Tiefer Dornröschenschlaf

Hier tobte einst das Promi-Leben samt FCB-Zimmer - nun scheint ein Fluch auf dem Haus zu liegen

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Die Türen sind verschlossen: Das Forsthaus Wörnbrunn ist seit Dezember nicht mehr geöffnet. Wann es hier weitergeht, ist noch ungewiss.

In einen tiefen Dornröschenschlaf ist das Forsthaus Wörnbrunn gefallen. Viele Wirte haben in den vergangenen zwölf Jahren versucht, hier Fuß zu fassen und das Gasthaus zum Erblühen zu bringen.

WörnbrunnEs scheint ein Fluch auf dem Forsthaus zu liegen, in dem sich die Prominenz dereinst feierte, allen voran die Ehefrau des letzten Schahs von Persien Soraya, aber auch die Stars aus Film und Musik wie die Fuchsbergers und Gregers waren hier Stammgäste.

Der Glamour scheint dahin. Tische und Stühle sind vor dem Stadel geräumt. Im Inneren fehlt der Geruch nach feinen bayerischen Speisen, wie einst zu Richard Süßmeiers Zeiten. In den Hotelzimmern ist es eiskalt, im Moment lohnt sich das Heizen nicht.

FC-Bayern-Zimmer für Fußballfans ein Muss

Im Jahr 2005 kaufte die Tierärztin und Privatinvestorin Eva-Maria Bartenschlager das Anwesen, in dem Wiesnwirtenapoleon Richard Süßmeier bis Ende der 1990er Jahre die Gäste scharenweise angelockt hatte. Ursprünglich hätte sie auch gerne die elf Hektar Land erworben, die der Freistaat zuvor zum Verkauf freigegeben hatte. Sie träumte davon, ein Pferdegestüt bauen zu lassen, das sich harmonisch zu einem Ensemble mit Gastronomie und Hotelerie zusammenfügt. Damals kam ihr die Gemeinde Grünwald jedoch zuvor, übte ihr Vorkaufsrecht aus und verhinderte die Pläne eines Ferienhofs. Also wurde eine abgespeckte Form versucht.

Hübsch, aber zuletzt glücklos: das Forsthaus Wörnbrunn, hier im Jahr 2007.
Carolin Reiber 2010 in dem Wirtshaus.

Hausarchitekt Helmut Kraus kümmerte sich darum, das Erdgeschoss mit den Gaststuben im Look eines edlen bayerischen Salons in tiefem Rot und dunklen Holzfarben zu gestalten. Den gesamten ersten Stock verwandelte der Architekt in ein Wünsch-Dir-Was-Paradies. Nach der Renovierung luden 19 Motto-Zimmer zum Verbleib ein. Zu den schönsten gehört das König-Ludwig-Zimmer, das rund ums Himmelbett eine elegante bayerische Note in Samtblau atmet. Und für den Preis von rund 150 Euro ist die Unterbringung im Preisvergleich mit Münchner Hotels auch keineswegs überteuert. Das FC-Bayern-Zimmer ist für die Fußballfans ein Muss. Zugegegeben, wer sich nicht für Ballsport interessiert, wird eher die Flucht nach hinten ergreifen.

Blacky Fuchsberger mit Ehefrau Gundel und Sohn Thomas Fuchsberger 2010 im Forsthaus.

Andere Pächter hatten auch kein Glück

In jedem Fall strahlt das Ensemble eine gediegene Originalität aus, die Erfolg verspricht. Trügt dieser Anschein? Jedenfalls wurden auch die Rehklaus mit dem Prestige-Objekt im malerischen Grün nicht glücklich. Kurz vor Weihnachten endete der Pachtvertrag des Ehepaars. Sie leiteten unter anderem auch das Hacker-Pschorr Bräuhaus auf der Theresienhöhe, das im März 2017 schließen musste. Auch dem Pächter vor den Rehklaus, Johannes Sachsenhauser, erging es nicht besser. Er musste im Jahr 2015 Insolvenz anmelden. Zwischenzeitlich hatte ein Konkursverwalter das Forsthaus weiter betrieben.

Video: Verlassen und verfallen – ein Skigebiet im Dornröschenschlaf

Mehrere Interessenten in Sicht

Ein neuer Pächter ist noch nicht gefunden. Aber so viel darf Helmut Kraus sagen: Im Frühling soll die Traditionsgaststätte nach dem Wunsch der Eigentümerin Eva-Maria Bartenschlager wieder geöffnet werden. Mehrere Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Um wen es sich dabei alles handelt, wurde nicht verraten.

Video: Glomex

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