Er bedrohte sie mit dem Tod

Opa missbraucht jahrelang seine Enkelinnen

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Der 54-jährige Angeklagte vor Gericht.

Kirchseeon - Mehr als drei Jahre lang konnte ein Kinderschänder in Kirchseeon seine beiden Enkelinnen brutal missbrauchen, ohne dass die Mütter der beiden Opfer und seine Ehefrau etwas bemerkten.

Vor dem Landgericht München II gab Wolfgang H. (54) am Dienstag zu, seine beiden Enkelinnen aufs Brutalste missbraucht, gedemütigt und bedroht zu haben.

Die Mütter der beiden Mädchen hatten geglaubt, die Kinder seien bei Opa und Oma gut aufgehoben. Eine Mutter ist die Tochter des Angeklagten, die andere die Stieftochter. Rechtsanwalt Gerhard Erdmann aus Ebersberg, der die heute zwölf und 14 Jahre alten Mädchen als Nebenkläger vor Gericht vertritt, sagte am ersten Prozesstag: „Die Mütter konnten nicht glauben, was über die Jahre hinweg passiert ist. Sie sind erschüttert.“

Aber es ist passiert, wie der arbeitslose Kraftfahrer über seine Anwältin Berna Behmoaram einräumen ließ. Ab Januar 2010 kam es laut Anklage in der Kirchseeoner Wohnung von Wolfgang H. zu den sexuellen Übergriffen, zunächst an dem älteren Mädchen. Die Ehefrau des Täters war außer Haus, als er das Kind auf den Schoß nahm und diesem am PC harte Porno-Videos vorführte. So wie in den Sexfilmen sollte es das Mädchen mit ihm machen. Das Kind kam seinen Forderungen nach, eine andere Wahl hatte es wohl nicht. Denn der Täter drohte der Schülerin laut Anklage, „sie zu Tode zu schlagen, wenn sie jemand anderem von den Vorfällen erzählt“. Das verängstigte Kind fügte sich. Auch die heute Zwölfjährige berichtete bei den Vernehmungen im Münchner Landgericht von brutalen Übergriffen. Auch sie musste den Täter sexuell befriedigen. Sie war es, die bei einer Familienfeier im vergangen August ausplauderte, was der Opa mit ihr angestellt hatte. Wolfgang H. erstattete darauf Selbstanzeige.

Insgesamt geht die Anklage von 190 Fällen des sexuellen Missbrauchs aus, davon auch Fälle des schweren Missbrauchs. Durch sein Geständnis hat der Angeklagte zumindest die Vernehmung der Kinder vor Gericht erspart, was eine deutliche Strafmilderung zur Folge hat.

Das Gericht schaute sich am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Video-Vernehmungen der beiden Opfer an. Der Prozess geht weiter.

Nach Informationen der Münchner „tz“ war die Mutter der heute 14-Jährigen erst 17, als sie das Mädchen bekommen hatte. Das geistig leicht behinderte Kind wuchs bei den Großeltern auf, während sich die Mutter einem neuen Lebensgefährten zuwandte.

(ebu)

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