Gülle: 6000 Forellen sterben qualvoll

Grausam: Eine Baggerschaufel voller toter Fische. Foto: kn

Steinhöring - In mehreren Fischteichen in der Nähe von Rupertsdorf/Gemeinde Steinhöring sind in der Nacht von Freitag auf Samstag 5000 bis 6000 Forellen qualvoll verendet. Grund dürfte Gülle sein, die vom Stark- regen in die Becken geschwemmt wurde.

Die vier Weiher mit insgesamt acht Becken sind an acht Pächter vergeben, die jetzt vor dem Nichts stehen. „Jetzt müssen wir wieder bei Null anfangen“, sagte einer gegenüber der Ebersberger Zeitung. Drei Generationen Forellen hätten sich in den Fischteichen befunden. Den finanziellen Schaden schätzt der Hobbyfischer auf rund 20 000 Euro. Die Pächter gehen davon aus, dass ein Landwirt kurz vor dem Unwetter Gülle auf eine an die Teiche angrenzende Wiese ausgebracht hat. Gerät diese ins Wasser, bekommen die Fische Atemnot und sterben bereits nach wenigen Minuten. Die Polizei Ebersberg hat die Ermittlungen übernommen, die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Wie das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mitteilte, komme es immer wieder einmal vor, dass Fische in heimischen Gewässern wegen Gülleeintrags verenden würden. Die Anzahl der toten Tiere im Steinhöringer Fall ließ die zuständige Abteilungsleiterin Maron Natemeyer allerdings aufhorchen. Ihre Behörde würde die von der Ebersberger Polizei entnommenen Proben im eigenen Labor analysieren und die Ergebnisse ans Landesamt für Umwelt weiterreichen. Die Proben trafen am Montag in Rosenheim ein.

„Der Landwirt hat das nicht mit Absicht gemacht, aber er muss es halt einschätzen, ob eine Ausbringung geht oder nicht, dafür gibt’s auch Vorschriften und Empfehlungen, an die man sich halten sollte“, so einer der Pächter gegenüber der EZ. Er ist der Meinung: „Wenn ich sehe, dassFischweiher neben einer Wiese sind und es schon seit Wochen immer regnet, der Boden das wahrscheinlich nicht mehr aufnehmen kann, dann muss ich nicht Gülle fahren.“

Von Michael Acker

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