizeihubschrauber beteiligt war, brachte bislang keinen Erfolg, wie die Polizei am Donnerstagmittag mitteilte. Begünstigt durch die Anwesenheit einer Bereitschaftspolizeieinheit im Raum Freising, waren an dem Einsatz insgesamt rund 50 Polizeibeamte beteiligt. Auch der Einsatz eines speziellen Personensuchhundes brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die weiteren Ermittlungen werden von der Kriminalpolizeiinspektion Erding geführt.

Rückblick: Es war um exakt 18.21 Uhr, als die Meldung beim Polizei-Notruf einging: „Wohnungseinbruch an der Auenstraße, ein Neunjähriger von Täter überrascht.“ Sofort lief der Großeinsatz an: Polizeistreifen, Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei, Zivilkräfte, Hundeführer, Kripo und Spurensicherung, unterstützt von Beamten der PI Freising, rückten aus. Am Tatort fanden die Polizisten die geschockte Mutter, die nur wenige Minuten zuvor ihren Buben in der Wohnung gefunden hatte – offenbar gefesselt, was der Sprecher des Polizeipräsidums Oberbayern Nord nicht bestätigen wollte.

Der Neunjährige war unversehrt, stand aber – wie die Frau – unter massivem Schock. Das BRK kümmerte sich um die beiden. Der Neunjährige konnte, wie sich im Laufe des Abends ergab, zu Hause bleiben und musste nicht in die Klinik gebracht werden. Er wurde von Polizeipsychologen befragt. Erste Details wurden spätabends bekannt: So soll es sich beim Einbrecher um einen etwa 1,80 Meter großen, dunkel gekleideten Mann gehandelt haben.

Ein Hubschrauber war inzwischen in der Luft und flog das Gebiet rund um den Einsatzort nördlich der Isarauen ab. Das Reihenhaus an der Auenstraße wurde hell erleuchtet. Passanten und Anwohner beobachteten geschockt die Szenerie, während die Polizei erste Absperrungen am Gelände rund um das Haus zog.

Die Spurensicherer nahmen kurze Zeit später ihre Arbeit auf. Es wurden Einsatzkoffer in die Wohnung getragen, um nach Hinweisen auf den Täter suchen zu können. Der Einbrecher, soviel wurde vor Ort bekannt, hatte wohl kurz vor der Tat das Reihenhaus beobachtet, bevor er zuschlagen wollte. Dann, als der Bub zum Hasenfüttern nach draußen ging, stand er plötzlich vor der dunklen Gestalt im Garten. Weitere Details müssen die Beamten noch ermitteln.

Erster Polizeihauptkommissar Michael Ertl, der stellvertretende Chef der PI Freising, gab gestern Abend den Journalisten vor Ort einen ersten Kommentar zur anfangs „sehr diffusen Lage“: „Wir müssen jetzt die Spuren sichern und die Befragungen abwarten.“ Ob in der Wohnung etwas gestohlen worden war, wollte er weder bestätigen noch dementieren. Insbesondere der Bub konnte aus verständlichen Gründen gestern zunächst nur wenig zum Tathergang sagen.

Teilweise waren die Beamten sofort nach dem Notruf derart schnell zum Tatort aufgebrochen, dass sie vereinzelt ohne Jacke in die Einsatzfahrzeuge gesprungen waren. Hilfsbereite Anwohner versorgten die Einsatzkräfte angesichts der eisigen Temperaturen am späten Abend mit wärmendem Kaffee und Tee.

Das THW war zum Ausleuchten des Areals rund um die Siedlung alarmiert worden. Insbesondere der Garten und die angrenzenden Isarauen standen im Fokus. 

Wohnungseinbruch: Großeinsatz der Polizei in Freising

Wolfgang Schnetz, Armin Forster und Andreas Beschorner

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