Vaterstetten: Lkw-Fahrer will sich in die Luft sprengen

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Der 31-Jährige wurde abgeführt

Vaterstetten - Ein 31-jähriger Mann hat am Mittwoch an der Raststätte Vaterstetten die Polizei in Atem gehalten: Der Lkw-Fahrer drohte, sich in die Luft zu sprengen. Das SEK hat ihn überwältigt.

Großeinsatz in Vaterstetten: Mann will sich in die Luft sprengen

Gegen 9 Uhr wurde eine Streife der Autobahnpolizei von einem Lkw-Fahrer zur an der A 99 gelegenen Raststätte Vaterstetten gerufen. Dieser sollte im Auftrag seiner Firma an der Raststätte einen Lkw von einem Kollegen übernehmen. Der Fahrer dieses, an der Rastanlage abgestellten Lkw, wollte dem neuen Fahrer jedoch nicht öffnen.

Den zu Hilfe gerufenen Polizeibeamten gelang es die Beifahrertür des Lkw zu öffnen und mit dem im Führerhaus sitzenden Fahrer Kontakt aufzunehmen. Beim Öffnen der Tür nahmen die eingesetzten Beamten sofort Gasgeruch wahr der, wie sich später herausstellte, von einer Gaskartusche stammte. Zudem hielt der Mann ein etwa 30 Zentimeter langes, feststehendes Messer in der Hand und drohte an, sich mit einer unter dem Fahrersitz befindlichen Handgranate in die Luft zu sprengen. Der Arm des Mannes wies bereits zu diesem Zeitpunkt Schnittverletzungen auf.

Aufgrund dieser Gesamtsituation, in der für die Beamten nicht erkennbar war, ob sich der Mann tatsächlich im Besitz eines solchen Sprengmittels befand, wurde der Abstellort des Lkw weiträumig abgesperrt um eine Gefährdung unbeteiligter Personen auszuschließen. Unter Einsatzleitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wurden entsprechende Vorkehrungen für Verhandlungen mit dem Mann und auch für einen möglicherweise notwendigen Zugriff getroffen. Die Rastanlage musste dafür teilweise gesperrt und geräumt werden. Insgesamt wurden für die polizeilichen Maßnahmen rund 70 Polizeibeamte eingesetzt, die bei den notwendigen Absperrmaßnahmen Unterstützung von den Feuerwehren aus Vaterstetten, Parsdorf und Feldkirchen bekamen. Ferner war ein Notarztwagen und zwei Rettungswagen vor Ort.

Der Kontakt zu dem Mann im Führerhaus des Lkw konnte über mehr als zwei Stunden durch den Streifenbeamten aufrecht erhalten werden, der dabei von der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums unterstützt wurde. Kurz nach 11:30 Uhr wurde der Lkw-Fahrer schließlich durch Beamte eines Spezialeinsatzkommandos festgenommen. Bei der anschließenden Absuche des Lkw durch einen Sprengstoffhund und Experten des Landeskriminalamts, konnten keinerlei Sprengmittel aufgefunden werden.

Motiv für das Verhalten des 31-Jährigen, aus Nordrhein-Westfalen stammenden Lkw-Fahrers, dürfte nach bisherigen Erkenntnissen wohl die konkrete Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes gewesen sein. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

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