Forsthaus Wörnbrunn wieder belebt

Grünwalder Promi-Wirtshaus feiert Comeback - aber auch der alte Glanz?

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Forsthaus Wörnbrunn bei Grünwald

Einst feierten im Forsthaus Wörnbrunn in Grünwald die Promis wilde Partys, dann erlebte das Gasthaus einen bitteren Niedergang. Nun wagt ein neues Pächterpaar das Comeback.

Wörnbrunn – Traum und Albtraum liegen nah beieinander: In den vergangenen Jahren hat das Forsthaus Wörnbrunn seinen Wirten beides beschert. Das Ehepaar Florian Gürster (45) und Yvonne Mehrfeld will an die glücklichen Zeiten Wörnbrunns anknüpfen und das Gasthaus mit Hotel langfristig betreiben. Ende Oktober soll die Eröffnung stattfinden.

Die zwei Profis aus dem Münchner Gastronomiegewerbe leiten seit Jahren das Catering-Unternehmen „Floundco“. Als Paulaner-Wiesnwirt Peter Pongratz beim Jahresempfang der Gemeinde Grünwald von der Neubesetzung erfuhr, rief er spontan im Brustton der Überzeugung: „Wenn Floundco übernehmen, dann hat das Forsthaus wieder eine Zukunft.“

Forsthaus Wörnbrunn: Das Wirtspaar ist „gastronomisch vorbelastet“

Florian Gürster führt bereits seit fünf Jahren das Lenbach in der Stadtmitte – eine Kooperation mit Käfer. Seine Frau war zehn Jahre im Käfers am Hofgarten. Jetzt ist das Paar sehr froh und stolz, dass Wörnbrunn dazukommt. Schließlich kommen in der Catering-Branche viele Anfragen für Hochzeiten, und da sei es ideal, eine eigene Location zu betreiben. Ein persönliches Gespräch mit Forsthaus-Eigentümerin Eva-Maria Bartenschlager verlief positiv. Die Schweizer Privatinvestorin sei überzeugt, dass es sich um ein vielversprechendes Konzept handle.

Der Wirt in seinen Räumen: Florian Gürster renoviert und übernimmt das Forsthaus Wörnbrunn.

Das Ehepaar Gürster/Mehrfeld hat sich fest vorgenommen, dem Forsthaus wieder Leben einzuhauchen. Dabei will der 45-Jährige der Grünwalder Gastronomie-Landschaft keine Konkurrenz machen, sondern sieht Wörnbrunn als Ergänzung. Küchenchef wird Christoph Metzer, zuletzt kulinarischer Berater der Menterschwaige in Harlaching.

Grünwald: Traditionsgasthaus Wörnbrunn in der Aufhübschphase

Seit etwas mehr als drei Wochen wird renoviert. Daniel Lorand, den Florian Gürster noch aus der Zeit im Münchner Restaurant „Heart“ am Lenbachplatz kennt, unterstützt ihn gemeinsam mit Szenenbildner Fritz Kuffner bei der Gestaltung des richtigen Ambientes. Die Böden in den Gastzimmern und im Stadel werden abgeschliffen, neue Polster kommen auf die Bänke, die Wände sind neu gestrichen. Fugen und Fliesen mussten ausgebessert, der Ofen überholt werden. Nach etwas mehr als drei Woche Arbeit befindet sich das Forsthaus noch in der kosmetischen Aufhübschphase.

Lesen Sie dazu: In einen tiefen Dornröschenschlaf ist das Forsthaus Wörnbrunn gefallen. Viele Wirte haben in den vergangenen zwölf Jahren versucht, hier Fuß zu fassen und das Gasthaus zum Erblühen zu bringen.

Forsthaus Wörnbrunn: Viel Tradition, etwas Veganes und ein bisschen Asien

Dabei wollen sich die neuen Betreiber nicht verkünsteln, sondern die Wirtshaustradition bewahren und eine niveauvolle Küche mit regional hochwertigen Produkten und internationalem Charme anbieten. Auch vegetarische und vegane Gerichte sind vorgesehen. Eine gewisse Vorliebe hegt Florian Gürster für die asiatische Küche. Sie wird aber in Wörnbrunn nicht den kulinarischen Schwerpunkt bilden.

Was bisher geschah: Das Vorhaben imForsthaus Wörnbrunn ein gastronomisches Konzept mit bayerischem Bistro zu starten, ist gescheitert. Den jungen Pächtern wurde keine Chance gegeben.

Forsthaus Wörnbrunn in Grünwald: Eigenes Shuttle für die Mitarbeiter

Dass der Chef von „floundco“ die Immobilie Wörnbrunn im Kreuz hat und sich nicht für eine Saison hier niederlassen will, daran will er keinen Zweifel lassen: „Selbstständigkeit ist immer anstrengend, vor allem, wenn man es alleine stemmt. Bisher aber haben wir alle Hürden immer gut gemeistert.“ Gürster war sieben Jahre Küchenchef bei Käfer. Er will sich nicht mit altem Ballast auseinandersetzen, etwa, dass die Wirte in Wörnbrunn zuletzt das Handtuch werfen mussten. Er will nach vorne schauen. Dazu gehört auch der ein oder andere Service: Zum Beispiel werden die Mitarbeiter im Shuttle-Service vom in Deisenhofen abgeholt und zurückgebracht. Auch bei dem ein oder anderen Gast ist das vorstellbar. Florian Gürster hofft, Wörnbrunn wieder als Radlstation, vergleichbar mit der Deisenhofner Kugler Alm, zu etablieren. „Es ist doch hier ein Mega-Ausflugsziel.“

Die Vorgeschichte: Für weniger informierte Gäste wirkt der Niedergang der Erfolgs-Wirtschaft schon traurig genug. Aber wer die Hintergründe kennt, dürfte wohl noch betroffener sein.

Die geplanten neuen Öffnungszeiten des Forsthaus Wörnbrunn

Geplant ist zunächst, das Restaurant Mittwoch bis Sonntag jeweils ab 15 Uhr zu öffnen, ab 18 Uhr mit voller Auswahl auf der Tageskarte. Längere Öffnungszeiten seien jederzeit denkbar, zurückschrauben aber komme für nicht in Frage. Der genaue Eröffnungstermin hängt davon ab, wie schnell die Technik einsatzbereit ist. Der Chef wird viel vor Ort sein, wenn er nicht gerade auf kulinarischer Inspirationsreise in New York, Marrakesch, Bahrain oder Istanbul ist.

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