Wunschpartner liegen weit auseinander 

Grüne: Keine Startbahn-Koalition!

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Der Flughafen München entzweit SPD und Grüne.

München - SPD und Grüne träumen davon, 2013 die CSU zu stürzen. Doch der gemeinsame Gegner eint die beiden Parteien nicht. Besonders die mögliche dritte Startbahn am Flughafen entzweit die Wunschpartner.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Darum dürften am Wochenende manche Rote und Grüne bei ihren Parteitagen davon träumen, gemeinsam die CSU zum Absturz zu bringen. Schließlich bleiben da oben alle Ängste, alle Sorgen verborgen, sagt man. Doch am Boden der Münchner Startbahn müssen sie um diesen Erfolg immer mehr bangen. Jetzt wollen die Grünen jede Koalition pro Flughafenausbau ausschließen - auch eine mit der SPD!

Keine 90 Kilometer Luftlinie auseinander in Mittelfranken und doch Welten entfernt: Die Grünen tagen in Bad Windsheim, der kleine Parteitag der SPD trifft sich in Treuchtlingen, wo OB Christian Ude erstmals seit der Kür spricht - über Schulpolitik, Kinderbetreuung und die Gleichstellung der Frau. Themen also, die Rote und Grüne vereinen. Ude sagte der tz: „Ich schlage versöhnliche Töne an.“

Grüne: Große Hoffnung in die SPD - bis Ude kam

Nicht die Grünen: Der Abgeordnete Christian Magerl und AufgeMUCkt-Sprecherin und Parteirätin Helga Stieglmeier beantragen, dass die Ablehnung der Startbahn nicht verhandelbar sein soll: „Die Grünen beteiligen sich an keiner Regierungskoalition, die eine Startbahn beschließt.“ Die Grünen sind halt dagegen, könnte man meinen, hätte Stieglmeier bei der Vorstellung ihres Antrags auf der Münchner Stadtversammlung nicht zum Sturzflug auf Ude angesetzt. „Wir hatten große Hoffnung in die SPD“, sagte die Grüne. Die Landtagsfraktion habe sie sehr freundlich aufgenommen, Abgeordnete hätten ihre Startbahn-Ablehnung geäußert. „Bis plötzlich Ude kam“, so Stieglmeier. Die „Christianisierung“ der Landes-SPD habe eine unnötige Dynamik entfacht. „Wir sind ratlos.“ Darum dürfe man 2013 in keine Startbahn-Koalition gehen - und benannte sogleich das letzte Schlupfloch: „Wenn bis dahin keine Fakten geschaffen sind.“

Wenn die Bahn schon in Bau ist, gibt es keine Koalitionsprobleme. Also müssen die rot-grünen Strategen auf den Zeitplan setzen: Zunächst kommt es auf den Bürgerentscheid im Frühjahr 2012 an. Stimmten die Münchner gegen den Ausbau, komme dieser nicht, sagt Ude. Votieren die Bürger für die Startbahn, sollen die Grünen ihren Widerstand aufgeben, appelliert der OB. Dann kommt es aufs Gericht an. Ude erwartet, dass die Richter bis Herbst 2012 über die Einwände der Bürger urteilen und danach die Bagger anrollen können. „Das kann ich aber nicht garantieren.“ Verzögert sich das Verfahren, wird es spannend: Dann geht Rot-Grün in einen schwierigen Wahlkampf.

David Costanzo

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