Großwildjäger: Kein Schmerzensgeld wegen Herzschrittmacher

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Auf Pirsch in Namibia: Großwildjäger Wolfgang Hartmann mit einem erlegten Warzenschwein.

München - Wegen seines Herzschrittmachers kann der Freisinger Großwildjägers Wolfgang Hartmann nicht mehr auf die Jagd gehen. Deshalb verklagte er das Deutsche Herzzentrum München. Doch die Klage war ein Fehlschuss:

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Er hat es ja geahnt und ist deshalb gar nicht erst zur Urteilsverkündung erschienen. Die Klage des Freisinger Großwildjägers Wolfgang Hartmann (65) gegen das Deutsche Herzzentrum München ist am Mittwoch am Münchner Landgericht abgewiesen worden. Es gibt keine 5000 Euro Schmerzensgeld für den Jäger, der seiner Leidenschaft nicht mehr fröhnen kann, seit ihm im Oktober 2010 auf der rechten Schulterseite ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde.

In Zivilprozessen gibt der Richter bei der Verkündung des Urteils keine Begründung ab, die beiden Parteien erhalten diese nur in schriftlicher Form in den kommenden Tagen. Gegenüber der tz sagt der Richter Stephan Mittelsten Scheid so viel: „Herr Hartmann hat ja behauptet, er habe vor dem Eingriff den Wunsch geäußert, den Schrittmacher auf der linken Schulterseite einzusetzen. Dieser Nachweis konnte aber nicht erbracht werden.“ Im Prozess stand Aussage gegen Aussage, in den Klinikprotokollen ist ein möglicher Wunsch des Jägers nicht dokumentiert.

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Obwohl der Jäger mit diesem Urteil gerechnet hatte, zeigte sich Hartmann am Mittwoch enttäuscht. „Die Ärzte haben ja nicht mal nur mir, sondern auch meiner Frau zugesichert, dass sie das Gerät nicht rechts einpflanzen. Es ist schlimm, wenn einem keiner glaubt.“ Mit diesem Urteil muss Hartmann nun aber leben. Bis er sich jedoch endgültig damit abgefunden hat, nicht mehr auf die Pirsch gehen zu können, wird es länger dauern. Die Jagd in den verschiedensten Ländern dieser Welt war fast vier Jahrzehnte lang seine große Leidenschaft gewesen, er bezeichnete sie als seinen „Lebensinhalt“. Über 500 Trophäen – darunter viele afrikanische Antilopen – zieren die Wände seines Einfamilienhauses in Freising. Viele Jahre hatte der ehemalige Beamte auf seine Pension hingefiebert, um sich dann ganz seinem Hobby widmen zu können. „Und jetzt habe ich nichts mehr“, sagt Hartmann. Der Herzinfarkt und die daraufhin nötige Notfall-Operation hat ihm ­einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die betreffenden Ärzte des Deutschen Herzzentrums in der Lazarettstraße wollten der tz gegenüber am Mittwoch nichts zu diesem Urteil sagen. Man wolle erst die schriftliche Begründung abwarten, heißt es dort.

nba

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