Grafrath

Pläne für Edeka und Rewe gescheitert - doch jetzt gibt‘s grünes Licht für Supermarkt

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Beispielfoto: Der Feneberg in München-Schwabing

Der Weg zum Bau des Grafrather Supermarkts ist frei. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan mit großer Mehrheit gebilligt. Einwände mehrerer Bürger führten zu keiner Änderung mehr.

Grafrath – Die dritte Lösung für den Supermarktbau an der Hauptstraße scheint nun endlich die zu sein, die umgesetzt werden kann. Nachdem Pläne mit Edeka und Rewe gescheitert sind, segnete der Gemeinderat das Vorhabendes Allgäuer Unternehmers Feneberg ab. Nur die Entwässerung des Grundstücks muss noch endgültig geklärt werden.

Bei einigen Bürgern ist der Bau umstritten: Insgesamt zehn Schreiben mit Einwendungen von Bürgern musste das Ratsgremium behandeln. Die Bedenken drehten sich hauptsächlich um Themen, die bereits im Gemeinderat ausgiebig diskutiert worden waren: hohes Verkehrsaufkommen im Bereich des Schulwegs, mehr Lärm durch Anlieferung, Kundenfahrzeuge und Einkaufswägen sowie die Anordnung der Parkplätze vor dem Gebäude an der Hauptstraße anstatt der einst geplanten Schaffung eines Platzes zum Verweilen.

Diese Bedenken wies der Gemeinderat aber allesamt zurück. Laut einem Lärmgutachten werden die Grenzwerte nicht überschritten. Das Verkehrsaufkommen wird dahingehend geregelt, dass Anlieferverkehr nur von Seiten der Bahnhofstraße her erfolgen darf. Und die Schaffung eines Platzes ist mit den früheren Lösungen gestorben, weil Feneberg die Stellplätze vor dem Gebäude will. „Tiefgaragen werden nicht angenommen, hinter dem Gebäude würden wir zu viele Parkplätze verlieren“, erklärte der zuständige Planer.

Umfangreiche Einwände brachte auch die Firma Scherbaum vor. Die hatte bereits benachbarte Grundstücke erworben, um dort eine der früheren großen Lösungen zu realisieren. Nach deren Scheitern scheint das Unternehmen dort nun Wohnbebauung anzustreben. Jedenfalls wendete das Unternehmen ein, dass der Supermarkt eine solche Bebauung mit Wohnhäusern beeinträchtige. Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) hegte jedoch erhebliche Zweifel, ob die Grundstücke überhaupt ohne Zutun der Gemeinde mit Wohnungen bebaut werden können: „Wir hatten bereits eine Bauvoranfrage abgelehnt, weil der Baugrund im Außenbereich liegt.“ Eine gegenteilige Aussage des Landratsamtes liege bislang nicht vor.

Offen ist noch, wie versickerungsfähig der Boden ist. Laut einem Gutachten kann Niederschlagswasser zwar direkt auf dem Grundstück versickert werden. Das Wasserwirtschaftsamt zweifelt dieses Gutachten jedoch an – sehr zur Überraschung des Planers: „Sowas ist mir in 40 Jahren noch nicht passiert.“ Laut Kennerknecht würde es aber auch kein Problem darstellen, wenn keine Versickerung möglich wäre. „Dann kommt eine Einleitung in die Sammler der Gemeinde infrage“, erklärte der Rathauschef. Bohrungen sollen nun Aufklärung bringen. Unabhängig davon konnte der vorhabensbezogene Bebauungsplan abgesegnet werden. Burkhard von Hoyer (BfG) wollte nicht zustimmen, weil die Planung für die Gemeinde nicht befriedigend sei. Er störte sich unter anderem an den zwei Meter hohen Lärmschutzwänden, die das Ortsbild beeinträchtigen würden.

Roger Struzena (Grüne) kritisierte eine „Verschlechterung gegenüber den früheren Lösungen“. Die Kritiker unterlagen aber gegen eine deutliche 12:3-Mehrheit, die für den Bebauungsplan stimmte. Bei der gleichen Sitzung wurde außerdem der Bauantrag von Feneberg mit 13:2 Stimmen durchgewunken.

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